Man fühlte sich bisweilen an das Spiel vom vergangenen Dienstag gegen die EVZ Academy erinnert. Der EHC Olten tat sich auch gegen das Farmteam von Ambri-Piotta und Lugano, die Ticino Rockets, schwer. Von der Dominanz, die man von einem designierten NLB-Spitzenteam gegen eine fast vollständig aus jungen, unerfahrenen Spielern bestehende Equipe wie die Rockets, erwartet, waren die Oltner meilenweit entfernt.

Immerhin: Am Ende gabs wie schon gegen Zug einen Sieg. Der EHCO entführte mit einem 5:4-Erfolg nach Penaltyschiessen zwei Punkte aus dem Tessin. Und ist damit aus dieser «Farmteam-Woche» mit einem blauen Auge davongekommen. Jetzt bleibt die Hoffnung, dass sich die personelle Situation so schnell wie möglich entspannt.

Man kann es als Pech bezeichnen, dass die Ticino Rockets ausgerechnet vor dem Olten-Spiel Verstärkung aus der NLA erhielten. Der sich in einer Formkrise befindende Ambri-Stürmer Lukas Lhotak wurde zur Rückgewinnung des Selbstvertrauens in die NLB versetzt.

Erfolgreiche Tessiner Offensive

Und Lhotaks Präsenz sorgte dafür, dass die Raketen in der Offensive so erfolgreich waren wie noch nie in der laufenden Saison. In den ersten 10 Meisterschaftsspielen hatten die Tessiner lediglich 18-mal getroffen. Gegen Olten konnten sie ihre Quote um über 20 Prozent steigern.

Besonders schlecht bei dieser offensiven Explosion des Gegners, für welche vor allem die Linie mit Lhotak, Vedova und Chiquet verantwortlich war, sah das EHCO-Verteidigerpaar Joel Fröhlicher und Rückkehrer Chris Bagnoud aus. Das Duo stand bei sämtlichen Gegentreffern auf dem Eis und beendete den Abend mit einer Minus-3-Bilanz. Speziell Fröhlicher konnte seine momentane Formschwäche – wie schon gegen Zug – nicht kaschieren.

Die Schnitzer in der Defensive waren denn auch hauptsächlich dafür verantwortlich, dass sich der EHC Olten gegen das Tabellen-Schlusslicht sehr schwer tat. Angesichts der vielen Ausfälle – gestern Abend figurierten immer noch neun Namen auf der Verletztenliste – brachten die Oltner nicht einmal vier komplette Sturmlinien aufs Matchblatt.

Mit der Konsequenz, dass Tim Stapleton Doppeleinsätze als Center leisten musste. Verständlich aber auch, dass bei den Powermäusen in der Offensive angesichts dieser Ausgangslage viel auf dem Zufallsprinzip basierte. Die koordinierten Angriffsbemühungen waren eine Rarität.

Viel Kampfgeist

Immerhin: Die Oltner versuchten, ihre spielerischen Defizite mit viel Kampfgeist wettzumachen. Und es ist ihnen hoch anzurechnen, dass sie auch nach einem sehr unglücklich verlaufenen Mitteldrittel, in welchem sie sehr viel investierten und trotzdem immer noch im Rückstand lagen, nicht aufgaben und im letzten Abschnitt weiterhin unverdrossen gegen das Tor des guten Rockets-Schlussmanns Connor Hughes anrannten. Dieses Anrennen wurde schliesslich mit dem späten Ausgleich durch Verteidiger Marc Grieder belohnt.

Im entscheidenden Penaltyschiessen setzten sich die Routine und die Klasse der Oltner schliesslich doch noch durch. Tim Stapleton und Jewgeni Schirjajew trafen für den EHCO, während auf der Gegenseite Goalie Matthias Mischler keinen Gegentreffer zuliess.

Besonders im Hinblick auf das morgige Cup-Duell gegen den A-Ligisten EHC Biel könnte dieser Sieg punkto Moral Gold wert sein. Zumal mit Stan Horansky und Tim Bucher zwei Leistungsträger ins Team zurückkehren dürften.

Lesen Sie hier das Spiel im Liveticker nach:

Liveticker EHC Olten - Ticino Rockets, 20.10.2017