1. Liga

Mit einem Geschenk ruiniert sich Solothurn die weisse Weste

Für einmal blieb auch FCS-Goalgetter Loïc Chatton ohne Erfolgserlebnis.

Für einmal blieb auch FCS-Goalgetter Loïc Chatton ohne Erfolgserlebnis.

Der FC Solothurn rennt auswärts beim FC Wohlen über 70 Minuten lang einem Rückstand erfolglos hinterher. Das 0:1 ist die erste Pflichtspielniederlage des Teams von Trainer Jürg Widmer in dieser Saison.

Zum Abschluss der ersten englischen Woche büsste der FC Solothurn seine weisse Weste in Wohlen ein. Die erste Saisonniederlage ist ärgerlich für den FCS, weil die Entscheidung bereits in der 18. Minute fiel. Sie war ein Geschenk. Aussenverteidiger Kohler verdribbelte sich in der Vorwärtsbewegung und verlor den Ball an Schiavano. Der Aussenläufer bediente Lugo im Zentrum. Gegen dessen Flachschuss nach rechts war Solothurn-Hüter Wagner machtlos. «Einem Goal geht immer ein Fehler voraus, wir werden die Lehre daraus ziehen», sagte Solothurns Trainer Jürg Widmer.

Dass es bei diesem Resultat blieb, ist der Tatsache geschuldet, dass die Chancenauswertung der Rot-weissen seit Saisonbeginn ein Manko ist. Der erste Torschuss ging auf das Konto der Aargauer. Schiavano schoss Wagner in die Hände (7.). Zwei Minuten später verpasste Chatton vor dem freien gegnerischen Tor auf Zuspiel Mathys’ die Führung. Den nächsten Abschluss löste wieder Mathys aus. Er spielte steil den mit grossem Speed in den Strafraum eindringenden Chatton in den Slot. Wohlen-Schlussmann Joos lenkte den Ball mit der Hand über die Latte (16.).

Nach dem fatalen Verlusttor blieb die Reaktion der Solothurner nicht aus. Mast zwang Joos zu einer Flugparade (20.). Wieder bereitete Mathys Chatton einen Vorstoss vor. Diesmal verhinderte Joos mit einem sauberen Tackling den Gästetreffer. Nachdem sich Innenverteidiger Muslin verschätzte, verpasste Mast mit seiner Direktabnahme links knapp (32.). In der 39. Minute lief Mast nach einem Laufduell mit Künzli auf Joos auf. Mathys’ Kopfball auf Flanke Masts flog über die Latte (43.). Joos vermochte ein weiteres Mal vor Chatton klären. Passgeber war Philippe Gerspacher (44.).

Die Freiämter gaben in der ersten Hälfte Takt und Tempo vor. Den hohen Rhythmus nahmen die Gäste an. Sie kamen gegen die gut organisierten Aargauer dank Gegenstösse zu Möglichkeiten. «Wir wurden nicht belohnt für unseren immensen Aufwand. Die Leistung stimmte, wir haben gekämpft und gefightet», hielt Widmer fest. Das Umschaltspiel funktionierte beidseits gut. Beide Teams trugen zu einem animierten, hochstehenden Spiel bei.

Nachdem Balaj in der 49. Minute den rechten Pfosten traf, begannen die Solothurner optisch zu dominieren. Zwar nicht mehr so zahlreich wie in der ersten Hälfte, bereiteten sie weitere Tormöglichkeiten vor. Kohlers Flankenschuss konnte Joos für einmal nicht halten, ebenso wenig Chatton von diesem Patzer profitieren (51.). Auf dem nassen Terrain glitt Chatton im Wohlener Strafraum aus, löste aber den achten Eckstoss aus (65.). Gegen Mathys war Joos innert drei Minuten zweimal erfolgreich: Zuerst hielt er dessen Schuss (81.), dann lenkte er den Kopfball mit einer Superparade zum zehnten Eckstoss ab (84.).

Positive Bilanz nach sechs Spielen mit elf Punkten

Die Schlussphase mit der fünfminütigen Nachspielzeit gestaltete sich hektisch. Glück hatten die Platzherren nach einer Freistoss-Dublette von Mathys aus 20 bzw. 17 Metern. Schliesslich führte diese Szene zum 11. Eckball (93.). Die Solothurner unternahmen in der zweiten Halbzeit alles für eine Resultatverbesserung. Doch die konzentrierten Offensivbemühungen blieben fruchtlos. Die entscheidende Lücke konnte nicht geöffnet werden.

«Die zweite Halbzeit dominierten wir klar und jetzt ist ein Viertel vorbei und wir können mit elf Punkten aus sechs Spielen eine positive Bilanz ziehen», sagte Widmer. Wohlen konzentrierte sich auf die Defensive. Die Einheimischen standen kompakt, machten die Räume dicht. Für ihre Kontrahenten gab es kein Durchkommen. Es gelang ihnen, den Sieg über die Zeit bringen.

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