EHC Olten

Er hat die Komfortzone verlassen, jetzt kehrt Diego Schwarzenbach zurück ins Kleinholz

Diego Schwarzenbach kommt mit dem HC La Chaux-de-Fonds ein erstes Mal als Gegner des EHCO ins Kleinholz.

Diego Schwarzenbach kommt mit dem HC La Chaux-de-Fonds ein erstes Mal als Gegner des EHCO ins Kleinholz.

Diego Schwarzenbach spielt nach elf Saisons in Grün-Weiss ein erstes Mal im Stadion Kleinholz gegen seinen EHC Olten. Er sagt: «Es wird ein spezielles Spiel.»

7 Uhr morgens: Für Spitzensportler mit körperlichen Höchstleistungen ist es eine ungeheuerliche Uhrzeit, derart früh aufstehen zu müssen. Nicht so für Diego Schwarzenbach. Der ehemalige EHCO-Stürmer muss dann aus dem Haus, um pünktlich um neun Uhr bei seinem neuen Arbeitgeber La Chaux-de-Fonds auf dem Eis zu stehen. «Man gewöhnt sich daran», sagt er schmunzelnd.

Wird es jedoch in La Chaux-de-Fonds auch mal spät, bleibt er vor Ort in der 1,5-Zimmerwohnung, um den Weg nach Hause nach Oberbuchsiten nicht auf sich nehmen zu müssen.

Ausserdem hat er den Teilzeit-Job in Olten behalten: «An zwei Nachmittagen die Woche versuche ich, im Büro in Olten zu arbeiten», sagt er.

Fremdsprache lernen

Für Diego Schwarzenbach hat sich in den vergangenen Monaten viel geändert. Nach dem Transfer von Olten zu La Chaux-de-Fonds musste er sich nach elf ereignisreichen EHCO-Jahren «aus dem bequemen Nestchen bewegen», wie er selber sagt.

«Es ist vieles anders hier in La Chaux-de-Fonds – das Team, das Stadion, das Umfeld, die Sprache, die Spielkultur, das Eistraining. Aber es ist das, was ich gesucht habe», sagt Schwarzenbach sichtlich zufrieden und ganz offensichtlich ohne Reue nach der Veränderung, die auch mit einer Art Weiterbildung verbunden ist: Schwarzenbach kommt immer besser mit der französischen Sprache zurecht. «Man kommt nicht darum herum, es zu lernen. Aber ich staune, wie schnell man eine Fremdsprache aufnimmt.»

Diego Schwarzenbach wechselte von Olten nach La Chaux-de-Fonds

Diego Schwarzenbach wechselte von Olten nach La Chaux-de-Fonds

Der 30-Jährige hat seine Rolle im Team von La Chaux-de-Fonds unlängst gefunden. «Es geht immer besser», sagt er. Es ist eine bescheidene Sichtweise, ist der Ex-Oltner in der Team-Hierarchie doch allmählich hochgeklettert, sammelte in 12 Spielen drei Tore und fünf Assists. Zum Vergleich: Damit stünde er intern beim EHCO auf Rang drei.

Das kommt nicht zuletzt daher, dass er von HCC-Trainer Alex Reinhard das Vertrauen bekommt, beispielsweise neben Ausländer John McFarland im Powerplay stürmen zu dürfen.

«Die Stimmung ist gut. Das Ziel ist ein Platz unter den ersten Vier. Wir haben die ersten drei Derbys gegen Ajoie alle gewonnen, was dem Klub und dem Umfeld viel bedeutet.» Es folgten alsbald zwei Dämpfer mit empfindlichen Niederlagen gegen Thurgau und EVZ Academy.

Und nun folgt ausgerechnet das Spiel gegen einen EHC Olten, der die letzten sechs Meisterschaftspartien gewonnen hat. «Ich freue mich auf das Spiel, obwohl ich nicht recht weiss, was mich erwartet. Es wird speziell sein, im Kleinholz gegen den EHCO zu spielen», sagt Schwarzenbach.

Zumindest das Spiel gegen seine Ex-Teamkollegen in La Chaux-de-Fonds (4:3 für Olten) habe er nicht als schlimm empfunden. «In Olten wird es bestimmt emotionaler werden.»

Ein Oltner geblieben

Schwarzenbach ist ein Oltner geblieben und verspürt trotz Abgang keinerlei schlechte Gefühle – im Gegenteil: Er verfolgt den EHCO regelmässig.

«Das lässt sich nach solch langer Zeit bei einem Klub auch nicht abschalten. Ich freue mich nach wie vor, wenn sie gewinnen – solange es nicht gegen uns ist», sagt er lachend, um dann ernsthaft hinzuzufügen: «Schade, dass sie die Verlängerung gegen Biel im Cup nicht gewinnen konnten.»

Das starke Cupspiel gegen den Oberklassigen hat auch bei den Neuenburgern Eindruck hinterlassen. «Es wird hier davon gesprochen, dass man in Olten immer schwierige Spiele zu bestreiten hat. Vielleicht ist bei einigen der 1:10-Blues aus der letzten Saison noch im Hinterkopf präsent.»

10:1? Ein Ergebnis, das die Oltner nur zu gerne nehmen würden.

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