Die Zeiger der Uhr auf dem Subinger Fussballplatz Affolter sind schon vor vielen Monaten um elf Minuten vor vier Uhr stehen geblieben. Am Töggelikasten in der Klubbeiz hängt ein Blatt mit der Aufschrift: «Defekt».

Da drängt sich die Frage an den Trainer auf: Funktioniert seine Mannschaft denn noch so, wie er es sich wünscht? «Ja, die Mannschaft ist intakt», antwortet Dominik Ellenberger. «Obwohl wir resultatmässig eine sehr schlechte Herbstrunde gespielt haben, war der Trainingsbesuch ausgezeichnet und auch jetzt in der Vorbereitung auf die Frühlingsrunde waren immer 18 Spieler mit grossem Einsatz dabei.

Wir hatten fünf Termine pro Woche und verbrachten das Trainingslager wie immer auf Gran Canaria. Wir haben also in der Vorbereitung sogar noch mehr gemacht als in den vergangenen Jahren.»

Aber eine Serie von so vielen Niederlagen nagt irgendwo an der Moral, dessen ist sich Ellenberger bewusst. «Natürlich haben wir uns mehr vorgenommen und es ist schwierig auszuhalten, wenn man 12 von 13 Meisterschaftsspielen verliert.

Aber der Kitt in der Mannschaft hat gehalten. Wir haben nach dem überraschenden Aufstieg eine Party gemacht, wie wir sie so vermutlich nie mehr erleben werden. Das hat meine Spieler weiter zusammengeschweisst. Aber ein Erfolgserlebnis würde uns in der heutigen Situation sicher guttun.»

Keine Illusionen

Alle wussten im vergangenen Sommer um das Risiko und dass der Aufstieg in die 2. Liga inter für die jetzige Mannschaft ein zu grosser Sprung sein könnte. «Trotzdem hatten wir uns etwas mehr erhofft», blickt Ellenberger zurück.

Obwohl es im Kader ganz offensichtlich an Substanz fehlt, blieb der Verein seiner Philosophie treu. «Der FC Subingen lockt keine Spieler mit Geld. Wir fördern stattdessen die eigenen Junioren und schauen uns in der Region nach Talenten um, kaufen aber keine teuren Verstärkungen ein», sagt Ellenberger.

Die aktuelle Situation ist also nicht ganz unerwartet eingetroffen. Als Tabellenletzter mit nur einem Punkt auf dem Konto ist nicht zu erwarten, dass Subingen den Abstieg noch abwenden kann. «Wir fahren am Sonntag nach Cornol, um zu gewinnen, und dann nehmen wir Spiel für Spiel. Es gibt immer wieder Fussballwunder», bleibt Ellenberger optimistisch.

Farmteam des FC Solothurn?

Dass in der Region sämtliche Vereine vor allem für sich schauen und kaum zusammenarbeiten wollen, erschwert die Aufgabe des Wasserämter Vorzeigevereins zusätzlich. «Eine Zusammenarbeit etwa als Farmteam mit dem FC Solothurn könnte für beide Seiten interessant sein. Ein junger Spieler könnte zum Beispiel beim FC Subingen Erfahrungen sammeln, bis er beim FC Solothurn für höhere Aufgaben herangereift ist», meint Dominik Ellenberger. «Aber darüber müssten sich die Vereinsleitungen einig werden, das gehört in meinen Augen nicht in den Aufgabenbereich des Trainers.»

Spektakuläre Transfers gab es beim FC Subingen auch in der Winterpause keine und im Team, das am Dienstag zum letzten Vorbereitungsspiel gegen den FC Wangen bei Olten einlief, waren denn auch keine Überraschungen auszumachen. Ganz anders beim Gegner: Wangen hat sich mit neun Spielern verstärkt und Trainer Felipe Giacomini ist es in kürzester Zeit gelungen, der total umgebauten Mannschaft das System seiner Handschrift aufzudrücken.

Die Wangner dominierten das Testspiel mit einem beeindruckenden Pressing und gewannen gegen den FC Subingen diskussionslos mit 3:0, wobei unter Wangens Zuzügen Torhüter Erik Krivulcik (Slowakei), Mittelfeldspieler Wellington dos Santos (zurück aus Brasilien) und im Sturm Claudio Zenger (Schötz) herausstachen.