Fussball 2. Liga inter

In guten wie in schlechten Zeiten: Trotz ungewisser Lage bleibt das Trainergespann des FC Olten dem Verein treu

FC-Olten-Trainer Mirko Pavlicevic (rechts) und Assistent Ali Halimi.

Cheftrainer Mirko Pavlicevic, Assistent Ali Halimi und auch Sportchef Petar Aleksandrov halten dem FC Olten die Treue. Trotz finanzieller Probleme kann der sich im Abstiegskampf befindende Verein die wichtigen Verantwortlichen an sich binden und ohne Personalsorgen in die sonst noch ungewisse nächste Saison starten.

Der FC Olten verkündet vor der heissen Schlussphase der Meisterschaft die Vertragsverlängerungen mit den Trainern Mirko Pavlicevic und Ali Halimi sowie Sportchef Petar Aleksandrov.

In Halimis Fall keine Überraschung: Der Assistenztrainer ist seit mehr als zwanzig Jahren beim FC Olten, viele Jahre als Spieler und später auch als Trainer der zweiten Mannschaft. Im Winter stiess er zur ersten Mannschaft auf.

«Der FC Olten ist mein zweites Daheim. Ich bin quasi auf dem Sportplatz Kleinholz aufgewachsen», sagt der 33-Jährige. Sein «Chef» Pavlicevic sei ein Profi mit einer riesigen Erfahrung: «Davon kann ich profitieren und extrem viel lernen. Und die Mannschaft natürlich auch.»

Eine logische Nachfolge

Der ehemalige FC-Aarau-Profi Mirko Pavlicevic ist seit knapp zehn Monaten beim FC Olten tätig. Geholt wurde er eigentlich als Trainer für die Zweitliga-Mannschaft. «Es waren immer nur sechs, sieben Spieler im Training», blickt der 53-Jährige auf die Vorrunde zurück.

«Das war verlorene Zeit und hat keinen Spass gemacht. Wir mussten die zweite Mannschaft im Winter deshalb auflösen.» Pavlicevic bekam dafür das Kommando über die erste Mannschaft übertragen – Vorgänger Ryszard Komornicki zog es in seine Heimat Polen.

Die logische Nachfolge, wie Sportchef Petar Aleksandrov einwirft: «Mirko war auch in der Vorrunde in jedem Training und bei fast allen Spielen der ersten Mannschaft dabei.»

Wegweisend für die Zukunft

Natürlich fühlt sich auch Pavlicevic mittlerweile sehr wohl in Olten, was soll er anderes sagen. Er hoffe, dass der Klub aus finanzieller Sicht bald etwas stabiler aufgestellt sei. Als wegweisend für die Zukunft des Klubs sieht er den Nicht-Abstieg aus der 2. Liga inter.

Als Tabellenachter liegt der FC Olten aktuell nur einen Punkt vor der Abstiegszone. «Die Rückrunde war gut bis jetzt», sagt Pavlicevic trotz der jüngsten 0:4-Niederlage gegen Leader FC Dietikon. «Ich bin zuversichtlich für den Rest der Saison. Die Mannschaft ist bereit. Zusammen werden wir es schaffen.»

Das Kader sei nach den Abgängen im Winter qualitativ zwar schwächer, dafür der Teamgeist deutlich besser: «Die Jungs haben in jedem Training Spass zusammen. Das bringt am Ende mehr Erfolg als qualitativ gute Einzelspieler.» Er rechnet damit, dass der FCO aus den letzten sechs Spielen noch sieben, acht Punkte benötigt, um oben zu bleiben: «Es ist alles sehr eng beieinander. Die Entscheidung wird wohl erst am letzten Spieltag fallen.»

«Es herrscht ein frischer Wind»

Probleme gebe es im Fanionteam momentan keine. Diese betreffen eher den Vorstand, der bei null beginnen musste, wie er sagt. «Bei minus», korrigiert Aleksandrov, um sofort nachzuschieben: «Es herrscht ein frischer Wind im Vorstand mit jungen Leuten, die sich Tag und Nacht bemühen, die Schulden abzubauen. Mit teilweise unglaublichen Ideen wie etwa einem eigenen FC-Olten-Wein.»

Die sportliche Situation analysiert der 56-Jährige wie folgt: «Die Mannschaft lebt, die Spieler kommen in jedes Training. Wenn wir den Ligaerhalt schaffen, ist es eine grossartige Leistung von und Staff.»

Was passiert, wenn es nicht reicht für den Verbleib in der 2. Liga inter? «Auch dann machen wir weiter. In guten wie in schlechten Zeiten. Es ist schwierig, jetzt schon über die nächste Saison zu reden. Wir müssen natürlich zweigleisig planen.»

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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