Eishockey
SCL verteidigt mit 4:2-Sieg den Leaderthron im Derby gegen Olten

Im ausverkauften Kleinholz erwarteten alle gespannt das Spitzenduell, das Derby zwischen Olten und dem SC Langenthal. Die Oberaargauer spielten aber so souverän, dass gar nie Spannung, geschweige denn hochkochende Emotionen entstanden.

Yann Schlegel
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Vor dem Oltner Tor war mehr los, als Goalie Thomas Bäumle lieb war.Bruno Kissling

Vor dem Oltner Tor war mehr los, als Goalie Thomas Bäumle lieb war.Bruno Kissling

Olten versus Langenthal – Spielwitz versus Disziplin. Etwa so liesse sich das 66. Derby seit 2002 karikieren, in dem am Ende die Disziplin mit 4:2 obsiegen und den Spielwitz bändigen würde. Die Oberaargauer behielten in diesem Spitzenkampf die Oberhand, weil sie mit ihrem kompakten Defensivsystem und einem herausragenden Marc Eichmann die Oltner Sturmwirbel zu zähmen vermochten.

Taktik und Kampf

Dieses Drehbuch scheint einen Trend zu unterstreichen: Seitdem die beiden Mittelländer Vereine sich zu NLB-Spitzenmannschaften entwickelt haben, sind berechenbare, von Taktik und Kampf geprägte Partien häufiger – das Aufleben des Derby-Geistes rarer geworden.

Nicht zum ersten Mal sehnte sich das in dieser Saison erstmals ausverkaufte Kleinholz vergeblich nach Emotionen, wobei auch der Affront zwischen den beiden Fanlagern eher zahm ausfiel. Ein Fakt der sicherlich mit dem souveränen Auftritt der Langenthaler, der dem Derby-Duell viel Spannung nahm, in Verbindung gebracht werden kann.

4:0 bis zur 33. Minute

Anzeichen von Emotionen brachte erst Wesley Snells, der mittels Frustabbau am Langenthaler Daniel Carbis rund zehn Minuten vor Spielende seinem Namen als Aggressivleader alle Ehre machte und dafür vom Oltner Anhang gefeiert wurde. «Trotz dieser Kulisse hatten wir Mühe, ins Spiel zu finden», sagte EHCO-Captain Sandro Tschuor nach dem Spiel.

Positive Emotionen aufseiten der Gastgeber kamen erst auf, als das Ungemach einer Niederlage praktisch besiegelt war, da Langenthal bis zur 33. Minute vorentscheidend auf 4:0 davon gezogen war.

Olten vergibt die Chance zur Tabellenführung

Olten hätte es in der Hand gehabt, die Oberaargauer mit einem Sieg von der Tabellenspitze zu verdrängen. Entsprechend motiviert stiegen die Dreitannenstädter in die Partie, ehe die Langenthaler mit aggressivem Forechecking einen Oltner Scheibenverlust provozierten, den Pascal Gemperli zur Führung der Gäste umzumünzen wusste.

Das 0:1 war die Antwort auf Lüthis Pfostentreffer in der 11. Minute und raubte den Oltnern zusehends den Schwung, währenddessen die Gelb-Blauen stetig an Wucht gewannen und in den Bandenkämpfen aus Oltner Sicht zu oft als Sieger hervorgingen.

Stefan Schnyder erstmals wieder im Kleinholz

Einer, der die Langenthaler Kämpfermentalität an vorderster Front vorlebte, war Stefan Schnyder. Es war seit dem verhängnisvollen Unfall von Ronny Keller Schnyders erstes Spiel im Kleinholz, was jedoch keine Wellen mehr warf und es dem mit Langenthals Ausländerduo Kelly/Campbell auflaufenden Stürmer erlaubte, die Rückkehr unauffällig zu absolvieren.

Besagter Schnyder zeigte eine animierte Darbietung und grub zahlreiche Scheiben für seine Linienpartner aus, so in der 24. Minute, als Campbell nach Schnyders Vorarbeit unbedrängt ums Oltner Tor kurven und zum 0:2 erhöhen konnte. Damit läutete Olivier Horaks Paradeformation die stärkste Phase der Gäste ein. Mit zwei praktisch identischen Toren nach Ablenkern im hohen Slot schraubte Langenthal das Skore durch Schefer und Küng auf 4:0. Damit schwand Oltens Elan endgültig.

Power-Playschwäche beim Gastgeber

Dass Fabian Ganz erst dreieinhalb Minuten vor Spielende während des neunten Langenthaler Ausschlusses der erste Torerfolg gelang, beweist die zuletzt ausgemachte Powerplay-Schwäche der Oltner. Es war zugleich die Antwort auf die vermeintlich letzte Frage, ob Eichmann der Shutout gelingen würde oder nicht.

Der Langenthaler Headcoach schien auf Nummer sicher gehen zu wollen und nahm in der 59. Minute sein Time-out, Scott Beattie bezog seines anschliessend während desselben Spielunterbruchs. Prompt traf Schwarzenbach vier Sekunden nach dem Bully noch mittels genauem Hocheckschuss.. Damit verliehen die Oltner der Partie einen erfolgreichen, jedoch nicht den erhofften krönenden Abschluss.