Die Aufregung nach dem knappen 5:4-Sieg nach Verlängerung war vor und in der Oltner Garderobe gross: Sowohl Verwaltungsratspräsident Marc Thommen wie auch Geschäftsführer Peter Rötheli kreuzten auf. Einen solchen Aufmarsch unmittelbar nach einem Spielende hat es zuletzt am 24. Januar 2017 gegeben, als Trainer Maurizio Mansi noch am selben Abend entlassen wurde.

Natürlich ist es an diesem Mittwochabend nicht so weit gekommen. Noch beruft sich der EHC Olten - völlig zurecht - darauf, dass mit 15 neuen Spielern noch nicht alles reibungslos verlaufen kann.

Und trotzdem war eine erneute Ansprache von Trainer Bengt-Ake Gustafsson in Anwesenheit der zuhörenden Personen der Klubführung in der Garderobe fällig. «Wir erlauben uns einfach zu viele Puckverluste. Und haben wir einen solchen verursacht, versuchen wir die Scheibe mit unerlaubten Mitteln zurückzugewinnen. Wir holen uns zu viele Strafen. Damit müssen wir einfach aufhören», sagte Gustafsson nach Spielende auf Nachfrage, was er dem Team mitgeteilt habe.

Gefährliches Selbstverständnis

Der EHC Olten kam ein weiteres Mal mit einem blauen Auge davon. Winterthur hatte den Siegtreffer vier Minuten vor Schluss sogar noch von den Oltnern auf der Schaufel serviert bekommen. Noch während eine Strafe gegen Tim Bucher angezeigt wurde, behielt EHCO-Torhüter Simon Rytz mit einer meisterhaften Reflex-Parade sein Team im Spiel, in dem er gerade noch rechtzeitig den Schoner ausfuhr und die Scheibe glücklich mit dem Schlittschuh sicherte. Es wäre wohl Winterthurs Siegtreffer gewesen.

Dabei nahm der EHC Olten das Spiel vorbildlich in Angriff: Verteidiger Marc Grieder brauchte nach herrlichen Zuspielen über vier Stationen mit Stapleton und Truttmann als Hauptakteuren im ersten Powerplay der Partie die Scheibe nur noch über die Linie zu spedieren (5.).

Und zehn Minuten später vollendete Ryan Vesce einen fantastischen Dreilinienpass von Tim Bucher zur Zweitoreführung. Es waren die wenigen offensiven Farbtupfer im Oltner Offensivspiel, welche die Spieler während der Baisse auf Besserung hoffen lassen sollten.

So schwebte fortan eine gefährliche Selbstverständnis eines ungefährdeten Sieges über dem Eis, auf welche Winterthur immer wieder über 60 Minuten hinweg mit einer Antwort aufzuwarten wusste. Anthony Staiger (17.) und Tim Wieser (21.) brachten die Gäste aus dem Nichts wieder zurück ins Spiel. Besonders der Ausgleichstreffer liess tief in die Seele der Oltner Defensive blicken, als Luca Zanatta mit einem stümperhaften Fehlpass hinter dem Tor den Gegentreffer verschuldete.

Es machte mit der Fortdauer der Partie immer wieder den Anschein, als würde sich der EHCO gefangen haben. Doch sowohl auf den satten Handgelenkschuss-Treffer von Tim Bucher wie auch auf Martin Ulmers sehenswertes 4:3-Tor hatten die Winterthurer in Person des ehemaligen NLA-Stürmers Adrian Wichser sowie Ausländer Marek Zagrapan – der in Tschechien schon an der Seite von Ex-Oltner Jiri Polansky stürmte – die Tore nach individuellen Fehlern der Oltner im Nu wieder wettgemacht.

Dank Simon Barberos Verlängerungstor kam der EHCO schliesslich doch noch zu zwei Punkten. In einem Spiel, in welchem mit ambitionierten Saisonzielen hätten drei Punkte Pflicht sein müssen.

Truttmann musste Spiel frühzeitig beenden

Von der Verletztenfront gibt es positive wie auch negative Meldungen: Stürmer Marc Sahli, bei welchem eine schwerwiegendere Knieverletzung aus dem Zuchwil-Spiel ausgeschlossen werden konnte, dürfte in den kommenden Tagen wieder einsatzfähig sein.

Das Spiel gegen Winterthur vorzeitig beenden musste hingegen Marco Truttmann. Er beklagte sich nach einem Zusammenstoss in Bandennähe über starke Schmerzen im Oberschenkelbereich und kam nach der zweiten Pause nicht mehr aus der Kabine. Er dürfte nach ersten Erkenntnissen am Freitag im Auswärtsspiel gegen Visp jedoch der Mannschaft wieder zur Verfügung stehen.

Aufgrund des personellen Engpasses in der Offensive leiht der EHC Olten Servette-Stürmer Nicolas Leonelli aus. Er spielte bereits letzte Saison für den EHCO und soll den verletzten Stürmer Devin Muller, der sich im Langenthal-Spiel eine Lungenquetschung holte und rund drei Wochen ausfallen wird, ersetzen.

Hier die Highlights des Spiels in einem Video:

Lesen Sie hier das Spiel im Liveticker nach: