Swiss-League-Playoffs

Schwerstarbeiter, Checkfresser, doppelter Torschütze: An Schirjajews Leistung lässt sich anknüpfen

Jewgeni Schirjajew schiesst das 1:0 für den EHC Olten

Jewgeni Schirjajew schiesst das 1:0 für den EHC Olten

Die zweite Sturmlinie des EHC Olten um Jewgeni Schirjajew und Esbjörn Fogstad Vold sorgte im zweiten Playoffspiel gegen den SC Langenthal für die Musik. Das stimmt trotz zweiter Niederlage zuversichtlich.

Ein hoher Sprung ins Plexiglas der Bande, die Hände voran mit einem lauten Jubelschrei. Und das alles vor der eigenen Fankurve auf fremdem Eis. Die Torjubel von Jewgeni Schirjajew – sie sind einzigartig. Nach 10 Minuten eröffnet er das Skore, bringt den EHC Olten auf die Siegesstrasse. Im 2. Drittel folgt ein weiteres von ihm und im 3. Abschnitt eines von Sturmkollege Esbjörn Fogstad Vold. Drei Tore, drei Mal als einer der Hauptdarsteller auf dem Eis.

Jewgeni Schirjajew mit Philipp Rytz und Daniel Eigenmann nach der ersten Führung

Jewgeni Schirjajew mit Philipp Rytz und Daniel Eigenmann nach der ersten Führung

Doch dann trat eben das ein, was man nicht mehr für möglich gehalten hätte: Der EHC Olten gibt die eigentlich souveräne 3:1-Führung innert 68 Sekunden aus der Hand und später, in der 105. (!) Minute auch noch das Spiel.

Die Uhr hat längst Mitternacht geschlagen, als Jewgeni Schirjajew zum Interview erscheint. Enttäuscht. Leer. Erschöpft. Die Auszeichnung zum besten Oltner Spieler der Partie eingeheimst zu haben, lässt ihn zwar kurz schmunzeln, doch damit lasse sich ja nichts kaufen. „Ja, zwei Tore geschossen, aber die Mannschaft hat verloren. Es gibt nichts zu feiern. Es ist einfach bitter, das Spiel so zu verlieren. Wir geben kurz vor Schluss die Führung her, das Spiel war wieder offen, wir haben wieder viele gute Chancen, das Spiel zu entscheiden, doch irgendwann machen sie dann halt das Tor…“, sagt Schirjajew schulterzuckend.

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„Es tut weh, so zu verlieren. Das war eine starke Mannschaftsleistung. Wir haben alles gegeben und hätten den Sieg verdient gehabt“, sagt auch Esbjörn Fogstad Vold. „Aber Eishockey ist nicht immer fair, deshalb lässt es ein solches Resultat zu.“

Die zweite Sturmlinie um Fogstad Vold, Schirjajew und Schwarzenbach spielt am Freitagabend im zweiten Spiel die EHCO-Musik. Und sorgt nicht nur in Sachen Tore für Furore. Das Trio macht auch jene Arbeit und jene kleinen Sachen mit Überzeugung erfolgreich, wofür auf der Spielerbank Applaus der Mitspieler garantiert ist: Man wirft sich in die Schüsse, holt sich die Scheibe zurück in die eigenen Reihen, macht Checks fertig. Und hin und wieder muss auch ein Check gefressen werden, um schliesslich dem Team einen Vorteil zu verschaffen, wie dies Schirjajew gegen Bircher tat, welcher für einen Bandencheck mit 2-plus-10-Minuten bestraft wurde.

Meeting für mehr Energie und Emotionen

Nach dem Mittwochspiel hätten sie sich innerhalb ihrer Linie ausgetauscht, über einige Details gesprochen, „um spielerische Sachen zu verbessern“ (Fogstad Vold) und „mehr Energie und mehr Emotionen in die Linie zu bringen“ (Schirjajew).

Und es schien ganz offensichtlich funktioniert zu haben. „Wir müssen genau so weiterfahren. Nur am Ende einfach ein Tor mehr schiessen als der Gegner“, sagt Schirjajew und schmunzelt.

Dem stimmt gerne auch Esbjörn Fogstad Vold zu, der aus spitzestem Winkel das 3:1 geschossen hatte. „Das war wirklich eine grosse Leistungssteigerung gegenüber Spiel eins. Wir sind viel besser aus der Defensive gekommen, haben offensiv mehr kreiert, den Weg aufs Tor gesucht. Und wir konnten die Anspannung ablegen. Wir hatten Spass auf dem Eis, womit auch die guten Leistungen kommen. Das müssen wir sicher mitnehmen. Wir bleiben positiv. Es ist eine Best-of-7-Serie und keine Best-of-3“, gibt sich Fogstad Vold kämpferisch.

Nun sei viel Schlaf, nahrhaftes Essen und gute Erholung wichtig, um am Sonntag (17.30 Uhr, Kleinholz) wieder bereit zu sein. Und vielleicht lässt sich dann wieder Schirjajews einzigartiger Torjubel bestaunen. Mit den Fans im Rücken. Und mit dem besseren Ende für den EHC Olten.

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