Dem Feiern zumute war es dem EHC Olten am Freitagabend nicht wirklich. Die Enttäuschung über das vorzeitige Saisonende, das verpasste Saisonziel, endlich den Meistertitel nach Olten zu holen, war jederzeit spürbar. Und trotzdem haben an der Saisonabschlussfeier des EHC Olten auf dem Aussenfeld des Kleinholz-Stadions geschätzte 500 EHCO-Fans teilgenommen.

«Heute ist nicht ein schlechter Abend, aber wir haben ihn uns sicher anders vorgestellt. Wir haben einige Abgänge und möchten es nicht unterlassen, sie mit Ehre und Würde zu verabschieden», sagte Sportchef Marc Grieder.

Tim Bucher, Cédric Schneuwly, Matthias Mischler und Chris Bagnoud treten vom Spitzensport zurück. Es flossen nach dem abrupten Saisonende in Spiel sechs des Playoff-Halbfinals in Langenthal reichlich Tränen, vor allem jene von Tim Bucher blieben in Erinnerung. Dass nun ein neuer Lebensabschnitt kommt, könne er noch immer nicht wirklich fassen.

«Ich habe mit einem siebten Spiel gerechnet. Dieses Tor in der Verlängerung tut noch immer weh. Vor allem auch, wenn man nun die anderen im Final sieht und dann realisiert, wie viel eigentlich möglich gewesen wäre», bedauerte Bucher in einem Talk unter den Zurückgetretenen und Stadionspeaker Mige Stalder.

Auch bei Cédric Schneuwly bleiben nach dem Rücktritt die «schönen Momente» in Erinnerung. Aber auch ihm, ganz der kompetitive Profisportler, bleiben insbesondere Niederlagen haften. «Die verlorene Serie gegen Langnau im Jahr 2015 schmerzt noch immer», gibt er rückblickend zu.

Bartolone blieb dem Anlass fern

Verabschiedet wurden auch alle anderen Abgänge im Team. Die beiden EHCO-Ausländer Bryce Gervais und Cason Hohmann, Stefan Mäder sowie auch Tim Grossniklaus (zu den SCL Tigers), Devin Muller, Ueli Huber (beide Ajoie) bekamen als Dankeschön ein Actionbild von sich selbst im EHCO-Dress geschenkt.

Einer war am Freitagabend nicht zu sehen: Trainer Chris Bartolone, mit dem der auslaufende Vertrag nicht verlängert wurde, blieb der Veranstaltung fern. Er hatte laut den Klubverantwortlichen die freie Entscheidung, dem Abschlussevent beizuwohnen. Doch die Enttäuschung, dass nicht mehr auf ihn gesetzt wird, dürfte ganz offensichtlich zu gross sein.

Eine grosse Leere verspürten auch EHCO-Captain Lukas Haas und Torhüter Simon Rytz noch immer: «Enttäuscht und hässig» sei er, so Rytz. «Und vor allem geht einem schon die eine oder andere Szene durch den Kopf, was man hätte besser machen können.»  Dass er nun von seinem Bruder Philipp, Verteidiger des SC Langenthal, die ganze Zeit angezündet werde, trage auch nicht viel zur Besserung der Situation bei, meinte er immerhin schmunzelnd.

Eine grosse Zuversicht wurde dann aber doch noch ausgestrahlt. Sportchef Marc Grieder ist guten Mutes, dass der EHC Olten in der nächsten Saison «gradliniger, schneller und intensiver» Eishockey spielen werde – ganz im Zeichen einer «jungen und wilden» Mannschaft.

Obwohl der EHC Olten, einmal mehr, inmitten eines grossen Umbruchs steht, stimmt vor allem ein personeller Verbleib positiv: Benjamin Borner alias «Söppli», führt seine Berufstätigkeit als gute EHCO-Seele und Mann für alles Mögliche, entgegen den ersten Erwartungen, doch weiter. Und dies, obwohl er eigentlich im vergangenen November altersgerecht pensioniert worden wäre. «Die Verlockung ist einfach zu gross», sagt er dazu und heimste nicht zuletzt auch von den Spielern kräftig Beifall ein. Die Zuversicht beim EHC Olten ist gross.