Nach den schwachen Heimspielauftritten gegen Langenthal, die EVZ Academy und am Sonntag gegen Martigny scheint eine grosse Misstrauenswolke über dem Oltner Kleinholz zu liegen. Als wäre das Team von Trainer Maurizio Mansi vor dem eigenen Anhang nicht dem immensen Druck aus dem Umfeld gewachsen, resultierten zuletzt drei Heimpleiten.

Das Gegenteil ist auf fremdem Terrain der Fall: In neun Auswärtsspielen musste sich der EHC Olten lediglich von Rapperswil-Jona geschlagen geben.

Auch am Dienstag zeigte sich der EHCO als Gast präsenter als noch zwei Tage zuvor bei der 2:3-Heimpleite gegen Martigny.

Doch es wollte sich nicht auf das Matchblatt niederschlagen, sodass sich die Powermäuse gegen Martigny wiederum nur einen Punkt gutschreiben lassen können.

Dabei startete der EHC Olten furios in die Partie: Bereits nach 69 Sekunden stand es 2:0 für die Gäste! Martin Ulmer grub in der Ecke die Scheibe aus, verzögerte gekonnt den Abschluss bis in den Slot und düpierte Martigny-Torhüter Reto Lory. Ulmer unterstrich mit seinem fünften Tor im vierten Spiel seine derzeitige Bestform. Und nur 16 Sekunden später doppelte Philipp Wüst nach einem aufsässigen Vorchecking von Hirt und Schneuwly nach.

In der Folge versuchte Martigny die läuferische Unterlegenheit mit schnellen, gefährlichen Schüssen von der blauen Linie zu kompensieren. Doch so schnell die Platzherren das Spiel aus der Hand zu geben schienen, so rasant fanden die Walliser zurück in die Partie, während Olten allmählich stark abbaute. Innert einer Minute glichen Fischer und Balej aus (25.).

In der Schlussphase drückte Martigny nochmals aufs Tempo. Mit viel Moral - und nicht zuletzt hervorragenden Paraden von Torhüter Dominic Nyffeler - retteten sich die Oltner in Unterzahl spielend über die reguläre Spielzeit.

30 Sekunden vor Ende der Verlängerung hätte der EHC Olten alles klar machen können: Truttmann, von Gedig lanciert, scheiterte erst alleine an Torhüter Lory und vergab in der Folge eine 3:1-Situation kläglich. So sicherte sich Martigny im Penaltyschiessen mit drei kunstvollen Penaltys den Zusatzpunkt.

«Wir hatten ab dem Mitteldrittel zu viele Puckverluste und kamen dann von unserem Gameplan ab - dafür wurden wir hart bestraft», bilanzierte EHCOCoach Maurizio Mansi nach dem Spiel und verwirft enttäuscht die Arme: «Der Puck will zurzeit nicht auf unsere Seite springen - das ist Pech.»

«Trutti» vor Vertragsverlängerung

Trotz der missglückten Revanche gibt es neben dem Eis erfreuliche Nachrichten zu vermelden: Alles deutet daraufhin, dass der Vertragspoker um Marco Truttmann für den EHC Olten ein positives Ende zu nehmen scheint.

Der beste Schweizer EHCO-Skorer hat in diesen Tagen nach den Verhandlungsgesprächen einen Vertrag über die nächsten drei Jahre zur Unterschrift vorgelegt erhalten.

Das «Oltner Tagblatt» weiss: Das Angebot ist für die NLB derart hoch dotiert, dass «Trutti» eine Verlängerung des Kontrakts nicht ausschlagen kann.

Klar ist: Truttmann tut gut daran, seine Zukunft in den nächsten Tagen zu bestimmen, sodass er wieder zu alter Stärke zurückfindet. Jene Stärke, die dem goldigen Vertrag entspräche.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Yann Schlegel:

Red Ice Martigny - ECH Olten