Swiss League Playoffs

Enttäuschender Auftritt in Langenthal: Olten verliert und taumelt Richtung Saisonende

Dem EHC Olten enttäuscht bei der 1:4-Niederlage in Langenthal auf der ganzen Linie. Statt den Schwung aus dem 7:0-Sieg vom Sonntag mitzunehmen, zeigten die Oltner einen fehlerhaften und leidenschaftslosen Auftritt. Die Quittung? Ab jetzt heisst es für den EHCO: Verlieren verboten. Sonst ist das Saisonende Tatsache.

Wer gehofft hatte, dass der 7:0-Sieg am Sonntag der grosse Befreiungsschlag für den EHC Olten war und die Playoff-Kampagne 2020 damit nun so richtig lanciert wurde, der wurde an diesem kalten Mittwochabend im Langenthaler Schoren ganz, ganz bitter enttäuscht. Die Oltner waren im Vergleich zum rauschenden Auftritt vor eigenem Publikum nicht mehr wieder zu erkennen. Im Gegenteil: All die Tugenden, die sie im letzten Spiel ausgezeichnet hatten, der Biss, der Kampfgeist, die Leidenschaft, der Spielwitz, die Präzision – sie waren in den 72 Stunden Pause offensichtlich alle verloren gegangen. Das Resultat: eine verdiente 1:4-Niederlage. Und ein 1:3-Rückstand in der Viertelfinalserie. Nach diesem unglaublich ernüchternden Auftritt bleibt nur noch eine Erkenntnis: Der EHC Olten taumelt ungebremst in Richtung Saisonende.

Highlights Langenthal - Olten (26.2.2020)

Rüegseggers Doppelschlag ins Verderben

Es fällt schwer, eine Erklärung dafür zu finden, was die Oltner Cracks im Schoren darboten. Der Start war gut, die Chancen auf den wichtigen Führungstreffer da. Aber schon bald machten sich die Anzeichen bemerkbar, dass dem EHCO ein schwieriger Abend bevorstehen könnte. Vor allem, nachdem die bissigen Langenthaler durch Langnau-Leihgabe Stefan Rüegsegger im Powerplay in Führung gingen (9.). Und noch viel mehr, als wiederum Rüegsegger einen miserablen Spielerwechsel der Oltner kaltblütig zum 2:0 verwertete (16.).

Zwar gelang dem EHCO durch Michael Rudolf noch vor der ersten Sirene der Anschlusstreffer (18.) – nach wunderbarer Vorarbeit des mit Abstand besten Oltners, Lukas Haas. Doch das Strohfeuer, welches dieses Tor entflammte, erlosch spätestens nach dem 3:1 der Langenthaler durch Stefan Tschannen (38.). Spalier stand bei diesem Tor übrigens die nominell erste Sturmlinie der Oltner mit Dion Knelsen, Stan Horansky und Garry Nunn, die in diesem vierten Viertelfinalduell nach dem Feuerwerk vom Sonntag verblüffenderweise kein Bein vor das andere brachte. Der Auftritt der designierten EHCO-Leader war symptomatisch für den Auftritt der ganzen Mannschaft. Da fehlte es an allem.

Vor allem am letzten Willen, an der letzten Entschlossenheit, dieser Serie nun endgültig eine andere Dynamik zu verleihen und das Momentum auf seine Seite zu reissen. Und das ist eigentlich die erschreckendste Erkenntnis dieses Abends. Man hatte vor allem im letzten Drittel nie das Gefühl, dass sich diese Mannschaft mit aller Macht gegen das drohende Schicksal auflehnt. Im Gegenteil: Je länger das Spiel dauerte, umso ratloser und wirrer wurden die Offensivaktionen. Die cleveren Langenthaler hatten kaum eine wirklich kritische Situation zu überstehen. Und wenn es mal brenzlig wurde, dann stand da Goalie Philipp Wüthrich als Fels in der Brandung.

Behalten die Pessimisten recht?

Nun ist die erschreckende Quittung da: die Oltner sind nur noch eine Niederlage vom Saisonende entfernt. Von einem Szenario, welches man sich vor einer Woche nur in seinen pessimistischsten Fantasien ausgemalt hätte. Aber es ist immer wahrscheinlicher, dass die ewigen Pessimisten wieder einmal recht behalten.

Fakt ist aber auch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Noch können die Oltner diese Saison mit drei Siegen in Serie retten. «Jetzt gibt es nur noch eins für uns: Wir müssen all-in gehen», umschrieb Verteidiger Daniel Eigenmann die Ausgangslage. Ja, jetzt muss der EHCO tatsächlich aufs Ganze gehen. Fragt sich nur, ob diese Nachricht auch in den Köpfen der Spieler ankommt. Nimmt man den Auftritt in Langenthal als Massstab, dann ist zu befürchten, dass dies nicht der Fall ist. Aber sie haben nun die Chance, die Pessimisten eines Besseren zu belehren.

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