Spiele gegen Teams wie die GCK Lions sind für den EHC Olten immer so eine Sache. Eigentlich ist die Ausgangslage ja klar. Hier das ambitionierte Olten, welches die Tabellenspitze im Blickfeld hat. Dort das Farmteam der ZSC Lions, für welches nur schon eine Playoff-Qualifikation das Höchste der Gefühle ist. Oder anders ausgedrückt: Es ist ein Duell des siegen müssens gegen das verlieren dürfen.

Nun: Die Oltner liessen im ersten Drittel keine Zweifel punkto Rollenverteilung aufkommen. Sie waren aufmerksam, im Forechecking aggressiv, stark in den Zweikämpfen, präzis im Passspiel und kaltblütig im Abschluss. 3:0 stand es nach 20 Minuten. Die Mannschaft von Headcoach Chris Bartolone hat das umgesetzt, was man sich vorgenommen hatte. Die Zuschauer wurden bestens unterhalten.

Der Einbruch im Mitteldrittel

Aber der EHC Olten Jahrgang 18/19 ist eben auch eine Wundertüte. So überzeugend der Auftritt im ersten Abschnitt war, so liederlich wurde er im zweiten Drittel. Vor allem in der Defensive. Gute Mannschaften verstehen es, den Gegner mit einer 3:0-Führung im Rücken mit kompakter Verteidigungsarbeit auf Distanz zu halten.

Dass dem EHCO eben noch ein ganzes Stück fehlt, wirklich im Stil eines Spitzenteams aufzutreten, zeigte sich auf eindrückliche Art und Weise. Plötzlich erhielten die Junglöwen mehr Raum, welchen sie ausnutzten. Mit der Konsequenz, dass sie zwei Sekunden vor dem Ende des mittleren Abschnitts den Ausgleich schafften. «Wir müssen in solchen Phasen einfach noch mehr als Team auftreten», befand Chris Bartolone.

Zurück auf die Siegstrasse

Der Oltner Trainer durfte aber immerhin mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, dass seine Spieler nach dem schwachen zweiten Drittel im dritten Durchgang wieder bereit waren, mehr zu investieren. Die grössere Lauf- und Kampfbereitschaft zahlte sich erst aus in Form von mehreren Strafen, welche die GCK Lions nehmen mussten und schliesslich in Form eines Powerplaytors durch Stefan Mäder. Dieser Treffer zum 4:3 brachte die nun wieder agiler und initiativer wirkenden Oltner zurück auf die Siegstrasse.

Geglänzt, gezittert, gewonnen – so konnte man den Auftritt des EHC Olten in aller Kürze zusammenfassen. Mit dem 5:3-Erfolg gegen die GCK Lions und dem 6:2-Sieg vom Dienstag gegen Winterthur hat man damit das Wochensoll mit dem Punktemaximum erfüllt. Nun steht am Sonntag aber eine echte Knacknuss auf dem Menueplan. Die Reise geht nach Pruntrut zum unbequemen HC Ajoie. Für die Mannschaft von Chris Bartolone wird das ein wichtiger Formtest sein.

«Der Teamgedanke muss noch grösser werden»

EHCO-Verteidiger Tim Grossniklaus weiss, dass man sich gegen die starken Jurassier und deren Atom-Söldner-Duo Devos/Hazen keine Aussetzer wie im zweiten Drittel gegen die GCK Lions leisten kann. «Wenn wir das dort machen, dann kassieren wir vier Tore. Wir müssen versuchen, kompakter zu agieren, ihnen keinen Raum zu geben.» Oder wie es Chris Bartolone ausdrückte: «Der Teamgedanke muss noch grösser werden. Jeder Spieler auf dem Eis muss bereit sein, für den anderen zu arbeiten, sich in die Schüsse zu werfen, Aufopferungsbereitschaft zeigen.»

Punkto Personal hofft der Oltner Trainer auf ein wenig Entspannung im Hinblick auf den Sonntag. Gegen die GCK Lions lief der EHCO mit lediglich elf Stürmern auf. Der gestern kranke Martin Ulmer, der nach seiner Handverletzung eigentlich wieder hätte einsatzbereit sein sollen, könnte ebenso zurückkehren wie der immer noch angeschlagene Alban Rexha.

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