Nach der erneuten 1:4-Niederlage und dem 2:3-Rückstand in der Serie gegen Langenthal waren die Meinungen bei den kritischen EHCO-Anhängern gemacht: Wer diese fünfte Partie im Kleinholz nicht für sich entscheidet, wird den Final bloss vom Hörensagen erleben. Eine weitere Niederlage würde das vorzeitige Saisonende bedeuten.

Doch davon wollte das Team am Tag danach im Morgentraining nichts wissen. Die Stimmung im Team? Sie war selten so gelöst. Die Körpersprache der Spieler? Als wäre der EHC Olten am Mittwochabend 3:2 nach Siegen in Führung gegangen.

Es hat im Training, das ganz im Zeichen von aktiver Regeneration und den Special Teams stand, auch Platz für Spässchen und den einen oder anderen Streich. Die Botschaft ist klar: Eishockey soll auch mit dem Rücken zur Wand Spass machen.

«Auf jeden Fall», entgegnet EHCO-Captain Lukas Haas wenige Stunden nach der Klatsche darauf angesprochen. «Ich bin heute gerne ins Training gekommen und habe mit einem guten Gefühl die Ausrüstung angezogen. Es geht jetzt um Leben oder Sterben. Ich bin zuversichtlich: Mit Entschlossenheit, Leidenschaft, Feuer und Herz packen wir es», sagt Haas aufgeschlossen.

Er lobt das Team: «Jeder Einzelne ist hier nach wie vor topmotiviert. Jeder trägt eine super Einstellung auf sich. Das zeigt, dass wir eine intakte Mannschaft haben.»

Der EHCO-Captain ging im fünften Spiel voran, liess so viel Leidenschaft und Herz auf dem Eis wie schon lange nicht mehr.

«Wir haben am Mittwoch ein gutes Spiel gezeigt. Im letzten Drittel haben wir vielleicht fast zu stark den Ausgleich gesucht, waren zu ungeduldig und wurden ausgekontert», bedauert er.

«Nichtsdestotrotz sind wir noch immer in dieser Serie dabei. Es ist noch überhaupt nichts entschieden. Gewinnen wir die Partie in Langenthal, gehen wir mit Überhand in das siebte Spiel.»

Im Abschluss kaltblütiger sein

Was braucht es denn heute Abend (Schoren, 19.45 Uhr), sich zurück in die Serie zu spielen? Es kommt bei Haas wie aus der Pistole geschossen: «Ganz einfach: Wir müssen endlich diesen Auswärtssieg holen», sagt er und schmunzelt. «Wir müssen eigentlich das erste Drittel auf das gesamte Spiel adaptieren: Aggressiv, druckvoll, überzeugend die Zweikämpfe gewinnen und halt etwas kaltblütiger im Abschluss sein.»

Der Puck wollte einfach nicht ins Tor: Hier scheitert Oltens Lukas Haas an Langenthal-Goalie Philip Wüthrich.Marc Schumacher/fresfocus

Der Puck wollte einfach nicht ins Tor: Hier scheitert Oltens Lukas Haas an Langenthal-Goalie Philip Wüthrich.Marc Schumacher/fresfocus

Bestärkt wird Haas von Teamkollege Tim Grossniklaus: «Langenthal war die viel effizientere Mannschaft. Wir müssen über 60 Minuten hinweg entschlossen sein, Zug auf das Tor haben, jede Scheibe auf das Tor bringen und dem Torhüter die Sicht nehmen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt», sagt EHCO-Verteidiger Grossniklaus, der selber seiner gewohnten Form seit der Vertragsunterzeichnung bei den SCL Tigers etwas hinterherrennt.

An der Motivation fehle es niemandem, sagt er: «Wir gehen Schritt für Schritt an. Wir wollen am Sonntag unbedingt wieder im Kleinholz spielen», sagt er. Und wer dann das Momentum auf seiner Seite hätte? Es dürfte wohl tatsächlich der EHC Olten sein.

Im Oltner Line-up dürfte sich heute Abend im Vergleich zum Spiel fünf kaum eine Veränderung ergeben. Sowohl Stürmer Marco Truttmann wie auch Verteidiger Daniel Eigenmann trainierten wiederum im roten «Kein-Kontakt»-Dress. Wobei bei Eigenmann ein Comeback nicht undenkbar erscheint. Sollte er grünes Licht erhalten, könnte er entweder Tim Bucher oder Clarence Kparghai, der mit seiner unglücklichen Strafe am Ursprung der dritten Niederlage stand, ersetzen.