Swiss League

Mit einer Fehler-Orgie ins Verderben: Der EHC Olten unterliegt dem SC Langenthal 4:5 nach Verlängerung

Ein nervöser EHC Olten startet schlecht in die Playoff-Serie gegen den SC Langenthal: Die Oltner erlauben sich zu viele Fehler und verlieren im Kleinholz in der Overtime mit 4:5.

73 Sekunden der Verlängerung sind absolviert, da kullert die Scheibe nach einer Aneinanderreihung individueller Fehler EHCO-Torhüter Simon Rytz zwischen den Beinen hindurch über die Torlinie – es ist der entscheidende 4:5-Gegentreffer, mit welchem Aussenseiter Langenthal das Break perfekt macht und in der Viertelfinal-Serie 1:0 in Führung geht.

Dieser Schlusspunkt durch Langenthals Dario Kummer passte zu einem Abend, an dem nicht viel zugunsten der Oltner lief. Der EHC Olten hinterlässt zum Auftakt der Playoffs vielmehr unzählige Fragen.

Er zeichnet bei weitem nicht das Bild eines Favoriten, der vor dem heimischem Publikum mit 3115 Zuschauern mit grösster Überzeugung und ungebrochenem Selbstvertrauen am Werke ist. Und er schafft es auch nicht, das Selbstverständnis auf das Eis zu bringen, dem Gegner sein dominantes Spiel aufzuzwingen, das er in den vergangenen Monaten aufgebaut hat.

Von der offensiven Kreativität und insbesondere der defensiven Stabilität war ausgerechnet zum Playoffstart nicht viel zu sehen. Stattdessen startet der EHC Olten mit einer Nervosität, die er nie komplett ablegen vermag. Das zeigt sich erstmals in den Startsekunden und manifestiert sich in den Folgeminuten, in denen die Oltner aus dem Nichts zu einer doppelten Überzahlsituation kommen und die grosse Chance haben, das Spiel in die richtigen Bahnen zu leiten. Doch die Powermäuse vermögen daraus keinen Profit schlagen.

Die nutzlosen Streiche von Nunn und Knelsen

Es ist Stürmer Silvan Wyss, der dennoch das Spiel positiv gestalten kann. Er, der lange Zeit der einzige Oltner ist, der den Schalter rechtzeitig in den Playoffmodus umstellen konnte. Aus der Drehung schliesst er ab und bringt die Scheibe via Pfosten im Tor unter.

Die unzähligen Fehler, die das Oltner Spiel prägen, können die nervösen Oltner auch mit der Führung im Rücken nicht abschalten. Vor allem im Aufbauspiel tut sich der EHC Olten schwer und verliert die Scheibe viel zu oft, noch bevor der erste Pass gespielt wurde.

Auch nach dem Ausgleich Langenthals und Horanskys 2:1-Führung liessen die Powermäuse die Souveränität eines Playofffinal-Anwärters vermissen. Erst bestraften die Langenthaler einen miserablen fliegenden Wechsel eiskalt (23.), worauf die Oltner auch noch Kummer im Slot gewähren liessen, sodass dieser unbedrängt seinen Stock zurechtrücken konnte, um den Schuss abzulenken (25.).

Es dauerte über zehn Minuten, bis sich der EHCO von diesem Doppelschlag und der Wende Langenthals erholte, ehe Garry Nunn mit einem spektakulären Penalty wieder Leben ins Kleinholz einhauchte.

Doch von der Klasse Nunns offensichtlich beflügelt, erwies nur 30 Sekunden später Verteidiger Sartori seinem Team einen Bärendienst, als er sich durch die neutrale Zone tanken wollte, dabei aber die Scheibe verlor und den Gegenstoss zum abermaligen 3:4-Rückstand einleitete.

So brauchte es einen zweiten Streich, um sich erneut ins Spiel zurückzukämpfen: Topskorer Dion Knelsen entwischte in Unterzahl, deckte die Scheibe gegen zwei Gegenspieler hervorragend ab und netzte sehenswert per Backhand ein.

Doch es nützte letztlich nichts. Weil der EHC Olten eine grosse Portion Cleverness vermissen liess und sich wegen einer Fehler-Orgie selber ins Verderben stürzte.

Trainer Fredrik Söderström zeigte sich nach dem miserablen Playoffstart enttäuscht, aber gefasst. In seiner Spielanalyse meinte er: «Die Lösung für unsere Fehler ist nicht, harter zu arbeiten, sondern smarter zu sein. Wir werden uns heute über diese Niederlage nerven, um dann zurückzuschlagen.»

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