Grösser hätte der Unterschied der Gefühlswelten am Freitagabend in der Oltner Giroud-Olma-Halle kaum sein können. Hier die lachenden Fribourg-Spieler, die ausgelassen den eben realisierten Aufstieg in die Nationalliga B feiern, auf der anderen Seite die bitter enttäuschten Akteure von Unihockey Mittelland.

Während bei manchen gar die Tränen flossen, zeigt sich Sportchef Jürg Merian auch vier Tage nach der entscheidenden 4:5-Niederlage in der Auf-/Abstiegsplayoffserie gegen die Romands ziemlich gefasst. «Die Zeit heilt Wunden. Der Abstieg ist kein Weltuntergang», sagt Merian.

Kontakt mit der Mannschaft habe er seither keinen gehabt – mit Ausnahme seiner beiden Söhne Timon und Severin. «Sie haben es, wie ich, mit Fassung getragen», erzählt Merian.

Abhängig von Leaderfiguren

In der Tat hat sich das Scheitern von Unihockey Mittelland abgezeichnet. Nach der Qualifikationsphase, die UM auf dem zwölften und letzten Platz abgeschlossen hatte, zog man auch in den Playouts gegen Davos-Klosters den Kürzeren. Schliesslich wiederholte sich im Vergleich mit Fribourg das Bild stets von vorne: Die Mittelländer waren zwar oft nahe am Erfolg, letztlich fehlte aber der entscheidende Schritt, um nicht mit leeren Händen dazustehen.

«Wir waren zu stark von den Leaderfiguren wie Samuel Schneiter oder den Mucha-Brüdern Dominic und Manuel abhängig, die über die gesamte Saison ihr Niveau nicht wie in der Spielzeit zuvor abrufen konnten», liefert Jürg Merian eine der Ursachen des Abstiegs.

Manuel Mucha (Bild) und sein Bruder Dominic konnten diese Saison ihr Potenzial nicht abrufen.

Manuel Mucha (Bild) und sein Bruder Dominic konnten diese Saison ihr Potenzial nicht abrufen.

Der Projektleiter aus Strengelbach gibt sich dabei selbstkritisch. «Ich hatte mehr von ihnen erwartet und die Situation falsch eingeschätzt.» Neben der vorzeitigen Vertragsauflösung mit dem Finnen Otto Valavuo, der gemäss Merian mehr Problem- denn Verstärkungsspieler war, bekundete UM auch Pech mit Verletzungen.

«Zudem ist es Trainer Renato Wyss nicht gelungen, das oft stark reduzierte Kader für die entscheidenden Spiele vorzubereiten. Es hatte auch eine gewisse Führungsabnützung in den letzten Jahren stattgefunden», sagt Merian.

Ungewisse Zukunft der Mucha-Brüder

Deshalb wollen die UM-Verantwortlichen die Gelegenheit nutzen und ein neues Kapitel aufschlagen. Neben dem bereits bekannten Trainerwechsel von Wyss zu Michel Bieri verlassen Samuel Schneiter sowie die beiden Esten Mats Tamme und Roman Pass UM, zudem schliesst sich Cyrill Ziegler der zweiten Mannschaft an.

Wie die Zukunft der Mucha-Brüder aussieht, ist noch offen. «Mit ihnen werden wir das Gespräch suchen», sagt Jürg Merian. Der Sportchef verlangt von allen Beteiligten in den kommenden zwei Wochen eine klare Aussage, damit das Sichtungstraining Ende April entsprechend genutzt werden und Michel Bieri am 29. Mai seine Arbeit mit dem neuen UM-Kader aufnehmen kann.

«Wir wollen die jungen Spieler motivieren und mit ihnen ein eigenes Team mit 1.-Liga-Niveau bilden. Sie sollen wieder Freude an der Mannschaft und Lust aufs Training haben», erklärt Merian.

Generationenwechsel einleiten

Eine Rückkehr in die Nationalliga B steht momentan nicht im Vordergrund. Stattdessen befinde sich UM in einer Stabilisationsphase, in der man die Früchte der gut geführten Nachwuchsabteilung mit über 180 Junioren ernten will. «Wir wollen einen sorgfältigen Generationenwechsel durchziehen und eine starke Mannschaft mit gutem Teamgeist aufbauen», sagt Jürg Merian.