Swiss League

Fünfter EHCO-Sieg in Serie: Die Maschine kommt in Schwung

Im letzten Auswärtsspiel des Jahres feiert der EHC Olten einen souveränen 7:3-Sieg gegen die GCK Lions. Besonders überragend war dabei der mittlere Abschnitt, in dem die Powermäuse mit vier Treffern innert 10 Minuten für die Entscheidung sorgten.

Was ist nur aus dieser Mannschaft geworden? Der EHC Olten überzeugte auch bei seinem ersten Auftritt nach der kurzen Weihnachtspause. Beim 7:3-Sieg in Küsnacht gegen die GCK Lions zeigten die Powermäuse eine beeindruckende Leistung. Nach zwei Dritteln führten die Gäste bereits mit 7:1 und hatten die Junglöwen, die beileibe kein Kanonenfutter darstellen, dabei nach Strich und Faden auseinandergenommen. Derart gradlinig, entschlossen, schnell, präzis, schnörkellos und kaltblütig traten die Oltner auf, dass dem Gegner mitunter Hören und Sehen verging.

Exemplarisch für den EHCO-Effort war dabei eigentlich schon der frühe Treffer zum 0:1 in der 6. Minute. Leonardo Fuhrer pflügte sich unwiderstehlich vor das gegnerische Tor. Dort setzte Daniel Carbis so lange nach, bis er den Puck über die Torlinie gedrückt hatte. «Wir gehen dorthin, wo es weht tut, wo man eben solche Tore schiessen kann», freute sich EHCO-Assistenz-Trainer Marc Grieder.

Kein Vergleich mehr zu den Auftritten vor zwei Wochen

Mit der frühen Führung im Rücken wurde das Selbstvertrauen der Oltner noch grösser. Sie erdrückten in der Folge ihren Kontrahenten förmlich. Besonders bemerkenswert dabei die Tatsache, wie kaltblütig man vor dem gegnerischen Tor zur Sache ging. Kein Vergleich mehr zur verunsicherten Truppe, die offensiv wie defensiv vor etwas mehr als zwei Wochen noch allerlei Rätsel aufgab.

«Unser Zusammenhalt war immer gut. Auch dann, als es uns nicht so gut gelaufen ist. Ich denke, dass wir Spieler alle einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Wir machen vor allem weniger Fehler. Jeder spielt das, was er kann und versucht nicht mehr, auch noch den Job des Anderen zu machen», versuchte Verteidiger Janis Elsener, der unlängst selbst noch zu den grösseren Sorgenkindern der Mannschaft gehört hatte, den erstaunlichen Wandel in Worte zu fassen. «Lange versuchten wir vielleicht zu viel und überschätzten uns ein wenig. Jetzt fügen sich die Puzzleteile ineinander.»

Wie sehr die Spieler inzwischen das Motto «den Preis bezahlen» verinnerlicht haben, zeigt nicht zuletzt die Verletzung, die sich Cédric Hüsler im letzten Spiel vor Weihnachten zugezogen hat. Der Stürmer brach sich beim blocken eines gegnerischen Schusses das Wadenbein und wird circa drei Monate ausfallen. Das ist ein herber Verlust für die Oltner. Doch gegen die GCK Lions zeigten fast ausnahmslos alle Spieler, dass sie bereit sind, in die Bresche zu springen.

Hüsler drei Monate out: Kommt McTavish doch noch?

Gut möglich übrigens, dass Hüslers Verlust im Januar personell kompensiert wird. Mason McTavish, der im November zusammen mit Brennan Othmann nach Olten kommen sollte, in Montreal aber an der Weiterreise in die Schweiz gehindert worden war, könnte doch noch kommen. Angesichts der Tatsache, dass die kanadische Juniorenliga OHL ihren geplanten Saisonstart vom 4. Februar auf einen unbekannten Zeitpunkt verschoben hat, stehen die Chancen nicht schlecht, dass McTavish den EHCO wie erhofft verstärken darf.

Der Kanadier mit Schweizer Lizenz wird am 30. Januar 2021 18 Jahre alt, womit sich auch die Probleme mit seiner Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung erledigen würden. Mason McTavish ist, wie Othmann, ein heisser Kandidat für einen Erstrundendraft in der nächstjährigen NHL-Talentziehung. Blickt man auf den positiven Einfluss, den Brennan Othmann auf die Mannschaft hat, dann darf man auch dem zweiten kanadischen Teenager mit Spannung entgegenblicken.

Bei allen positiven Aspekten bleibt die grösste Herausforderung für die Oltner, dieses hohe Niveau nun zu halten. «Wenn wir diese Arbeitsmoral bewahren, dann gehören wir zu den besten Mannschaften der Liga», betont Janis Elsener. Ja: Die Maschine kommt in Schwung.

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