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Sieg und schlechte Nachrichten: Der EHC Olten schlägt Visp zum Playoff-Auftakt mit 4:1

Der EHC Olten steckt einen längeren Ausfall des Toptorschützen Jewgeni Schirjajew vorerst gut weg und schlägt Visp im ersten Playoffspiel der Viertelfinal-Serie mit 4:1 – der Oltner Mann des Spiels? Doppeltorschütze Marco Truttmann.

Ist es tatsächlich ein erstes Playoffspiel? Schläfrig, ja abwesend, kommt der EHC Olten nach 20 gespielten Minuten aus der Kabine. Die Quittung kommt umgehend: Jeder der überragenden Visper Topsturmlinie um Kissel, Van Guilder und Sturny durfte sich teils völlig unbedrängt im Abschluss versuchen. Nach einem ersten Abschluss Sturnys folgen die Möglichkeiten zwei, drei, vier, ja fünf, ehe dann auch EHCO-Torhüter Simon Rytz nichts mehr ausrichten konnte, im Stich gelassen wurde und geschlagen war. Topskorer Mark Van Guilder durfte sich den Treffer gutschreiben lassen.

Auch in der Folge verlieren die Oltner jeden Zweikampf, sind oft einen Schritt zu spät, stehen zu weit weg von den wirbelnden Gegenspielern. Doch dann, es läuft die 31. Minute, kassiert Torschütze Van Guilder eine verhängnisvolle Strafe wegen Beinstellens. Denn EHCO-Stürmer Stefan Mäder schliesst im Powerplay eine schöne Passkombination über Horansky und Hohmann im Slot stehend ab.

Der 1:1-Ausgleich bildet den Oltner Startschuss zu einer furiosen Wende. Als hätte der EHCO die schlechten Attribute, mit denen sich definitiv keine Spiele gewinnen lassen, den Vispern überreicht, ist die Powermaus plötzlich wieder Herr im Haus, gestaltet das Spiel wieder offensiver. Und noch mehr: Marco Truttmann verwertet nach einer Druckphase, zur Freude der 4082 Zuschauer, den Abpraller auf einen Gervais-Schuss zur erstmaligen Oltner Führung eiskalt.

Auch zu Beginn des Schlussdrittels ist der EHCO präsent. Grossniklaus verpasst erst noch eine hundertprozentige Chance. Wenig später liegt die Scheibe aber im Tor. Nur: Dem vermeintlichen 3:1-Treffer ging ein Stockschlag von EHCO-Ausländer Bryce Gervais voraus. statt einer 3:1-Führung war der EHCO mit einer 3:5-Unterzahlsituation konfrontiert.

Der EHCO zog den Kopf aus der Schlinge und setzte nach überstandener Unterzahl zum Schlussbouquet an. Es war wiederum Marco Truttmann, der den Vispern den von EHCO-Trainer Chris Bartolone geforderten Todesstoss verpasste. Und wie: Einen Konter schloss er mit einem ansatzlosen Handgelenkschuss in den Torhimmel ab. Die Trinkflasche von Visp-Torhüter Lory flog im hohen Bogen davon.

Und Truttmanns Jubel? Mit der Hand am Ohr dreht er ab. «Das waren die Emotionen», sagt er und schmunzelt. Auf Nachfrage ergänzt er: «Ich wollte nach einer bislang schwierigen Saison für mich mit Gehirnerschütterung und Krankheit damit sagen, dass ich auch noch da bin», so Truttmann etwas nachdenklicher.

Für den Abschluss der Partie war dann doch noch EHCO-Ausländer Bryce Gervais verantwortlich. Er war die grosse Kämpferfigur aufseiten der Oltner und war immer dort anzutreffen, wo es ihn gebraucht hat. Aber er war auch jene EHCO-Hauptfigur, welcher das Pech an der Stockschaufel klebte. Mehrmals hatte er über das gesamte Spiel hinweg Chancen aus aussichtsreichsten Positionen versiebt.

Schirjajew droht lange auszufallen

Spieler wie Truttmann oder Gervais sind nun ohnehin noch stärker gefragt beim EHC Olten. Denn vor der Partie hatte das Team eine unerfreuliche Nachricht zu akzeptieren: Toptorschütze Jewgeni Schirjajew ist ernsthaft verletzt. Der Oltner Toptorschütze – er hat nicht weniger als 30 Tore in der Qualifikation geschossen– soll nach ersten Erkenntnissen für längere Zeit ausfallen. Die Rede ist von mindestens zwei Wochen, wobei man von Woche zu Woche die Situation analysiert – und hofft.

Schirjajew hatte im Training während der Nationalmannschaftspause einen Schlag erhalten, worauf sich eine Verletzung im Oberkörper ergab. Um was für eine Verletzung es sich genau handelt, will der EHCO der Playoffs wegen nicht bekannt geben.

Klar ist: Wegen starker Schmerzen wurde er gestern Morgen noch einmal untersucht. Daraufhin wurde eine Verletzung diagnostiziert, die Eishockeyspielen nicht zulässt.

EHCO-Trainer Chris Bartolone sagt: «Es tut immer weh, einen Spieler zu verlieren. Schirjajew hat einen tollen Job gemacht, er ist wichtig für uns. Aber wir haben 27 Spieler in unserem Kader. Es ist nun Zeit, dass andere in diese Rolle schlüpfen. Und das haben sie heute gemacht.»

Lesen Sie die Partie hier im Liveticker nach:

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