Laufsport
«Die Situation schweisst uns noch mehr zusammen»: Organisatoren der Jura-Top-Tour kämpfen um Durchführung

Das Coronavirus machte der Jura-Top-Tour im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung. Dieses Jahr findet sie in abgeänderter Form aber wieder statt. Bei der Durchführung der Läufe ist deshalb Kreativität gefragt.

Nicolas Blust
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Der Tüfelsschlucht-Berglauf ist bislang der einzige Lauf der Jura-Top-Tour, der stattgefunden hat.

Der Tüfelsschlucht-Berglauf ist bislang der einzige Lauf der Jura-Top-Tour, der stattgefunden hat.

Bruno Kissling

Drei der geplanten vier Läufe der Jura-Top-Tour fielen dem Coronavirus bereits zum Opfer. Die weiteren geplanten Läufe sollen aber unter strenger Einhaltung der Schutzkonzepte durchgeführt werden. Das sagt zumindest Rolf Schoy, Präsident des Organisationskomitees:

«Wir haben das Gefühl, dass die restlichen Läufe stattfinden können.»

Nachdem im vergangenen Jahr lediglich einer von geplanten zehn Läufen stattfinden konnte, soll die Jura-Top-Tour dieses Jahr wieder in neuem Glanz erstrahlen. Aufgrund des Coronavirus bleibt es jedoch eine Herkulesaufgabe, die Herausforderungen für die Durchführung eines Berglaufs zu stemmen. Dabei müssen die Veranstalter kreativ werden.

Drei Varianten der Durchführung smöglich

«Es gibt drei Varianten, wie ein Lauf durchgeführt werden kann», sagt Rolf Schoy. Die erste Variante ist, dass der Lauf auf der Originalstrecke unter strengem Schutzkonzept durchgeführt wird. Dabei zeigten sich aber jüngst Probleme, als dem Gempen-Berglauf die Bewilligung vom Kanton verwehrt blieb. Bei der zweiten Variante muss eine Ersatzstrecke gefunden werden, bei der Start und Ziel am selben Ort sind.

Das verhindert die Problematik des Rücktransports von mehreren hundert Läufern. Sollten beide Varianten nicht umsetzbar sein, ist die letzte Möglichkeit, den Lauf virtuell durchzuführen. Dabei haben die Läufer ein definiertes Zeitfenster, indem sie in definiertem Zeitfenstern eigenständig die Strecke zurücklegen müssen.

Tüfelsschlucht-Berglauf dient als Vorbild

Wie das funktionieren kann, hat der Tüfelsschlucht-Berglauf Anfang Mai gezeigt. Anstatt dass der Lauf wie üblich am Freitagabend über die Bühne ging, hatten die Läufer das ganze Wochenende Zeit, die Strecke zu absolvieren. Damit wurde verhindert, dass grosse Menschenmengen entstehen, da die Läufer gestaffelt über das ganze Wochenende gestartet sind. So war es rund 300 Läuferinnen und Läufern möglich, den Berglauf zu absolvieren.

Der Tüfelsschlucht-Berglauf fand in veränderter Form statt. Die Läufer konnten die Strecke während des ganzen Wochenendes absolvieren.

Der Tüfelsschlucht-Berglauf fand in veränderter Form statt. Die Läufer konnten die Strecke während des ganzen Wochenendes absolvieren.

Bruno Kissling/Oltner Tagblatt

Dabei geht natürlich ein wichtiger Aspekt der Berglauf-Kultur verloren: die Geselligkeit. Normalerweise wurde ein absolvierter Berglauf unter den Teilnehmern gebührend im Festzelt gefeiert. Das ist momentan leider unvorstellbar. Das Feedback, das Rolf Schoy am Tüfelsschlucht-Berglauf erfahren hat, war trotzdem durchwegs positiv. «Die Leute waren froh, dass der Lauf überhaupt stattfinden konnte», sagt Schoy. Die Rückmeldungen spornten ihn weiter an, die restlichen Läufe abhalten zu wollen:

«Es war sehr eindrücklich, wie dankbar die Läuferinnen und Läufer waren.»

Die meisten sind einfach froh, überhaupt mal wieder an einem Anlass partizipieren zu dürfen.

Die restlichen sechs Läufe finden Stand jetzt statt. Für den Passwang-Bergaluf, der am 29. Mai ansteht, wurde bereits die Bewilligung erteilt. Statt um 16 Uhr startet der Berglauf bereits um 9 Uhr und findet auf einer 8,9 km langen Ersatzstrecke statt. Pro Minute darf ein Läufer auf die Strecke geschickt werden. Die weiteren Läufe sollen in ähnlichem Rahmen ablaufen.

Absagen führen zu Reglementsänderung

Da aber bereits drei Läufe abgesagt wurden, wurde auch das Reglement geändert. «Um als Finisher zu gelten, muss man neu nur vier der geplanten sieben Läufe absolviert haben. Sollten weitere Bergläufe ausfallen, kann das Reglement erneut angepasst werden», sagt Rolf Schoy.

Die Preise sowie das gratis Nachtessen, dass man als Finisher kriegt, werden an der Finisher Night vergeben. «Wir hoffen, dass wir die Finisher Night dieses Jahr durchführen können», sagt Schoy vorsichtig optimistisch. Um die Zukunft der Jura-Top-Tour macht sich Schoy indes keine Sorgen: «Die Situation schweisst uns noch mehr zusammen.» Zwar würden die Veranstalter in der jetzigen Situation kein Geld mit den Läufen verdienen, das sei aber sowieso nicht der Antrieb. «Die Gewinnmaximierung steht nicht im Vordergrund.»

Im Rahmen der Trophée de la Tour de Moron sollen dieses Jahr auch die Schweizer Meisterschaften stattfinden. «Es ist ein Vertrauensbeweis des Verbands, dass wir dieses Event dieses Jahr wieder durchführen dürfen», sagt Schoy. Das zeigt, dass der grosse Aufwand des Organisationskomitees honoriert wird. Die Meisterschaften sollen am 26. September abgehalten werden und die Jura-Top-Tour gebührend abschliessen. Noch unklar ist, wann und wo die Solothurner Berglauf-Meisterschaft stattfindet. Es ist aber wahrscheinlich, dass diese bei einem der Bergläufe der Jura-Top-Tour abgehalten wird.

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