Kurz nach dem diskussionslosen 7:2-Sieg über die EVZ Academy beordern die Verantwortlichen des EHC Olten Trainer Maurizio Mansi in das Trainerbüro neben der Garderobe.

Es dauert keine zehn Minuten, bis Mansi mit seiner Brille in der Hand aufgewühlt wieder aus dem Büro läuft.

Mit wässrigen Augen hält er den wartenden Journalisten vor der Garderobe beim Vorbeilaufen noch einmal einen Daumen hoch und stellt sich der Mannschaft, welcher er mitteilt: Der Italo-Kanadier ist per sofort nicht mehr Trainer des EHCO.

Den Entscheid, sich von Mansi zu trennen, fasste der EHCO-Verwaltungsrat geschlossen am Dienstagnachmittag. Das Spiel gegen die EVZ Academy hatte keinen Einfluss mehr.

«Wir haben uns leider mit Maurizio Mansi nicht mehr gefunden. Ein solcher Entscheid ist nie gegen eine Person gerichtet, es ist immer für die Sache. Wir sind verantwortlich für den Erfolg, für das Geschäft EHC Olten, weshalb wir uns gezwungen sahen, zu handeln», erklärte Sportchef Köbi Kölliker den Entscheid und fügte sichtlich berührt an: «Es tut mir leid für Mo - er war ein sehr engagierter Trainer, hat nichts unversucht gelassen und gab sich stets sehr Mühe im Umgang mit dem Team. Wir hatten auch nie Krach, verstanden uns blendend. Aber nun mussten wir handeln. Das verdeutlicht auch der Zuschaueraufmarsch», so Kölliker weiter.

Und das gewissenlos: Die Anhänger des EHC Olten drückten gestern auf ihre Art und Weise den angestauten Frust über die mehr als bescheidenen Darbietungen der Mannschaft aus:

Viele wollten sich eine weitere mögliche Schmach, wie gegen Thurgau oder Visp, – also weit entfernt von einem unterhaltsamen Eishockeyspiel – nach den letzten Wochen nicht antun. Und so wurden im gestrigen Heimspiel gegen eines dieser NLB-Farmteams, dieses Mal die EVZ Academy, nur gerade 2136 Zuschauer gezählt – Saisonminusrekord!

Auch der harte Kern in der Oltner Fankurve hatte schamlos aufgezeigt, was dieser von dem bislang Geleisteten in dieser Saison hält: Er boykottierte die ersten zehn Spielminuten.

Bengt-Ake Gustafsson - hier beim Aufstieg 2015 mit den SCL Tigers - wird per sofort Trainer beim B-Ligisten Olten

Bengt-Ake Gustafsson - hier beim Aufstieg 2015 mit den SCL Tigers - wird per sofort Trainer beim B-Ligisten Olten

Gustafsson übernimmt

Einen Nachfolger auf Maurizio Mansi hat der EHC Olten auch bereits gefunden: Bengt-Ake Gustafsson übernimmt den Tabellen-Fünften. Der 58-jährige Schwede hat einen Vertrag bis zum Ende der Saison 17/18 unterschrieben. Er trifft am Mittwoch in der Schweiz ein und leitet am Donnerstag sein erstes Training mit der Mannschaft. Und: Chris Bartolone bleibt Assistenztrainer an der Seite von Gustafsson.

Gustafsson ist kein Unbekannter im Schweizer Eishockey: Zuletzt führte er 2015 die SCL Tigers zurück in die NLA. Der einstige NHL-Spieler arbeitet seit 1997 als Eishockey-Trainer. Als grösste Erfolge durfte er im Jahr 2006 mit der schwedischen Nationalmannschaft Olympia- und WM-Gold feiern. Köbi Kölliker sagt dazu: «Bengt-Ake und ich kennen uns schon lange. Er ist sehr motiviert, hier in Olten etwas zu bewegen. Sein letzter Job war schliesslich eine grosse Schlacht gegen uns, das motiviert ihn nun umso mehr, solche Erfolge nun auch mit Olten feiern zu können.»

Ob ihm das gelingen wird? Es verbleiben bis zu den Playoffs sieben Spiele, den EHCO wieder auf die Erfolgsspur zu bringen - unter anderem mit Heimspielen gegen La Chaux-de-Fonds und Langenthal.