Badminton
Qualifikationssieger Solothurn schwächelt zur Unzeit und ist out

Überraschend unterliegen die Solothurner in den Interclub-Playoffs dem Team Argovia. Immerhin: Christian Bösiger bleibt dem Team auch im kommenden Jahr erhalten.

Rainer Sommerhalder
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Saya Herzig (l.) und Monika Fischer vom Team Solothurn.

Saya Herzig (l.) und Monika Fischer vom Team Solothurn.

Marcel Bieri

Badminton ist nicht Fussball. 3:0 lag Team Solothurn nach drei Partien des Halbfinal-Rückspiels gegen Team Argovia vorne und gewonnen war trotzdem noch überhaupt nichts. Und am Schluss erhielten die Gastgeber zwar Champagner und eine Medaille. Der Sieg allerdings ging mit 5:3 an die Aargauer. Für sie findet die Saison mit dem Final eine Fortsetzung, für Solothurn blieb die Bronzemedaille als Belohung.

«Ich kann mit der Saison sehr zufrieden sein, obwohl der Schluss mit diesem extrem harten Ausscheiden eine grosse Enttäuschung auslöst», sagte Teammanager Carlos Prieto nach dreieinhalb nervenaufreibenden Stunden. 4:4 in den Spielen und 10:10 in den Sätzen trennten sich der Aargauer Playoff-Debütant und der Qualifikationssieger im Hinspiel am Samstag. Fast alle Spiele waren hart umkämpft.

Für das Rückspiel durfte Solothurn die Reihenfolge der Partien festlegen. Die Rechnung, die drei sichersten Werte zu Beginn antreten zu lassen, ging auf. Die 3:0-Führung gab zünftig Rückenwind für das Schlüsselspiel im Mixed-Doppel. Dieses hatten Titon Gustaman und Sany Herzig am Samstag mit 23:21 im Entscheidungssatz in extremis gewonnen. Beim «Rückkampf» ging es erneut in einen dritten Satz. Diesmal behielten die Aargauer mit 21:18 knapp die Oberhand. Die Weichen waren gestellt.

Realistische Einschätzung

Einzig das Solothurner Urgestein Monika Fischer hätte im letzten Einzel das Übel noch abwenden können. Keinen einzigen Satz hatte die mehrmalige Schweizer Meisterin in zuvor drei Direktbegegnungen mit der Aargauerin Ayla Huser gewonnen, in keinem Satz mehr als 16 Punkte gemacht. Entsprechend meinte selbst Fischers österreichischer Lebenspartner Michael Lahnsteiner vor dem Spiel: «Es sieht eher schlecht aus».

Da half auch der von Lahnsteiner extra aus Wien eingeflogene persönliche Mentaltrainer nichts mehr. Obwohl Huser brutal nervös begann und Fischer im Startsatz sogar mit 18:12 in Führung lag, reichte es letztlich erneut zu keinem Satzgewinn. Ironie des Schicksals: Monika Fischer war durch eine vor zwei Wochen im letzten Qualifikationsspiel gegen Huser zugezogene Oberschenkelzerrung zusätzlich handicapiert.

Zufrieden mit seinen Leistungen durfte auch Teamleader Christian Bösiger im ersten Jahr nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft sein. Er wird dem Interclub-Team wie auch Fischer weiter zur Verfügung stehen.