2. Liga inter

Grenchens Ian Schläppi nach der ersten Niederlage: «Wir sind trotzdem super im Soll»

Ian Schläppi ist auch diese Saison gesetzt in Grenchens Innenverteidigung.

Ian Schläppi ist auch diese Saison gesetzt in Grenchens Innenverteidigung.

0:2 gegen den SC Schöftland: Ein Handspenalty und ein Platzverweis führen zur ersten Saisonniederlage des FC Grenchen.

Die erste Niederlage ist besonders schmerzhaft. Im sechsten Spiel endet Grenchens Ungeschlagenheit. Ein Penalty kurz vor der Pause warf das Team von Trainer Mirko Recchiuti gegen den SC Schöftland aus der Bahn. Innenverteidiger Ian Schläppi, der zum sechsten Mal in dieser Saison durchspielte und auffällig viele Zweikämpfe gewann, sass zehn Minuten nach dem Spiel als letzter Grenchner enttäuscht auf der Spielerbank. «Eine extrem unnötige Niederlage», sagte er. «Wir hatten zwar mehr Spielanteile, aber oft zu wenig Bewegung im Spiel. Wir waren nicht aktiv genug.»

Schöftland, mit sechs Punkten aus vier Spielen nach Grenchen gereist, zeigte in der ersten Halbzeit viel Respekt vor dem Gastgeber, der mit drei Siegen und zwei Unentschieden in die Saison gestartet war. «Wir wollten eigentlich ein bisschen mehr mitspielen in der ersten Halbzeit», sagte Schöftlands Trainer Sven Osterwalder nach dem Spiel. Aber die Grenchner waren vor allem in der eigenen Platzhälfte in Ballbesitz, in die gefährliche Zone schafften sie es selten.

Die gefährlichen Offensivaktionen waren an einer Hand abzuzählen. In der 11. Minute streifte ein Flachschuss von Zayas am nahen Pfosten vorbei, in der 34. sorgte Poljak mit seiner Hereingabe von der rechten Seite für ein Raunen auf den Rängen, seine Mitspieler verpassten aber allesamt knapp. Die beste Chance vergab Rihs fünf Minuten vor der Pause. Nach einem schönen Solo gegen drei Aargauer sah er seinen Abschluss Richtung entfernte Torecke von Livio Buchser abgewehrt.

Es folgte die Szene, die dem Spiel eine andere Richtung gab. In der letzten Minute der ersten Halbzeit spedierte Schöftlands Galligani den Ball noch einmal hoch in den Sechzehner und Ottos Fallrückzieher klatschte an die Hand von Grenchens Verteidiger Ledesma. Den Penalty verwandelte Gmür souverän. «Ich habe nicht gesehen, ob der Ball an die Hand ging», sagte Schläppi. «Wir müssten schneller rausrücken, die Zuteilung stimmte auch nicht und der Zeitpunkt war natürlich nicht optimal. Wir haben vielleicht zu viel gewollt in den letzten Minuten vor der Pause, da müssten wir reifer spielen.»

Der erste Aufreger in Halbzeit zwei liess nicht lange auf sich warten. Rihs fand für einmal viel freien Raum in der Mitte für einen Vorstoss, passte kurz zu Zayas und der bediente Sperisen auf dem rechten Flügel mit einem perfekten Diagonalball. Bedrängt vom Verteidiger stolperte Grenchens Aussenläufer den Ball über den Torhüter hinweg an den Pfosten. Näher sollte das Heimteam einem Treffer nicht mehr kommen.

Grenchen dreissig Minuten lang in Unterzahl

Etwas mehr als eine Stunde war gespielt, da ereignete sich die zweite Schlüsselszene nebst dem Penalty. FCG-Verteidiger Waylon Grosjean sah nach einem Foul die gelb-rote Karte. Es ist bereits seine zweite in der laufenden Saison. Grenchen blieb zwar auch in Unterzahl tonangebend, Schöftland hatte jetzt aber noch mehr Platz für Konter. Schläppi und Co. konnten sich bei diesen schnellen Vorstössen der Gäste lange tapfer zur Wehr setzen, ehe Otto in der 92. Minute enteilte und Goalie Jeffrey Grosjean mit einem Flachschuss zum 2:0 bezwang.

«Je länger das Spiel dauerte, desto mehr musste Grenchen aufmachen», sagte Osterwalder. «Wir waren in Überzahl etwas zu wenig konsequent. Wir hätten das zweite Tor schon viel früher schiessen können.» Bei diesem «grusigen Wetter» sei er einfach froh, den dritten Saisonsieg mitnehmen zu können. Aufstehen und eine Reaktion zeigen, heisst die Devise von Ian Schläppi. «Positiv war, dass wir sogar mit einem Mann weniger gut mitgespielt haben. Und wir sind trotz dieser Niederlage weiter super im Soll», sagte er.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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