Fussball
Kommts in der Solothurner 2. Liga noch zu einem Abstiegsfinal?

Die restlichen Spiele der Vorrunde sollen im Juni stattfinden und die Saison soll gewertet werdenu: Während beim FC Lommiswil die Korken knallen – ein Titel ist ein Titel, sagt Meister-Trainer Lukas Ebel –, beginnt in Fulenbach das Bangen um den Ligaerhalt.

Raphael Wermelinger
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Punktet Oensingen im Nachtragsspiel gegen Subingen, muss der SC Fulenbach runter in die 3. Liga.

Punktet Oensingen im Nachtragsspiel gegen Subingen, muss der SC Fulenbach runter in die 3. Liga.

Bruno Kissling (Fulenbach, 13. September 2021)

Am 23. April hat der Zentralvorstand des Schweizer Fussballverbands entschieden, dass die Vorrunden in den Amateur- und Regionalligen zu Ende gespielt und die Meisterschaften gewertet werden sollen. Dafür müssten die Coronamassnahmen bis Ende Mai insofern gelockert werden, dass die Klubs ohne Masken und mit Körperkontakt trainieren dürfen. Ab dem ersten Juni-Wochenende sollen die ausstehenden Spiele der Vorrunde nachgeholt werden.

Vergangene Woche hat auch der Solothurner Fussballverband SOFV getagt und eine Planung des Weiteren Saisonverlaufs herausgegeben. «Gestützt auf die Entscheide des Zentralvorstands des SFV hat der Vorstand des SOFV basierend auf den Leitplanken des Bundesrates das weitere Vorgehen diskutiert», schreiben die Verantwortlichen. «Wir sind uns der schwierigen Situation der Vereine bewusst, sei es mit geplanten Ferien oder langem Trainieren ohne Ernstkämpfe. Deshalb haben wir entschieden, Spiele von Teams, die die Saison per sofort beenden wollen, 3:0 Forfait und ohne Kostenfolge zu werten.»

Nach dem Plan des SOFV soll der Meisterschaftsbetrieb im Juni nach einer kurzen Trainingsphase ab dem 31. Mai fortgesetzt werden. Nur noch die Spiele der Vorrunde, die noch nicht ausgetragen werden konnten, sollen nachgeholt werden. In der 2. Liga ist die Saison demnach für zehn der zwölf Teams beendet. Der FC Lommiswil ist Meister. «Dieser Titel ist sicher nicht wertlos. Klar ist nur die Hälfte gespielt, aber ein Titel ist ein Titel. Wir dürfen uns freuen», sagt Trainer Lukas Ebel. Falls die Meisterschaft gewertet werden kann, darf der FC Lommiswil in die 2. Liga inter aufsteigen. Ob der Klub das auch will, steht noch nicht fest. «Die Mannschaft soll entscheiden. Die 2. Liga inter hat Vor- und Nachteile», wägt Ebel ab.

Auf der einen Seite sei der sportliche Reiz für die Spieler gross. «Vom Vereinsgedanken her sollten wir aber lieber verzichten.» Der finanzielle und auch der zeitliche Aufwand wären in der 2. Liga inter grösser. Mehr Zuschauer als in der Solothurner 2. Liga sind auch nicht zu erwarten. Der FC Lommiswil muss sich bis nächste Woche entscheiden. Die möglichen Nutzniesser eines Verzichts sind Wangen bei Olten und Iliria auf den Plätzen zwei und drei.

Es ist zwar nur noch eine Partie ausstehend von der Vorrunde der 2. Liga. Aber diese hat es in sich. Kann der Plan des SOFV umgesetzt werden, bekommt der FC Oensingen am 5. Juni die Chance, den Abstieg mit einem Punktgewinn gegen Subingen noch abzuwenden. «Am Wochenende war ich an einem Junioren-Match. Ich merkte, dass ich endlich wieder spielen will», sagt Torhüter und Coach Dzenan Isovic. «Es soll endlich weitergehen», so der Ur-Oensinger, der aber tiefstapelt: «Wir hatten einige Abgänge im Winter, der Klassenerhalt wird schwierig für uns. Wir werden antreten und alles versuchen. Aber ob Klassenerhalt oder Abstieg ist für uns nicht so wichtig. Wir befinden uns in einem Umbruch.»

Auf eine Niederlage des FC Oensingen müssen die Fulenbacher hoffen. Schon ein Unentschieden würde Oensingen reichen, um den elften Platz zu behaupten. «Eigentlich hätte man die Saison abbrechen müssen – unabhängig davon, ob wir Erster oder Letzter sind. Richtig und wichtig war, dass im Juniorenbereich der normale Betrieb wieder aufgenommen wurde», äussert sich Fulenbach-Präsident Remo Zamarian. Er spricht von einem Herauszögern der Entscheidung. «Was zum Teil verständlich ist aufgrund der unsicheren Lage», stellt er klar. «Die Vorbereitungszeit für die Teams wird zu kurz sein. Meiner Meinung nach sollte die Saison beendet und nicht gewertet werden. Stattdessen sollten wir uns voll auf eine neue konzentrieren.»

Ob der SCF absteige oder nicht, sei aktuell zweitrangig. «Das Wichtigste ist die Gesundheit und dass Firmen und Menschen aus ihren wirtschaftlichen Schwierigkeiten rauskommen. Wenn es allen besser geht, können wir uns auch wieder richtig auf den Fussball freuen.»

Aus dem Schneider ist der FC Mümliswil auf Platz zehn. Dank der Anpassung des Regelwerks. Seit diesem Jahr gibt es, wenn kein Solothurner Klub aus der 2. Liga inter absteigt, nur einen Absteiger in der 2. Liga. Bis anhin waren es zwei, dafür kamen drei Klubs aus der 3. Liga rauf. Neu dürften in diesem Fall nur zwei Klubs in die 2. Liga aufsteigen.

«Wir haben zum Glück einen Punkt mehr», freut sich Trainer Remo Bürgi, dass sein Team nicht mehr zittern muss um den Verbleib in der 2. Liga. «Aktuell trainieren wir noch ein bisschen, um uns fit zu halten, aber vor allem auch, damit wir uns regelmässig sehen», gibt er Auskunft. «Ich hoffe, dass es dann bald mit einer neuen, diesmal ganzen Saison, losgeht. Und wir werden in Zukunft dafür sorgen, dass es für uns nicht mehr so knapp wird.»

Die vier Teilnehmer an den Aufstiegsspielen stehen fest

In der 3. Liga Gruppe 1 konnte die Vorrunde komplett gespielt werden. «Unter der Voraussetzung eines positiven Bundesratsentscheids bis 31. Mai (Spielbetrieb für Aktive möglich)» will der SOFV auch die Aufstiegsspiele für die 2. Liga durchführen. Riedholz und Italgrenchen sind qualifiziert. Bitter für die Gerlafinger, welche gleich viele Punkte holten wie das Spitzenduo, aufgrund der deutlich höheren Anzahl an Strafpunkten aber in die Röhre gucken.

In der Gruppe 2 sollen am 12. Juni die beiden Spiele Wangen an der Aare gegen Mümliswil II und Dulliken gegen Flumenthal nachgeholt werden. Auf die Tabelle hat der Ausgang der beiden Partien allerdings wenig Einfluss. Hägendorf und Trimbach stehen als Teilnehmer an den Aufstiegsspielen fest. Die Trimbacher rutschen als Dritte nach, weil Subingens «Zwöi» nicht für die Teilnahme berechtigt ist. Der Verlierer ist der FC Deitingen, der sich hinter Trimbach in Lauerstellung befand. Die Aufstiegsspiele sollen am 11., 15. und 18. Juni stattfinden.

In den drei Viertliga-Gruppen werden die fehlenden Partien der Vorrunde am 6. und 13. Juni nachgeholt. In der ersten Gruppe könnten Iliria II und Halten dem kurdischen FC Solothurn den Spitzenplatz wegschnappen. In der Gruppe 2 droht dieses Szenario dem Leader FC Niederbipp, der von Zuchwils «Zwöi» noch abgefangen werden könnte. In der Gruppe 3 steht der FC Däniken-Gretzenbach als Sieger fest. Die Saison in der 5. Liga ist beendet, es sind keine Spiele mehr nachzuholen. Die Gruppensieger und Aufsteiger bei einer Wertung heissen FC Solothurn II, FC Riedholz II und FC Fortuna Olten.

Auch der Solothurner Cup soll zu Ende gespielt werden

«Es ist uns bewusst, dass die Vorbereitungszeit bis zum Meisterschafts- und Cupstart sehr kurz sein kann», schreibt der SOFV im Brief an die Präsidentinnen und Präsidenten der Klubs. Und bittet diese, die «minimal erlaubten Trainingseinheiten durchzuführen, damit das Verletzungsrisiko minimiert werden kann.»

Die Vorrunde in der Meisterschaft und auch der Pokal-Wettbewerb sollen nach Plan des Solothurner Fussballverbands ab dem ersten Juni-Wochenende zu Ende gespielt werden. Die Cup-Viertelfinals sollen am Sonntag, 13. Juni, über die Bühne gehen. Die Halbfinals wurden auf den 19. Juni terminiert. Der Final soll am 4. Juli steigen. Nur ein Unterklassiger ist noch im Rennen um den Cupsieg verblieben: der FC Welschenrohr. Dazu die Zweitligisten Wangen bei Olten, Iliria, Bellach, Olten, Subingen, Biberist und Klus/Balsthal. Die Affichen der Viertelfinals stehen noch nicht fest.

Wann der Solothurner Cup der Frauen weitergeht, ist ebenfalls unsicher. Noch dabei sind Niederbipp, Attiswil, Fortuna Olten und Blustavia. «Die Klubs entscheiden selbst, ob sie der Doppelbelastung mit Cup und Meisterschaft gewachsen sind», schreibt der SOFV.