Swiss League

Knapper Sieg trotz schwachem Mitteldrittel: Der EHC Olten gewinnt 5:4 gegen Winterthur

Am Ende wurde es eine unnötige Zitterpartie. Aber der EHC Olten sicherte sich dann doch die drei (Pflicht-)Punkte gegen den EHC Winterthur. Der Kanadier Dion Knelsen (1 Tor/3 Assists) war düe überragende Figur aufseiten der Powermäuse.

Als Michael Rudolf in der 25. Minute die schöne Vorarbeit von Alban Rexha zum 3:0 für den EHC Olten verwertete, da stellte sich im Kleinholz eigentlich nur noch die Frage, wie hoch der Sieg der Powermäuse gegen den schwachen EHC Winterthur ausfallen würde. Zu überlegen waren die Oltner, zu überfordert das Kellerkind aus dem Kanton Zürich.

Dummerweise nisteten sich angesichts des klaren Vorsprungs und der dominanten Spielweise auch in den Köpfen der EHCO-Spieler allerlei schlechte Eigenschaften ein. ­Allen voran die Sorglosigkeit. Vor dem gegnerischen Tor wurde man immer verspielter und weniger zielstrebig. Und – viel schlimmer – vor dem eigenen Tor immer unkonzentrierter und fehlerhafter.

«Haben den Gegner eingeladen»

«Wir haben den Gegner dazu eingeladen, wieder ins Spiel zurückzufinden», ärgerte sich Oltens Headcoach Fredrik Söder­ström speziell über die Phase der Partie, in welcher die eigentlich schon am Boden liegenden Winterthurer wieder bis auf ein Tor herankamen. Es war die Phase zwischen der 30. und der 40. Minute, in welcher die Ordnung beim EHCO komplett verloren ging und sich die Fehler in Gegentoren rächten. Dreimal trafen die Gäste und profitierten dabei durchgehend von Eigenfehlern der Oltner. Nicht einmal das zwischenzeitlich 4:1 durch Garry Nunn vermochte das Geschehen wieder zu beruhigen. Und so stand es nach zwei Dritteln trotz 21:9-Schüssen zu Gunsten des EHC Olten nur 4:3. Ein Spiel, das schon längst hätte entschieden sein müssen, geriet plötzlich wieder zur Zitterpartie.

Immerhin bekamen die Powermäuse das Geschehen im letzten Drittel wieder einigermassen in den Griff und brachten den Pflichtsieg so trotzdem noch in trockene Tücher. Aber wirklich gut war das, was die Mannschaft ablieferte, nicht. «Wir fallen wieder etwas in die alten Muster zurück», musste auch Söderström feststellen. Was er vor allem damit meinte: In der Defensive leistet man sich zuletzt wieder zu viele Aussetzer. Die schlechten Angewohnheiten, die sich schon bei der 4:5-Niederlage bei den GCK Lions angedeutet hatten, schlichen sich auch gegen Winterthur wieder ein.

Der überragende Sturm um Dion Knelsen

Positiv zu vermerken gibt es aber auch, dass sich beim EHCO mittlerweile eine klare Leader-Sturmlinie herauskristallisiert. Das Trio Dion Knelsen, Garry Nunn und Stan Horansky spielte die Winterthurer Hintermannschaft eins ums andere Mal schwindlig und war mit vier Treffern quasi im Alleingang dafür verantwortlich, dass den Oltnern eine böse Überraschung erspart blieb. Alleine der bestens aufgelegte Topskorer Dion Knelsen buchte vier Skorerpunkte (ein Tor, drei Assists) und agierte immer wieder als offensives Schwungrad – besonders dann, als das Spiel auf des Messers Schneide stand. Der Kanadier performt mittlerweile so, wie man sich das in Olten von ihm erhofft hat und ist in der Swiss-League-Skorerliste inzwischen unter die Top-Ten vorgerückt. Und auch sein Landsmann Nunn gefällt immer wie besser – auch wenn ihm bisweilen die nötige Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor abgeht.

Bereits am Sonntag steht für die Oltner die nächste Prüfung auf dem Programm. In Biasca warten die unbequemen Ticino Rockets. Fredrik Söderström weiss, dass von seinen Spielern mehr kommen muss: «Die drei Punkte gegen Winterthur sind gut für uns, auch wenn ich ­während des Spiels ein paar Jahre älter geworden bin. Aber es steht uns eine ausführliche ­Video-Analyse bevor.» Die schlechten Angewohnheiten sollen keinen Platz mehr haben.

Sie haben das Spiel verpasst? Lesen Sie den Verlauf der Partie hier im Liveticker nach:

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