Rad
Radsportteam Roth erhält eine Einladung für Tour de Suisse

Das Gerlafinger Radsportteam Roth hat nach der Einladung zur Tour de Romandie nun also auch eine Wildcard für die diesjährige Tour de Suisse erhalten.

Simon Steiner
Drucken
Teilen
Sie freuen sich über die Wildcard: Valentin Baillifard, Colin Stüssi, Olivier Senn (Generaldirektor Tour de Suisse), Stefan Blaser (CEO Roth Gruppe), Dylan Page und Roland Thalmann. Ho

Sie freuen sich über die Wildcard: Valentin Baillifard, Colin Stüssi, Olivier Senn (Generaldirektor Tour de Suisse), Stefan Blaser (CEO Roth Gruppe), Dylan Page und Roland Thalmann. Ho

Für den Höhepunkt des Abends sorgte ein Gast. Olivier Senn, Generaldirektor der Tour de Suisse, überraschte das Team Roth bei dessen Fahrerpräsentation am Hauptquartier in Gerlafingen mit einer Nachricht, die einschlug: Die junge Profi-Mannschaft erhält vom Veranstalter eine Wildcard für die Tour de Suisse und darf somit im Juni die renommierte Landesrundfahrt bestreiten. «Wir möchten dem Schweizer Nachwuchs eine Chance bieten, sich zu präsentieren», sagte Senn.

Die Einladung wurde im Team mit Begeisterung aufgenommen. «Die Tour de Suisse ist für jeden jungen Schweizer Radfahrer ein Traum», sagte etwa der Luzerner Roland Thalmann, welcher der Mannschaft mit dem Gewinn der Bergwertung beim französischen Etappenrennen Étoile de Bessèges in diesem Jahr bereits einen beachtlichen Erfolg beschert hat.

Stefan Blaser, CEO des Hauptsponsors Roth Gruppe, sagte: «Die Teilnahme an der Tour de Suisse ist für das Team ein grosser Schritt in eine vielversprechende Zukunft.»

In der Tat macht das Team Roth derzeit in grossen Schritten vorwärts. Erst auf diese Saison hin hat die Equipe den Aufstieg in die Pro-Continental-Stufe vollzogen, die zweithöchste Klasse des internationalen Radsport-Verbandes UCI.

Nun eilt die Mannschaft gar im Sprinttempo auf die grosse Bühne: An der Tour de Romandie und der Tour de Suisse wird sie sich jeweils mit den 18 Teams der höchsten UCI-Stufe World Tour messen, die über ein deutlich grösseres Budget verfügen.

Wechsel in der Führungscrew

Der rasante Aufstieg ging nicht ohne Nebengeräusche vor sich: Hinter dem Team liegen turbulente Monate, in denen ein grosser Teil der Führungscrew ausgewechselt wurde. «Im Herbst drohten wir von unserem Weg abzukommen», sagt Stefan Blaser, der als General Manager die oberste Verantwortung trägt. «Inzwischen sind wir wieder auf Kurs», ist er überzeugt.

Christoph Springer, der quasi als rechte Hand Blasers fungiert, spricht von einem Kraftakt: «Noch Mitte Oktober hatten wir kein komplettes Fahrrad beisammen. Die Helme trafen gar erst kurz vor dem ersten Rennen ein.»

Für Hauptsponsor und Teamchef Blaser steht die Förderung des Schweizer Radsportnachwuchses im Zentrum. «Wir wollen junge Schweizer Fahrer an die Weltspitze heranführen», sagt der Unternehmer, der damit eine andere Strategie verfolgt als das BMC Racing Team von Andy Rihs, dessen Titelsponsor zwar in Grenchen zu Hause ist, das aber eine internationalere Ausrichtung hat.

Auch Roth kann sich bezüglich Swissness aber noch steigern: Im 23-köpfigen Profiteam figurieren derzeit neun Schweizer, dazu kommt das achtköpfige Nachwuchsteam. «Nächste Saison wollen wir den Anteil der Schweizer Fahrer erhöhen», sagt Blaser, der in Gerlafingen unweit der Teambasis eine 9-Zimmer-Wohnung gemietet hat, in der die Fahrer zwischen den Rennen wohnen können.

Wie David gegen Goliath

In den kommenden Monaten geht es für das Team Roth nun darum, die Einladungen für die grossen Schweizer Rundfahrten mit Leistung zu verdanken. «Ich hoffe auf einen aktiven Auftritt an der Tour de Suisse», sagt Tourdirektor Senn, dessen Rundfahrt auch die Region Solothurn passieren wird.

Der frühere Schweizer Meister Martin Kohler, der als einer der wenigen Fahrer im Team langjährige World-Tour-Erfahrung aufweist, freut sich auf die Herausforderung. «Wir treten als David gegen Goliaths an», sagt er. «Aber wir werden versuchen, uns in den Spitzengruppen zu zeigen und unsere Chancen zu nutzen.»

Aktuelle Nachrichten