Die mit den roten Trikots stemmen den Pot in die Höhe und lassen sich in der proppenvollen Malley von 8655 Anhängern feiern. Die in den weiss-grünen Trikots stehen dagegen mit hängenden Köpfen auf dem Eis. Für einmal hat es der EHC Olten in dieser Saison nicht geschafft, sich aus einer Rücklage zu befreien. Für einmal muss sich das Stehaufmännchen, das schon mit so vielen Aufholjagden Freude bereitete, definitiv geschlagen geben.

Der HC Lausanne gewann am Dienstagabend zu Hause in einem Stadion, das 60 Minuten feinste Playoff-Stimmung bot, auch das vierte Playoff-Finalspiel gegen die Powermäuse 5:4 und hat damit in nur vier Spielen den NLB-Meistertitel nach 2009/10 wieder in die Stadt am Genfersee geholt. Es ist bereits der siebte Titel, den der HC Lausanne feiern kann.

Der Genickbruch aus Oltner Sicht kam zum Auftakt des Schlussabschnitts: In doppelter Überzahl gestartet – Roman Schild und Philipp Wüst holten sich noch vor Ablauf des zweiten Drittels gleichzeitig eine Strafe – benötigte der LHC gerade mal 29 Sekunden, um das 4:3 zu markieren. Florian Conz war es vorbehalten, die Waadtländer Angriffsbemühungen in ein Tor zu verwandeln. Und nur zwei Zeigerumdrehungen später doppelte Paul Savary zum 5:3 nach. Im Anschluss überstand der LHC auch eine 70 Sekunden andauernde doppelte Überzahl des EHCO unbeschadet. Es schien, als liesse er sich die Butter nicht mehr vom Brot und den NLB-Meistertitel nicht mehr aus den Händen nehmen.

Olten bot dem Ligakrösus die Stirn

Oder doch nicht: In der 53. Minute erzielte Derek Cormier in Überzahl den Anschlusstreffer. Ein brandgefährlicher Schuss von Martin Wüthrich und zwei ebenfalls heisse Soloaktionen von Diego Schwarzenbach und Philipp Wüst zeigten in der Folge, dass der EHCO beileibe noch an seine Chance glaubte. Aber mit dem Schlusspfiff des Schiedsrichters und den Begeisterungsstürmen der lautstarken LHC-Fans, die an diesem Abend einzig gekommen waren, um den NLB-Titel zu feiern, wurden die letzten Hoffnungen Oltens zunichte gemacht.

Wie auch schon in den vorangehenden drei Spielen boten die Oltner dem Ligakrösus während 60 Minuten die Stirn, wurden aber am Ende wiederum schlecht für ihre Bemühungen und ihren starken Auftritt belohnt. In den ersten 40 Minuten konnte sich denn auch keines der beiden Teams einen Vorteil verschaffen: Zweimal konnte der EHC Olten im ersten Drittel gar die Führung übernehmen: Zuerst eröffnete in der 5. Minute Altstar Paul Di Pietro etwas überraschend das Score mit einem Schlenzer.

Und nachdem Lausanne im Powerplay durch einen abgelenkten Schuss von Codey Bürki zum verdienten Ausgleich kam (13.), stellte Roman Schild nach einem schön vorgetragenen Powerplay den Vorsprung für die Powermäuse wieder her. Aber auch dieser sollte nicht lange halten: Zwei Zeigerumdrehungen nach dem EHCO-Treffer ertönte in der proppenvollen Malley wieder lautstarkes Jubelgeschrei: Daniel Corso glich für seine Farben zum 2:2 aus.

Roman Schild mit zwei Treffern

Zwei leichtfertige Strafen wegen Hakens vonseiten des EHCO (Hirt, Sertich) bescherten den Gastgebern in der 29. Minute eine doppelte Überzahl. Diese Chance liessen sich die Waadtländer nicht entgehen. Mit einem satten Schuss versorgte Jérémie Kamerzin die Scheibe im Oltner Tor zur erstmaligen LHC-Führung.

Wer glaubte, dass dies den Gästen nun den Schnauf nehmen würde, sah sich getäuscht. Nachdem Philipp Wüst vorerst eine Grosschance vergeben hatte, brachte Schild sein Team mit seinem zweiten persönlichen Treffer zum 3:3 wieder ins Spiel. Am Ende aber hinderte auch diese Mini-Aufholjagd den LHC nicht daran, seinen vierten Sieg und den Titel ins Trockene zu bringen.