Wer sich zu früh auf seinen Lorbeeren ausruhen will, der erlebt im Eishockey meistens ein böses Erwachen. So passierte das dem EHC Bucheggberg, der in der Playoff-Viertelfinal-Serie der 2. Liga die beiden ersten Spiele gegen den EHC Meinisberg gewinnen konnte und sich etwas zu früh im Halbfinal wähnte.

Es wurde nichts aus dem «Sweep», dem makellosen Durchmarschieren. Meinisberg zeigte sich am Samstagabend als willensstark und aggressiv. Die Seeländer gewannen die dritte Partie erstaunlich souverän mit 4:1. Die nächste Gelegenheit, sich für den Halbfinal zu qualifizieren, bietet sich Bucheggberg am Dienstag um 20.15 Uhr in der Bieler Arena.

Emotionen im Spiel

Optisch sah das zunächst gar nicht so schlecht aus. Bucheggberg dominierte die ersten Minuten deutlich. Doch dann gab es diese schnellen Konter und die Meinisberger genossen erstaunlich grosse Freiheiten. So brach Remo Altorfer auf dem rechten Flügel mit einem gut tempierter Pass durch. In der Mitte scheiterte dann aber Fabian Steiner alleine vor Goalie Matthias Rust. Doch als der erste Bucheggberger zwei Minuten absitzen musste, ging Meinisberg verdient in Führung.

Wenn es bereits im ersten Drittel zum ersten Handgemenge kommt, dann sind offensichtlich Emotionen im Spiel. Die Gäste aus Meinisberg liessen es ordentlich krachen und die Bucheggberger wollten sich dies nicht einfach so gefallen lassen. Schliesslich kennt man sich seit vielen Jahren und da will jeder «sein Revier» behaupten. Das Schiedsrichterduo zitierte in der ersten Pause Remo Altorfer und Mirco Blumenthal zu sich, um ihnen mehr Fairplay ins Gewissen zu reden.

Strafenflut im Mitteldrittel

Als Oliver Ingold in der 24. Minute verdient ausgleichen konnte, schien dies den EHC Bucheggberg zu genügen. Die Meinisberger reagierten heftig und nützten wiederum die grossen Freiheiten, die sie in ihrem Angriffsdrittel genossen. Postwendend hiess es 1:3. Und als Jan Junker gleich zu Beginn des Schlussdrittels das vierte Tor für den EHC Meinisberg schoss, war der Mist gekarrt.

Es war die Spätfolge einer Strafenserie aus dem Mitteldrittel. Zwar hatte Bucheggberg sogar eine Minute und zwanzig Sekunden doppelte numerische Unterlegenheit überstanden, aber Olivier Hojac war erst gerade als letzter auf dem Weg von der Strafbank zurück aufs Eis und konnte beim Tor zum 1:4 nicht mehr ins Spiel eingreifen.

Zu viel Energie ins Drumherum

Zweimal zappelte der Puck noch im Meinisberger Netz, aber beim ersten Mal war das Tor verschoben und beim zweiten Mal wurde der Treffer als «Kickgoal» eingestuft und nicht gezählt. Auf der Bank nahmen es die Bucheggberger erstaunlich gelassen hin.

Nicht so Trainer Gabriel Meer, welcher sich über mangelnden Einsatz ärgerte: «Den Matchpuck zu verwerten, das ist immer das Schwerste. Meinisberg hat nur noch eine Wahl, alles zu geben und auf Sieg zu spielen. Das haben sie gut gemacht und verdient gewonnen.» Es sei der Wille gewesen, der den Unterschied machte. «Es war der Kopf, der das Spiel entschieden hat. Sie machten mehr für den Sieg und wir haben geglaubt, dass es von alleine geht.»

Meer will seine Spieler nun wecken und auf den Boden der Realität zurückholen. «Ich bin überzeugt, dass wir uns für die Halbfinals qualifizieren werden, aber es geht nur, wenn jeder Dreck frisst und seine ‹Büetz› erledigt, auch wenn es hart wird. Wir werden ganz sicher unser Ziel erreichen, wenn wir unsere Energie wieder ins Spiel stecken und nicht ins Drumherum.»

Altstadt Olten steht im Playoff-Halbfinal

Mit 3:0 setzt sich der SC Altstadt Olten in der Viertelfinal-Serie gegen Lyss durch. Im zweiten Heimspiel lagen die Oltner nach den ersten zwanzig Minuten mit 2:3 im Rückstand. Kevin Kissling (26.) und Adrian Poggio (38.) – in Unterzahl – drehten die Partie im zweiten Drittel mit ihren Toren.

Im dritten Abschnitt erhöhte der SC Altstadt Olten den Vorsprung dank den Treffern von Manuel Brasser in der 42. und Cyrill Aeschlimann in der 49. Minute auf 6:3. Pascal Borner sorgte in der letzten Minute mit seinem fünften persönlichen Tor in dieser Serie für das 7:4-Schlussresultat. Damit revanchierte sich der SC Altstadt Olten beim SC Lyss für das letztjährige Ausscheiden. Im Playoff-Halbfinal wartet der EHC Rheinfelden. (RAW)