Swiss League
Siegesserie reisst gegen Langenthal - Der EHC Olten kann frühen Fehlstart nicht mehr korrigieren

Nach acht Siegen in Serie musste der EHCO das Eis mal wieder als Verlierer verlassen. Ausgerechnet gegen den Rivalen SC Langenthal leisteten sich die Oltner einen kapitalen Fehlstart, den sie nicht mehr auszumerzen vermochten.

Marcel Kuchta
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Der EHC Olten empfängt im Kleinholz den SC Langenthal.
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Die Powermäuse wollen ihre weisse Weste im neuen Jahr auch gegen die Rivalen aus Langenthal wahren und ihre Siegesserie auf neun Spiele ausbauen.
Bereits nach drei Minuten können jedoch die Langenthaler jubeln. Torschütze Fabio Kläy klatscht mit der Ersatzbank ab.
Langenthals Serge Weber und Evgueni Chiriayev kämpfen um die Scheibe.
Zu selten konnten die Oltner die Zweikämpfe gewinnen. Hier versucht Cyril Oehen (l.) Mathieu Maret die Scheibe wegzunehmen.
EHCO-Angreifer Evgueni Chiriayev am Boden im ersten Drittel.
Zu selten gelang es der Oltner Offensive um Garry Nunn und Brennan Othmann in den ersten 20 Minuten, für Torgefahr zu sorgen
Garry Nunn im Laufduell mit Langenthals Bastian Guggenheim.
Jubel nach dem Anschlusstreffer zum 1:2. Torschuütze Philipp Rytz und seine Teamkollegen umarmen sich.
Der Torschütze im Zweikampf gegen Marc Kämpf (r.).
Langenthals Eero Elo vor dem Tor von Simon Rytz.
Olten-Trainer Frederik Söderström konnte mit dem Auftriit seiner MAnnschaft nicht zufrieden sein. Viele Puckverluste im Aufbauspiel führten immer wieder zu gefährlichen Angriffen des SC Langenthal.
Alban Rexha (r.) und Mathieu Maret im Duell neben dem Tor von Pascal Caminada.
Die Entscheidung wenige Sekunden vor Schluss. Kämpf traf ins leere Oltner Tor.
Zuvor versuchten die Powermäuse, hier Evgueni Chiriayev, die Partie noch auszugleichen.
Grosse Enttäuschung bei Dan Weisskopf und seinen Teamkollegen nach dem Schlusspfiff.

Der EHC Olten empfängt im Kleinholz den SC Langenthal.

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Mit acht Siegen in Serie im Rücken wollten die Oltner selbstbewusst in das Duell mit dem SC Langenthal gehen. Allein: es blieb beim frommen Wunsch. Denn aufs Eis brachte der EHCO vor allem in den Startminuten das Gegenteil. Die Langenthaler genossen viele Freiheiten, konnten sich munter durch die Oltner Reihen kombinieren - und nutzten die sich bietenden Möglichkeiten eiskalt aus.

Nach etwas mehr als zwei Minuten ging Fabio Kläy vor dem Tor vergessen und hatte keine Probleme, Simon Rytz zu bewingen. In der achten Minute zeigte SCL-Söldner Eero Elo seine ganze Klasse und liess die komplette EHCO-Defensive schlecht aussehen. Ein 0:2-Rückstand zu so einem frühen Zeitpunkt gegen eine Klassemannschaft wie den SC Langenthal: Es wurde schnell deutlich, dass den Powermäusen ein schwieriger Abend bevorstehen würde.

Es mangelte an Kreativität und Präzision

Und so war es dann auch. Immerhin: Die Oltner kämpften sich in die Partie zurück, bissen sich in die Zweikämpfe rein, gingen mit der nötigen Agressivität zur Sache. Das alles war aber gegen die souverän und routiniert agierenden Oberaargauer zu wenig. Vor allem deshalb, weil es dem EHCO bei seinen Offensivbemühungen sowohl an der Kreativität als auch an der Präzision mangelte. Der entscheidende Pass, der vielleicht zu einer guten Torchance geführt hätte, kam zu oft nicht an. Und so blieb Philipp Rytz' Weitschusstor im Powerplay (36.) das einzige Oltner Erfolgserlebnis.

Symptomatisch für die glück- und fruchtlosen Bemühungen des EHC Olten waren zwei Szenen zu Beginn des letzten Drittels, beide mit Garry Nunn als Hauptdarsteller. Wenige Sekunden nach Beginn des dritten Abschnitts wurde der Kanadier ideal lanciert und konnte solo auf Langenthal-Keeper Pascal Caminada zustürmen. In den letzten Partien hatte Nunn, der in sieben Spielen in Serie mindestens jedesmal ein Tor erzielt hatte, solche Chancen quasi mit verbundenen Augen verwertet. Diesmal verlor er kurz vor seinem Abschlussversuch die Kontrolle über den Puck. Ein paar Zeigerumdrehungen später brach ihm in aussichtsreicher Schussposition auch noch der Stock.

Nicht schlecht, aber auch nicht gut genug

Es passte auch, dass Nunn in der letzten Minute, als die Oltner den Ausgleich mit sechs gegen vier Feldspieler zu erzwingen versuchten, etwas überhastet in die Schlittschuhe von Marc Kämpf schoss. Der Langenthaler Stürmer sicherte sich die Scheibe und traf ins leere Tor des EHCO. Das 1:3 vernichtete sämtliche Hoffnungen der Oltner, doch noch etwas Zählbares aus dieser Partie mitzunehmen.

Unter dem Strich war der Auftritt des EHCO zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht gut genug, um gegen ein Spitzenteam wie Langenthal zu reüssieren. In der Tabelle sind die Oberaargauer damit wieder ein rechtes Stück entrückt. Und die Oltner wissen, dass es noch viel Arbeit bedarf, um in den Kreis der besten Swiss-League-Teams vorzurücken. Die Ansätze sind da, aber der letzte Zwick und vor allem die Konstanz fehlen.

Telegramm

EHC Olten – SC Langenthal 1:3 (0:2, 1:0, 0:1)

Kleinholz. – Keine Zuschauer. – SR: Hürlimann/Hungerbühler (Ammann/Bachelut). – Tore: 3. Kläy (Weber, Maret/Strafe gegen Olten angezeigt) 0:1. 8. Elo (Kummer, Müller) 0:2. 36. Philipp Rytz (Schirjajew, Wyss; Ausschluss Kummer) 1:2. 60. (59:46) Kämpf (Ausschluss Kummer!; Olten ohne Goalie) 1:3. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Olten. 4-mal 2 Minuten gegen Langenthal.

Olten: Simon Rytz; Philipp Rytz, Weisskopf; Elsener, Maurer; Heughebaert, Lüthi; Gurtner, Nater; Othmann, Knelsen, Nunn; Silvan Wyss, Schirjajew, Weder; Fogstad Vold, Fuhrer, Carbis; Oehen, Rexha, Portmann.

Langenthal: Caminada; Müller, Christen; Guggenheim, Pienitz; Weber, Maret; Chanton; Kämpf, In-Albon, Küng; Tschannen, Kummer, Elo; Walker, Kläy, Rüegsegger; Gerber, Luca Wyss, Dähler; Derungs.

Bemerkungen: Olten ohne Fuss, Daneel, Hüsler (alle verletzt) und Schwarzenbach (gesperrt). Langenthal ohne Higgins (verletzt) und Nyffeler (krank). 58:46 Timeout Olten, von 59:08 biis 59:46 ohne Goalie).

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