Das anstehende Programm des EHC Olten ist happig: Heute Abend (19.45 Uhr) das Gastspiel bei Leader La Chaux-de-Fonds. Am Freitag folgt in Pruntrut gegen den HC Ajoie das nächste schwierige Auswärtsspiel. Und am Sonntag kommt im letzten Spiel vor Weihnachten der EHC Visp ins Kleinholz.

Drei Spiele gegen den 1., gegen den 4. und gegen den 5. Nach diesen Prüfungen wird man wissen, wohin die Reise des EHCO geht. Ganz an die Spitze? Oder doch eher in Richtung Kampf um den Playoff-Heimvorteil?

Jetzt folgt auch der Moment, in welchem die Mannschaft langsam, aber sicher Fahrt im Hinblick auf die entscheidende Meisterschaftsphase aufnehmen muss. Oder wie es Headcoach Chris Bartolone erklärt: «Die erste Hälfte der Qualifikation hat sich über drei Monate erstreckt. Die zweite Hälfte ist in knapp zwei Monaten vorbei. Jetzt darf man sich keine Durchhänger mehr erlauben. Jetzt müssen wir in Form kommen.»

Die Sache mit der Konstanz

Was wäre also optimaler, als in den kommenden drei Spielen auch ein kleines Statement an die Konkurrenz abzugeben? Die Voraussetzungen dazu sind nicht schlecht. Vor der Nationalmannschaftspause gelangen den Oltnern zwei wichtige Siege gegen den SC Langenthal (5:1, bzw. 4:1). «Diese beiden Erfolge waren gut für unser Selbstvertrauen», sagt Bartolone. Aber auch er weiss, dass seine Mannschaft bisweilen sehr unberechenbar sein kann. Immer, wenn man bisher gedacht hat, dass sie eine gewisse Konstanz auf hohem Niveau erreicht hat, kam der nächste, unerwartete Absturz.

Unabhängig von den sportlichen Resultaten stehen in Olten in den nächsten Wochen auch einige heikle Personalentscheide auf dem Programm. Zum Beispiel jener von Jewgeni Schirjajew. Der Center, der mit 15 Treffern aus 24 Spielen der beste Torschütze der Mannschaft ist, hat bekanntlich einen Ende Saison auslaufenden Vertrag, der aber mit einer vereinsseitigen Option ausgestattet ist. Sprich: Wenn der EHCO will, dann kann man den 29-Jährigen behalten. Schirjajew selbst gefällt es in Olten gemäss eigenen Aussagen sehr gut und er kann sich eine Zukunft bei den Powermäusen gut vorstellen.

So weit, so klar. Doch wo ist der Haken? Nun: Die Klub-Option existiert sehr wohl, doch gibt es offene Diskussionspunkte, was die genauen Konditionen der angestrebten Vertragsverlängerung angeht. Fest steht: Schirjajews Wert ist angesichts seiner Leistungen und seiner Skorerwerte sicher nicht gesunken. Auf der anderen Seite hat unter anderem aber EHCO-Sportchef Marc Grieder ein Budget, welches er einhalten muss. Was heisst, dass die Verhandlungen – trotz der eigentlich guten Ausgangslage – ziemlich komplex sind.

Jewgeni Schirjajew lässt sich durch die Hängepartie in Sachen Vertragsverlängerung allerdings nicht beeindrucken. Er freut sich darüber, dass das Zusammenspiel mit seinen Sturmpartnern Cason Hohmann und Stan Horansky so gut klappt. Er sieht in dieser Homogenität im EHCO-Atomblock auch einen der Hauptgründe dafür, dass er so viele Tore wie noch nie zuvor in seiner Karriere schiessen dürfte. Sein bisheriger Rekordwert liegt bei 17 Treffern in 41 Spielen (mit Martigny in der Saison 14/15). Er braucht also nur noch drei Erfolgserlebnisse in den verbleibenden 20 Quali-Partien, um seine persönliche Bestmarke zu übertreffen. «Ich bekomme von meinen Mitspielern so viele gute Pässe, dass es für mich einfach ist, Tore zu schiessen», sagt er lächelnd.

Vielleicht liege es aber auch an der Geburt seiner Tochter Romy, die im Sommer 2017 auf die Welt kam, dass es ihm so gut laufe, mutmasst Schirjajew, der zusammen mit Kind und Frau seit einiger Zeit in Vordemwald lebt. Vorher wohnte er in unmittelbarer Nachbarschaft des Kleinholzs, im Bornfeld. «Das war mir aber mit der Zeit zu nah. Ich brauche einen gewissen Abstand zum Eishockey, wenn ich zu Hause bin», sagt der Center, der in der Juniorenabteilung des heutigen EHCO-Gegners La Chaux-de-Fonds gross wurde.

Devin Mullers Comeback

Beim HC La Chaux-de-Fonds spielte auch ein Mann, der heute Abend sein Comeback nach zweieinhalbmonatiger Pause geben dürfte: Devin Muller. Er war im dritten Meisterschaftsspiel gegen die Ticino Rockets mit einer schweren Schulterverletzung ausgeschieden. Nun ist der 26-Jährige wieder fit und heiss auf einen Einsatz.