Man könnte an dieser Stelle eine Handvoll Ausreden aufführen. Die Verletzten, das strenge Programm, die Müdigkeit, den Wetterwechsel oder die lange Anreise inklusive Stau. Fakt ist, dass sich der EHC Olten in Weinfelden nach allen Regeln der Kunst blamiert hat. Die Mannschaft, die sich als Spitzenteam sieht und den Meistertitel anstrebt, wurde von einer Mannschaft, die bei weitem nicht in Bestbesetzung antrat, in der laufenden Saison erst drei Spiele gewonnen hat und in der Tabelle auf dem vorletzten Platz stand, phasenweise auseinandergenommen.

Es war nicht so, dass der HC Thurgau unwiderstehlich stark auftrumpfte. Im Gegenteil: Die Verunsicherung dieser dezimierten Truppe war greifbar. Dummerweise schaffte es der EHC Olten nicht, diesen Umstand zu Beginn des Spiels auszunützen und baute den Gegner damit, je länger die Partie dauerte, umso mehr auf. Gleichzeitig stellte die Mannschaft von Headcoach Chris Bartolone ihre Bemühungen quasi ein und war nur noch interessierte Zuschauer. Der Auftritt im zweiten Abschnitt war an Arroganz kaum zu überbieten.

Warnsignale

Man könnte diese Niederlage nun als einmaligen Ausrutscher beurteilen. Auch die besten Mannschaften ziehen schliesslich mal einen miesen Tag ein. Dumm nur, dass die Oltner bereits am vergangenen Sonntag bei der 0:3-Niederlage gegen Ajoie keinen guten Eindruck hinterliessen. Deshalb kommt man nicht darum herum, die Warnsignale aufleuchten zu lassen. Der EHC Olten bewegt sich in einem gefährlichen Fahrwasser. Gewisse Spieler haben offensichtlich das Gefühl, dass sie kraft ihres Talents, aber ohne Einsatz und Leidenschaft Spiele gewinnen können. Das ist ein fataler Irrglaube.

Chris Bartolone zog schon während dieser traurigen Vorstellung personelle Konsequenzen und liess Martin Ulmer, Cason Hohmann und Jewgeni Schirjajew im letzten Drittel zuschauen. Es war die erste Warnung eines Coachs, der seine Spieler nach der Partie 25 Minuten lang in der Garderobe zur Brust nahm. Bartolone weiss aus Erfahrung, dass er diesem Treiben nicht lange zuschauen darf.

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