Landhockey
Wie die Teenager-Bande des HC Olten auf dem Thron gelandet ist

Es ist ein Triumph, mit dem man nicht wirklich rechnen durfte. Doch die Frauen des HC Olten holten am Sonntag in Genf den erst zweiten Feld-Meistertitel der Vereinsgeschichte. Mit einer Equipe, deren Durchschnittsalter gerade mal 18 Jahre beträgt.

Marcel Kuchta
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Die frisch gebackenen Meisterinnen des HC Olten. Hinten (v.l.): Captain Steffi Weber, Lot Schoemaker, Nora Wintenberger, Sina Muggli, Dunja Härtsch, Nina Buri, Lea Kim, Jana Grütter, Dshamilja Tiscenko, Coach Marcus Ventar. Vorne (v.l.): Torhüterin Hanna Studer, Sofia Thüring, Ursina Fazis, Anja Buri, Diana Hoxhaj, Sophie Guggisberg, Flurina Conz.

Die frisch gebackenen Meisterinnen des HC Olten. Hinten (v.l.): Captain Steffi Weber, Lot Schoemaker, Nora Wintenberger, Sina Muggli, Dunja Härtsch, Nina Buri, Lea Kim, Jana Grütter, Dshamilja Tiscenko, Coach Marcus Ventar. Vorne (v.l.): Torhüterin Hanna Studer, Sofia Thüring, Ursina Fazis, Anja Buri, Diana Hoxhaj, Sophie Guggisberg, Flurina Conz.

Zvg / Oltner Tagblatt

1:1 stand es im Finalspiel um den Schweizer Meistertitel bei den Frauen nach der regulären Spielzeit zwischen dem HC Olten und dem hoch favorisierten Rotweiss Wettingen. Das Penaltyschiessen musste als dramatischer Höhepunkt über Sieg und Niederlage entscheiden. Und da lagen die Nerven auf beiden Seiten blank. Die beiden Torhüterinnen wehrten 13 Versuche ab. Die Oltnerin Hanna Studer zeigte eine Parade nach der anderen – wie sie es schon während des ganzen Spielverlaufs getan hatte. Studer ist 16 Jahre alt, genau so wie HCO-Stürmerin Flurina Conz. Und Conz war es, die Penalty Nummer 14 verwandelte und damit für die Entscheidung sorgte.

Dass zwei der jüngsten Oltner Spielerinnen unmittelbar in den Titelgewinn involviert waren, passte zu diesem unerwarteten Schlussfurioso. Die von Captain und Nationalspielerin Steffi Weber sowie den beiden Routiniers Nora Wintenberger und Lot Schoemaker psychologisch geschickt und herzlich geführte Teenager-Bande landete dort, wo man sie nicht wirklich erwarten durfte: Auf dem Meisterthron.

Der Freudentanz nach dem Titelgewinn.

Der Freudentanz nach dem Titelgewinn.

Zvg / Oltner Tagblatt

Sehr viele Talente und ein Coach, der das Team formt

Doch wie kann sich eine Equipe, deren Durchschnittsalter gerade mal 18 Jahre beträgt, auf höchstem nationalen Niveau an der Spitze behaupten? «Man muss sehen, dass der Kern dieser Mannschaft schon seit vielen Jahren erfolgreich zusammenspielt», erklärt HCO-Medienchef René Buri. Trotzdem: Ohne eine ganze Reihe von routinierten Spielerinnen, die wegen der unsicheren Corona-Lage in dieser Saison eine Auszeit nahmen (wie übrigens auch bei Rotweiss Wettingen) brauchte es aussergewöhnliche Leistungen, um nicht nur an der Spitze mitzuhalten, sondern sich letztlich gar noch durchzusetzen.

Die Pokalübergabe in Genf.

Die Pokalübergabe in Genf.

Zvg / Oltner Tagblatt

«Wir haben zweifellos eine ganze Reihe sehr junger, extrem talentierter Spielerinnen», unterstreicht Buri und hebt auch die Arbeit von Chefcoach Marcus Ventar heraus: «Er hat das Team hervorragend auf den Gegner eingestellt. Und es auch geschafft, die Frauen auf den Punkt zu motivieren.» So soll der Bayer, der übrigens auch schon in Diensten von Rotweiss Wettingen gestanden hat, das treffende Bild einer Torte gezeichnet haben, die man zusammen während der letzten Monate gebacken habe. Am Finalturnier in Genf wolle man nun «das Sahnehäubchen auf die Torte setzen». Das ist den Oltner Frauen auf eindrückliche Art und Weise gelungen.

Angesichts des sehr jungen Durchschnittsalters der Equipe darf man sich aus Sicht des HC Olten auf ein paar erfreuliche Jahre einstellen. Es hat einige hochkarätige Talente in der Pipeline. Und auch kurzfristig sind die Aussichten verlockend. Im Sommer werden auch wieder die arrivierten Spielerinnen in den Kader zurückkehren, was die Auswahl von Coach Ventar vergrössern wird.

Nächste Saison auf europäischer Ebene im Einsatz

Mit dem klaren 6:0-Halbfinalerfolg gegen Luzern hatten sich die Oltnerinnen nicht nur für den Final gegen Serienmeister Rotweiss Wettingen qualifiziert, sondern auch bereits für den Europacup. «Für unsere jungen Spielerinnen wird das in der kommenden Saison ein besonders Erlebnis sein», unterstreicht Buri. Die Männer des HC Olten waren übrigens ihrerseits bereits im Halbfinal an Rotweiss gescheitert (2:5). Doch auch sie leisteten noch einen wertvollen Beitrag als Fans beim Frauenfinal – und vor allem anschliessend bei den Festivitäten.

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