Handball
TV Solothurn hat knapp verloren nach der Quarantäne

Aufgrund von mehreren Coronafällen musste der TV Solothurn pausieren. Bald endet die langwierige Qualifikation.

Raphael Wermelinger
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Gegen den HSC Kreuzlingen münzte Solothurns Dylan Brandt (rechts) 7 seiner 13 Abschlussversuche in Tore um.

Gegen den HSC Kreuzlingen münzte Solothurns Dylan Brandt (rechts) 7 seiner 13 Abschlussversuche in Tore um.

Hans Peter Schläfli

Wegen positiver Coronafälle im Team musste sich der TV Solothurn Anfang Mai für zehn Tage in Quarantäne begeben. Für das Mittwochspiel gegen den Tabellennachbarn Kreuzlingen blieb der Mannschaft von Cheftrainer Martin Prachar gerade mal ein Training als Vorbereitung. Dies war den Solothurnern zu Beginn des Auswärtsspiels indes nicht anzumerken. Die Gäste legten vor und gingen zwischenzeitlich mit drei Toren in Führung (7:4).

In der Folge liess der TVS aber zu viele Chancen ungenutzt verstreichen. Die Thurgauer konnten die Führung kurz vor der Pause übernehmen. 14:13 lag Kreuzlingen beim Seitenwechsel vorne. In der zweiten Hälfte rannten die Solothurner stets einem Rückstand von zwei, drei Treffern hinterher. Vier Minuten vor dem Ende des Spiels gelang dem TV Solothurn dank zwei Toren von Jonas Kalt sowie einem technischen Fehler der Kreuzlinger wieder der ­Anschluss zum 24:25.

Mehrere Chancen für den Ausgleich vergeben

Die packende Schlussphase ist damit eingeläutet. Das Heimteam scheitert mit dem nächsten Abschluss an TVS-Torhüter Fabio Brändle. Schneller Gegenstoss von Solothurn, Lars Hofer wird auf dem Flügel angespielt, doch Kreuzlingen-Goalie Laszlo Nahaj verhindert dessen fünften Treffer der Partie mit einer starken Parade. Auf der anderen Seite kann sich erneut Brändle auszeichnen. Diesmal wehrt er den Angriff von Alan Lutz glänzend ab. Es steht immer noch 25:24 für das Heimteam. Noch bleiben zwei Minuten auf der Uhr.

Anderthalb Minuten vor der Sirene fasst sich Amer Zildzic ein Herz. Doch sein Schuss landet vom Fuss von Kreuzlingens Torwart abgelenkt am Pfosten. Der Abpraller gehört Kreuzlingen und Roland Szabo versucht etwas zu vehement das Spielgerät für die Solothurner zurückzugewinnen. Er bekommt für seinen ungestümen Einsatz eine Strafe aufgebrummt.

Die Entscheidung? Noch nicht. Kreuzlingen leistet sich in Überzahl einen Fehlpass und beschert den Solothurnern dadurch eine letzte Ausgleichschance. Bei noch 40 Sekunden auf der Uhr. Ein Foul der Thurgauer und es sind noch 20 Sekunden – Freistoss und Time-out TVS. Als das Spiel wieder läuft, versuchen die Solothurner den schnellen Seitenwechsel. Dylan Brandt zu Zildzic, doch dessen Zuspiel auf den Flügel misslingt. Kreuzlingen erobert den Ball, Pass zu Drenit Tahirukaj, der das Spiel nach einem Konter mit dem Tor zum 26:24 entscheidet.

Mit einem Sieg hätte der TV Solothurn den vierten Tabellenplatz erobern können. Stattdessen verlor er den fünften Platz an den HSC Kreuzlingen. Für die Teilnahme an der Finalrunde der besten sechs Klubs haben sich die Solothurner allerdings bereits frühzeitig qualifiziert. Rechnerisch wäre bei zwei ausstehenden Spielen auch der Spitzenplatz noch immer möglich. In den letzten beiden Partien der Qualifikation trifft Solothurn am Samstag auf den Tabellenvorletzten TV Steffisburg und am Montag auf den Spitzenreiter SG Wädenswil/Horgen.

Wenn die Spiele denn auch wirklich stattfinden können. Es bleibt eine von Verschiebungen und Ungewissheiten geprägte NLB-Saison. Seit dem Restart Anfang April konnte der TV Solothurn erst fünf Spiele bestreiten. Eigentlich waren es nur vier, denn das Spiel vom 2. Mai endete mit einem 10-Forfait-Sieg, da der Gegner, die zweite Mannschaft von Pfadi Winterthur, aufgrund des dicht gedrängten Terminplans auf die Partie verzichtete und die Punkte kampflos dem TVS schenkte.

Kurz danach mussten die Solothurner in Quarantäne. Das gesamte NLB-Personal des Vereins war davon betroffen. Ausgenommen waren nur diejenigen Spieler, die in der Vergangenheit bereits positiv getestet worden waren. Bleibt zu hoffen, dass die Qualifikation an diesem Wochenende regulär zu Ende geht und der TVS unbeschwert in die zweite Phase der Meisterschaft steigen kann.

NLB

Rangliste: 1. Wädenswil/Horgen 11/18. 2. Stäfa 12/18. 3. Chênois 12/18. 4. Gossau 12/16. 5. Kreuzlingen 12/16. 6. Solothurn 11/15. 7. Stans 12/12. 8. Yellow/Pfadi Espoirs 12/10. 9. Baden 12/9. 10. Kadetten Espoirs 12/9. 11. Biel 12/8. 12. Möhlin 12/8. 13. Steffisburg 12/5. 14. Birsfelden 12/4.

Die restlichen Spiele. Samstag: Wädenswil/Horgen - Baden. Biel - Kreuzlingen. Solothurn - Steffisburg. Gossau - Möhlin. Stans - Stäfa. Chênois - Kadetten Espoirs. Birsfelden - Yellow/Pfadi Espoirs (alle 19.00). – Montag: Solothurn - Wädenswil/Horgen (20.15).