Handball
Olten im Cup-Viertelfinal: Nächste Saison könnte dies ein normales Spiel sein

Die Oltnerinnen treffen im Schweizer Cup am Samstag auf den NLA-Spitzenklub LC Brühl. Wenn das Spiel nicht noch abgesagt wird. Am Freitagabend hat der Schweizerische Handballverband kurzfristig sämtliche Partien der NLB-Runde der Männer verschoben.

Raphael Wermelinger
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Die Oltnerinnen wollen am Samstag im Cup-Viertelfinal den Favoriten Brühl ärgern und danach in die NLA aufsteigen.

Die Oltnerinnen wollen am Samstag im Cup-Viertelfinal den Favoriten Brühl ärgern und danach in die NLA aufsteigen.

zvg

Fast ein halbes Jahr nach ihrem letzten Pflichtspiel bezwangen die Oltnerinnen am 1. April im Cup-Achtelfinal den Erstligisten Uster. «Es war wahnsinnig. Wir haben uns alle extrem auf den ersten Ernstkampf nach langer Zeit gefreut», blickt Jana Wyss zurück, die zum 34:18-Sieg acht Tore beisteuerte. Das Cupspiel kaie Dm für den HVO überraschend. Die Durchführung war nur möglich, weil Uster eine Ausnahmebewilligung bekam. Der Erstligist durfte im Vorfeld drei Wochen lang regulär trainieren. Die Oltnerinnen sind seit fünf ­Wochen wieder in der Halle.

«Uster hat uns etwas überrumpelt. Wir lagen am Anfang zurück. Danach wurde es dann aber doch eine klare Sache. Am Ende war es ein Toresammeln», fasst Jana Wyss den Achtelfinal zusammen. Im Viertelfinal wartet heute Samstag mit dem LC Brühl der Qualifikationssieger der laufenden NLA-Saison. Auf dem Papier sind die Ostschweizerinnen die haushohen Favoritinnen. Das steht auch für Wyss fest. Sie erinnert aber einerseits daran, dass der Cup seine eigenen Gesetze hat. «Und wenn wir dieses Jahr den Aufstieg schaffen, dann ist Brühl ab nächster Saison ein normaler Gegner für uns», relativiert sie. «Natürlich immer noch ein Top-Klub und eine Klasse besser, aber grundsätzlich in der gleichen Liga.»

Kommt dazu, dass mehrere Spielerinnen des HVO bereits in der NLA gespielt haben. Für die sei der Cupmatch nicht mehr so speziell wie für die Jüngeren des Teams, sagt Wyss: «Die Jungen schauen eher noch zu den NLA-Spielerinnen herauf und haben grösseren Respekt». Doch der Gegner sei nicht übermächtig. «Zu sagen, wir hätten Chancen, wäre etwas grossmäulig. Unser Ziel muss es sein, ihnen so lange wie möglich am Leim zu kratzen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, gehen wir sicher nicht unter», sagt Wyss.

Seit fünf Wochen trainieren die Oltnerinnen wieder. Seit drei Wochen wieder mit Körperkontakt. Zudem absolvierten sie im Verlauf der letzten drei Wochen ein Trainingswochenende sowie ein Testspiel gegen das NLB-­Team des LK Zug. «Wir sind schon weit, aber noch nicht dort, wo wir in drei, vier Wochen sein wollen», sagt Wyss. Denn dann wollen die Oltnerinnen um den Aufstieg in die NLA kämpfen.

Die Qualifikation in der NLB wurde verkürzt, Olten spielt nur noch gegen die zweiten Teams der Spono Eagles (14. April) und des LC Brühl (24. April). Die besten vier Klubs qualifizieren sich für die Finalrunde, der HVO liegt aktuell auf Platz drei. Am Ende würde es wohl auf die Barrage gegen GC oder Herzogenbuchsee hinauslaufen. «Wir haben definitiv gute Chancen, die Barrage zu erreichen und dort sollte ebenfalls etwas drinliegen für uns», sehnt Wyss dem Restart in der NLB entgegen.