Es ist gerade mal die Hälfte der Spielzeit absolviert, da bittet die Oltner Fankurve die Sitzplatzbesucher ein erstes Mal aufzustehen, zu applaudieren und ihren EHCO zu feiern. Die Powermaus brilliert, begeistert, fasziniert: Der einmal mehr überragende Jewgeni Schirjajew hat soeben das Skore auf 5:1 für das Heimteam gestellt (32.).

EHCO - Langenthal 6:2

Der EHCO setzt daraufhin zur Kür an. Er nimmt dabei den Fuss etwas vom Gaspedal, tut dies aber stets kontrolliert und überzeugend. Phasenweise ist der EHCO dem SCL selbst bei numerischer Ausgeglichenheit derart überlegen, dass sich EHCO-Torhüter Simon Rytz eine Trinkpause hätte gönnen dürfen. Und es gibt sogar auch Raum, die Kreativität auszuleben: Der wirblige EHCO-Ausländer Cason Hohmann heimst Szenenapplaus ein, indem er kurzerhand alle fünf (!) Langenthaler Feldspieler austanzt.

Schliesslich setzt EHCO-Teamplayer Bryce Gervais den offensiven Schlusspunkt zum 6:1, worauf das insgesamt erschreckend schwache Langenthal nur noch mit Philippe Rytz’ Treffer zum 2:6 zu antworten weiss.

Den Gegentreffer verarbeitet

Die Oltner waren schon furios in die Partie gestartet. Sie zeigten eines ihrer besten Startdrittel der laufenden Saison. Die Schussstatistik von 13:4 sprach Bände. Beinahe alle Oltner Offensivspieler durften sich dabei einmal im Abschluss versuchen. Erfolgreich waren aber nur Stürmer Cédric Schneuwly (2.) sowie Verteidiger Simon Barbero (11.) gewesen.

Nur, weil der EHCO deutlich mehr Kapital aus den ersten 20 Minuten hätte schlagen müssen. Denn so richtig brenzlig wurde es, als der SCL aus dem Nichts den Anschlusstreffer schoss. SCL-Rüegsegger hatte einen Philippe-Rytz-Schuss von der blauen Linie entscheidend abgelenkt (16.).

Der EHCO, bis zu diesem Zeitpunkt kaum defensiv beschäftigt, kam mit dem 1:2-Gegentreffer etwas von der Bahn ab und hatte das unerwartete Tor zuerst verarbeiten müssen.

Und als Verteidiger Stéphane Heughebaert auch noch einen Penalty verursachte, wurde es kurzzeitig still unter den 4057 Zuschauern im Kleinholz. Doch der SCL verpasste diese Chance zum Ausgleich, welcher der Partie wohl eine andere Note verpasst hätte.

Und so hatten die Oltner in der ersten Pause neue Kräfte gefunden. Lukas Haas erzielte nach 32 Sekunden des Mitteldrittels mit einem ansatzlosen Abschluss das 3:1 und den Schwung der Startphase zurückgeholt. Und vor Spielmitte hatte Silvan Wyss auf einen hervorragenden Hohmann-Pass im Powerplay noch auf 4:1 erhöht.

Als wäre der letztlich deutliche 6:2-Sieg gegen Erzrivale Langenthal nicht schon süss genug, kommt als Supplement die Eroberung der Tabellenspitze hinzu. La Chaux-de-Fonds verlor in Kloten 1:3.

«Das fühlt sich super an», sagte Chris Bartolone. «Ich schätze es ausserordentlich, wie die Mannschaft heute über 60 Minuten präsent war, gekämpft hat und miteinander erfolgreich war. Und ich habe gespürt, wie die Fans die Spieler zum Sieg getragen haben», sagte der EHCO-Trainer zufrieden.

Auf die Frage, ob er das Haar in der Suppe – an diesem Abend, bei dem alles so butterweich lief – finden würde, meinte er: «Oh ja, es war nicht alles gut. Wir haben noch immer zu viele Puckverluste, die wir uns in den Playoffs nicht erlauben dürfen. So überzeugend, wie wir zu diesem 6:2-Sieg gekommen sind, so einfach hätte es auch in die andere Richtung gehen können.»

Auch Silvan Wyss meinte bescheiden: «Wir sind wieder da, wo wir sein wollen. Es ist eine Genugtuung. Aber es bringt wenig, wenn wir nun an der Tabellenspitze sind und in der heissen Phase der Playoffs nicht mehr zueinanderfinden. Wir müssen weiter hart an uns arbeiten.»

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