Nicht weniger als 30 Spieler standen auf der Kaderliste des EHC Olten in den diesjährigen Playoffs, ehe man im Halbfinal nach 2:4 Siegen an Erzrivale Langenthal scheiterte und damit die Saisonziele deutlich verpasste. Von diesem breiten Kader verbleiben für die nächste Saison 14 Spieler.

Der EHC Olten machte an der einberufenen Pressekonferenz keinen Hehl daraus, die hochgesteckten Saisonziele verpasst zu haben. «Wir wollten Meister werden. Wir hatten viele Charaktere in dieser Mannschaft, viel Potenzial, konnten aber nicht liefern, wenn wir hätten liefern müssen», eröffnete Sportchef Marc Grieder.

Es ist nebst den finanziellen Aspekten ein wesentlicher Punkt, weshalb der EHC Olten zukünftig ein bedeutend anderes Gesicht haben wird, als er in dieser Saison 18/19 zeigte. Sportchef Marc Grieder will ein jüngeres Team mit hungrigen, talentierten Spielern, die «jeden Tag auf das Eis gehen, um besser zu werden und ihr Maximum ausschöpfen.» Erste Schritte dazu wurden bereits vollzogen.

Die Pressekonferenz des EHC Olten nach dem vorzeitigen Saisonende im Playoff-Halbfinal gegen Langenthal

Der Trainer

Der auslaufende Vertrag mit Trainer Chris Bartolone wird nicht verlängert. Der 49-jährige Italo-Amerikaner war die letzten drei Saisons beim EHCO engagiert, zunächst als Assistenztrainer, seit Februar 2018 als Headcoach.

Wer Bartolones Nachfolger wird, ist noch unklar: «Das wird ein sehr wichtiger Entscheid für den Klub, wir wollen uns dafür die nötige Zeit nehmen. Es wird sicher keine Hauruckaktion geben. Wir werden Kandidaten seriös prüfen», sagte Grieder.

Mit der Headcoach-Entscheidung verknüpft ist die Position des Assistenztrainers, weshalb die Zukunft des bisherigen Assistenten Michael Tobler noch offen ist. Damit verbleibt vom Coaching-Staff einzig Athletikcoach Thaddäus Schnider, dessen Vertrag um ein Jahr verlängert wurde.

Die Ausländer

Ebenfalls den Klub verlassen müssen die beiden Ausländer Bryce Gervais und Cason Hohmann. Insbesondere die Trennung von Hohmann ist überraschend, hat er doch in 54 Spielen 70 Skorerpunkte verbucht. Zum Verhängnis wird dem wirbligen Stürmer, dass er in den Playoffs von Spiel zu Spiel abbaute und nicht in der Lage war, den Stempel aufzudrücken und voranzugehen. Bryce Gervais entzückte mit seiner professionellen Einstellung und seinem ausgezeichneten Charakter, in dem er das Team stets in den Vordergrund rückte. Hätte er bloss mehr Kaltblütigkeit im Abschluss bewiesen, Gervais wäre gewiss prädestiniert für höhere Aufgaben.

So oder so: Eine der beiden Ausländerpositionen konnte bereits wieder besetzt werden. Weil sich der verpflichtete Importspieler aber noch mitten in der Saison befindet, will der EHCO den Vollzug «aus Respekt» noch nicht vermelden. Das Gerücht, es könnte sich um Rapperswils Ausländer Dion Knelsen handeln, hält sich hartnäckig.

Für den noch freien Ausländerposten hat Grieder klare Vorstellungen: Es soll wenn möglich ein rechter Flügel sein, ein Mitte-Zwanziger, der schon mal unter Leistungsdruck spielte und einen teamdienlichen Charakter ausstrahlt.

Die Abgänge

Nicht nur Trainer und Ausländer verlassen den EHC Olten. Tim Grossniklaus wechselt zu den SCL Tigers, Devin Muller und Ueli Huber spielen ab nächster Saison beim HC Ajoie. Getrennte Wege gehen die Powermäuse auch mit Joachim Vodoz sowie Stefan Mäder. Während sich Vodoz mit Verletzungen schwertat, konnte sich der Verein mit Mäder nicht über eine Vertragsverlängerung einigen.

Und dann sind da noch insgesamt vier (!) Rücktritte: Nachdem Tim Bucher und Cédric Schneuwly bereits vor Playoffstart ihren Entscheid bekanntgaben, taten dies nun auch der 29-jährige Torhüter Matthias Mischler und der 28-jährige Verteidiger Chris Bagnoud.

Die Torhüter

Als Ersatz für Torhüter Mischler hat der EHC Olten Silas Matthys verpflichtet. Der 26-Jährige durchlief die Juniorenstufen in Rapperswil-Jona, ehe er nach einer NLB-Saison bei Sierre im Jahr 2013 nach Nordamerika wechselte. Dort absolvierte er in der Trinity Western University fünf Spielzeiten. Vor der aktuellen Saison wechselte er zu den Ticino Rockets und bestritt für das Farmteam der beiden Tessiner Grossklubs 17 Partien.

Simon Rytz wird die Saison 19/20 als klare Nummer eins in Angriff nehmen. Grieder: «Silas Matthys ist sich seiner Rolle bewusst und akzeptiert diese auch. Ich erhoffe mir aber von ihm, dass er die Leistungen erbringen und einen gesunden Konkurrenzkampf herstellen kann.»

Die Verpflichtungen

Nebst der Verpflichtung von Silas Matthys hat der EHC Olten vier hoffnungsvolle Feldspieler-Talente verpflichtet. Bereits bekannt waren die Transfers der beiden Verteidiger Janis Elsener und Cédric Maurer. Die Zuzüge der EVZ-Academy entschieden sich gegen ein Angebot aus der National League und erhoffen sich beim EHC Olten, einen Schritt in ihrer noch jungen Karriere voranzukommen. «Das zeigt, dass wir hier in Olten sehr vieles bereits richtig machen», so Grieder.

Verpflichtet wurden zudem die beiden jungen Stürmer Michael Rudolf und Jérôme Lanz. Der 23-jährige amerikanisch-schweizerische Doppelbürger Rudolf erlernte das Hockey-ABC in den USA, via dem Team Colby College stiess er zur EVZ Academy, bei der er zum Stammkader zählte und 42 Spiele absolvierte.

Jérôme Lanz kennt hingegen das Kleinholz bereits bestens, ist quasi ein Eigengewächs. Er absolvierte 2008 die Juniorenstufe Mini B beim EHC Olten, kämpfte sich daraufhin in Basel als Junior in die erste Mannschaft. In dieser Saison zählte er ebenfalls zum Stammkader der Zuger Akademiker und bestritt 41 Spiele. Grieder: «Sie haben mich überzeugt mit ihrem gradlinigen Spiel. Sie beherrschen es, das Spiel schnell zu machen.»