Extremsport
Linienpilot überflügelt die Konkurrenz: Biberister Skyrunner Christian Mathys gewinnt drittes Rennen in Serie und steht vor Gesamtsieg

Der Skyrunner Christian Mathys aus Biberist hat am Wochenende seinen dritten Sieg in der Skyrunning World Series erzielt. Damit führt er überlegen die Gesamtwertung an.

Nicolas Blust
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Christian Mathys läuft seiner Konkurrenz momentan davon und steht vor dem Sieg in der Gesamtwertung der Skyrunning World Series.

Christian Mathys läuft seiner Konkurrenz momentan davon und steht vor dem Sieg in der Gesamtwertung der Skyrunning World Series.

Marc Sixto

«Wenn ich in Andorra gewinne, rechne ich mit dem Gesamtsieg.» Mit diesen Worten blickte der Skyrunner Christian Mathys aus Biberist auf den Lauf der World Series in Andorra. Zuvor durfte sich Mathys bereits über zwei Siege in Folge in der Skyrunning World Series freuen. Und Mathys lieferte auch in Andorra ab. Mit einer Laufzeit von 2:52:40 absolvierte der Linienpilot der Swiss die 24 km lange Strecke in Andorra. Damit lief er souverän zum Sieg. Sein erster Verfolger Mitrica Leonard kam mit einem Rückstand von 5 Minuten und 14 Sekunden ins Ziel in Arinsal.

Nachdem Mathys nach dem ersten Anstieg hinauf zum Pic les Fonts noch an fünfter Stelle lag, kämpfte er sich im Abstieg und danach im Aufstieg zum Comapedrosa an seinen Konkurrenten vorbei in die Führungsposition. Im anschliessenden Abstieg liess er dann nichts mehr anbrennen und verwies seine Konkurrenz auf die hinteren Plätze. Damit gewinnt Mathys nicht nur sein drittes Rennen in Serie, sondern sorgt auch für die Vorentscheidung in der Gesamtwertung.

Gewinn der Gesamtwertung steht kurz bevor

Mit seinen drei Vollerfolgen bei drei Starts in der World Series steht der Biberister nun bei 300 Punkten. Damit hat er mehr als doppelt so viele Punkte wie der Zweitplatzierte Ricardo Cherta aus Spanien. Dieser weist nach ebenfalls drei absolvierten Läufen eine Gesamtpunktzahl von 144 Punkten aus. Obwohl noch nicht einmal die Hälfte der Rennen absolviert ist, scheint Mathys bereits uneinholbar. Besonders, da in der Gesamtwertung der Skyrunning World Series nur jeweils die besten vier Resultate zählen. Ein Blick auf die Resultate der restlichen Läufer zeigt, dass wohl keiner Mathys das Wasser reichen kann. Denn es ist unwahrscheinlich, dass noch ein anderer Läufer nur auf deren drei Siege kommen wird. Zu ausgeglichen scheint das Feld der Läufer. Lediglich Christian Mathys, der als Linienpilot der Swiss normalerweise im Cockpit sitzt, schwingt mit seiner beeindruckenden Konstanz oben aus.

Ein Grund für Mathys Dominanz ist seine gute Technik, die er vor allem auf anspruchsvollem Gelände und in den Abstiegen ausspielen kann. So auch dieses Mal in Andorra. Den Grundstein für seinen Erfolg legte Mathys nach der ersten Steigung, wo er Platz um Platz gutmachte. Denn der Rennstart führte noch über asphaltierte Strassen. Dort fühlt sich Mathys weniger wohl. So konnte er in der ersten Steigung auch nicht ganz mit den Besten mithalten und überquerte die Kuppe des Pic les Fonts als Fünfter. Danach folgte aber der Abstieg zum Pla de l’Estany. Von dort aus folgte der Anstieg hinauf zum Gipfel von Comapedrosa. Dafür mussten die Läufer eine beinahe vertikale Wand überwinden. Auf einer Strecke von 2.4 km legten Mathys und seine Konkurrenten über tausend Höhenmeter ohne markierten Weg zurück. Das ist genau das Gelände, wo sich der 34-jährige Solothurner pudelwohl fühlt. Auf dem Gipfel des zweiten Berges führte Mathys dann bereits mit über drei Minuten Vorsprung.

Erfahrung aus dem Orientierungslauf hilft enorm

«Ich bin allgemein ein Allrounder. In meiner Juniorenzeit habe ich Orientierungslauf gemacht, da war ich beim Laufen im Gelände sehr gut. Deswegen sind vor allem das Querlaufen und die Koordination meine Stärken», beschreibt Mathys seine Stärken. Dazu kommt noch, dass Mathys dieses Jahr seinen Fokus voll und ganz auf das Skyrunning legte und sich dafür spezifisch vorbereitete: «Beim Skyrunning gibt es vor allem steile Anstiege und technische Abgänge. Um das optimal zu beherrschen, braucht es ein spezifisches Training. Dabei muss vor allem die Ermüdungsresistenz gezielt trainiert werden.»

Die Vorbereitung scheint auf jeden Fall gefruchtet zu haben. Denn Mathys läuft momentan in einer eigenen Liga. Und wenn alles klappt, kann sich Mathys dann bereits am 20. August zum Sieger der Gesamtwertung küren. Denn beim Heimrennen in Zermatt, dem Matterhorn Ultraks, kann Mathys seine Führung mit einem guten Resultat so weit ausbauen, dass ihn die Konkurrenz nicht mehr einholen kann. Das Timing dafür könnte nicht besser sein. Denn ab September sitzt der Pilot, der seit über einem Jahr Kurzarbeit hat, dann wieder im Cockpit.

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