Der EHC Olten geht mit der Solothurner Zahl ins neue Jahr: Mit dem elften Sieg in Serie wahrte der Tabellenführer gegen Thurgau seine verlustpunktlose Dezemberbilanz. Bis auch der 6:3-Erfolg gegen das aufstrebende Thurgau feststand, musste er allerdings sein ganzes Potenzial in die Waagschale werfen. Doch am Ende konnte Oltens Coach Scott Beattie zufrieden feststellen, dass seine Mannschaft auf ein System vertrauen kann, dass offenbar immer rechtzeitig den lange ersehnten Torerfolg bringt.

Duell der Dezember-Höhenflieger

Das packende Duell der Dezember-Höhenflieger war noch besser, als es sich wohl die meisten Zuschauer im zum zweiten Mal ausverkauften Kleinholz ausgemalt hatten. Thurgau, das seinem verbesserten Ruf vollauf gerecht wurde, forderte den Leader bis Anfang des dritten Drittels mit seiner cleveren und effizienten Spielweise heraus. Hätte Olten im Mitteldrittel nicht vom übermotivierten Brechstangen-Eishockey zum Teamplay zurückgefunden, so hätten die Ostschweizer mit dem einen oder anderen Konter die Suppe endgültig versalzen können.

Dreimal mehr Schüsse im ersten Drittel und die allgemeine Fahrtrichtung gegen das von Caminada gut bewachte Thurgauer Tor machten zwar deutlich, dass Olten seine Offensivtrümpfe entfalten konnte. Doch punkto Schnelligkeit in der gegnerischen Zone waren die Gäste vorerst die Lehrmeister. Der frühere Olten-Verteidiger Bloch lenkte in der 6. Minute im Powerplay die Scheibe unhaltbar für Bäumle zum 0:1 ab, womit Thurgau früh Zeugnis von seiner Stärke im Überzahlspiel ablegte.

Konter mit Ansage

Nach dem Rückstand schraubten die Einheimischen ihre Motoren sukzessive auf noch höhere Tourenzahlen. Doch die selbst bei eigener nummerischer Überzahl massierte Abwehr der Auswärtigen zehrte an den Nerven der Oltner. Für deren Fans nahm die Erfolglosigkeit im Abschluss zu Beginn des zweiten Abschnitts schier unerträgliche Dimensionen an, als innert zweier Minuten Tschuor und Di Pietro zu schwach abdrückten sowie auch Wiebe (zweimal), Wüthrich und Schwarzenbach ihre Efforts gehalten sahen.

Da musste für die Paradelinie der Ostschweizer mit den Amerikanern Damon und Irmen irgendwann der gewünschte Konter kommen. Damon löste sich in der 31. Minute blitzschnell vom Oltner Gegenspieler und traf in die tiefe Ecke zum 0:2.

Blitzreaktion nach dem 0:2

Entscheidend für die weitere Entwicklung der Partie war dann jedoch die Reaktion durch Lüthi blosse 48 Sekunden danach, der einen Abschlussversuch Di Pietros erben und zum 1:2 einschieben konnte. Feser, der mit Truttmann prächtig harmonierte, buchte in der 35. Minute das einzige Powerplaytor der Oltner zum 2:2. Und 65 Sekunden vor der zweiten Pause, als die Grünweissen eben eine Unterzahlsituation überstanden hatten, eilte Parati dem Duo rechtzeitig als Anspielstation zur Hilfe, womit Hexer Caminada zum dritten Mal ausrangiert war.

Nach 4:3 auf sicherem Kurs

Nur einmal sollten sich die Oltner in der Folge noch eine Blösse geben. Das 3:3 durch Irmen in der 42. Minute war wohl auf ein mentales Nachlassen nach der 3:2-Wende zurückzuführen. Doch das 4:3 durch Tschuor in der 45. Minute lenkte die Begegnung für den Favoriten in gesicherte Bahnen. Bezeichnenderweise ging dem erneuten Oltner Führungstreffer der einzige Fehler Caminadas voraus, der die abgewehrte Scheibe dem EHCO-Captain vor den Stock tropfen liess.

Torschütze Truttmann und Passgeber Feser buchten in der 47. Minute beim 5:3 je ihren dritten Scorerpunkt. Der Kanadier wand nach dem Spiel seinem Mitspieler, aber auch dem Gegner ein Kränzchen. «Thurgau spielte hart und sehr solid. Wir kamen nur schwer in die Gänge. Als wir ab der zweiten Hälfte unsere Chancen realisierten, war die Wende im Spiel da.» Thurgau fand seinerseits auf den 2-Tore-Rückstand keine Antwort mehr.

Nüssli sah einen von Snell verursachten Penalty kläglich an Oltens Keeper Bäumle scheitern. In der Schlussphase vermochten sich die Gäste je länger desto weniger aus dem Oltner Belagerungsring zu lösen und konnten zufrieden sein, dass sie nur noch das 6:3 durch Wüst und die stehenden Ovationen des Oltner Publikums über sich ergehen lassen mussten.