Es war schon ein ganz flotter Auftritt, welchen der EHC Olten vor 855 Zuschauern bei erstbester Gelegenheit hinlegte. Mit der Düsseldorfer EG stand immerhin ein letztjähriger DEL-Playoff-Halbfinalist auf der Gegenseite, doch davon liessen sich die unterklassigen Gastgeber nicht gross beirren. Sie zeigten den von ihrem Coach Heikki Leime geforderten Mut und kriegten von diesem nach dem Spiel entsprechend wohlwollende Kritiken. «Wir haben viele gute Dinge gemacht, das war wirklich okay heute.» Gleichzeitig ortete er aber auch jede Menge Punkte, welche verbessert werden müssten, was zu diesem frühen Zeitpunkt aber absolut normal sei. Denn diese Punkte sah man nicht nur beim EHCO, sondern vor allem auch bei den Deutschen, welche sich, notabene, bereits eine Woche länger im Eistraining befinden.

Dass gewisse Automatismen beim Gegner bereits funktionierten, war unübersehbar. Vor allem die erste Hälfte des Mitteldrittels gehörte eindeutig der DEG, welche in dieser Phase beinahe den Unterschied in einer bislang ausgeglichenen Partie ausgemacht hätte. Innert 78 Sekunden zogen sie mit zwei Treffern auf 3:1 davon und hatten die Partie im Griff – ehe Shayne Wiebe einen Feser-Effort nach überstandener Unterzahl zum 2:3 vollendete.

Wiebe war einer derjenigen Akteure, welche aus dem Oltner Kollektiv herausragten. Er arbeitete physisch stark und zeigte auch spielerische Ansätze. Noch auffälliger und auch um einen Treffer erfolgreicher agierte gestern Abend jedoch Philipp Wüst. Zweimal glich der pfeilschnelle Stürmer die Partie aus, wobei vor allem das 3:3 sehenswert war. Zuerst tunnelte er Nati-Verteidiger Stephan Daschner, umspielte zwei Verteidiger und schon die Scheibe schliesslich am eingewechselten Ersatzgoalie Felix Bick vorbei in die entfernte Ecke.

Kein schlechtes Spiel

Für das erste Spiel überhaupt, nach einer intensiven Woche, habe man gewiss nicht schlecht gespielt, resümierte der Doppeltorschütze. Und er bestätigte den Eindruck, dass beide Mannschaften unbedingt gewinnen wollten – Testspiel hin, oder her: «Auf jeden Fall, dieses Ziel verfolgt man in jeder Partie. Trotzdem versucht man natürlich, die Anweisungen des Trainers umzusetzen und am System zu arbeiten.»

Grund zur Freude hatte mit Ueli Huber, im letzten Jahr noch Elite-Junior beim EV Zug, auch einer der insgesamt sieben neuen Akteure, welche gegen Düsseldorf zu ihrer Feuertaufe im EHCO-Dress kamen. Der 20-jährige Tryout-Spieler zeigte ganz gute Ansätze und hätte zumindest einen Treffer erzielen müssen. «Ich bin nur halb zufrieden», sagte er deshalb, war aber in erster Linie froh, den Sprung zu den Grossen so schnell geschafft zu haben. «Es ist etwas komplett anderes, gegen Mannen zu spielen, als gegen Jungs. Dass ich gleich beim Debüt mit Schneuwly und Truttmann in einer Linie spielen konnte, hat mir sicher sehr geholfen.»