«Wars das schon für den EHCO?», fragte sich wohl die Mehrheit der 5066 Zuschauer im Eisstadion Kleinholz nach dem bitteren 1:4 im fünften Halbfinal-Duell gegen den SC Langenthal.

Die Oltner sind damit nämlich nur noch eine Niederlage vom vorzeitigen Saisonende entfernt. Am Freitagabend in der Schorenhalle stehen die Powermäuse erstmals mit dem Rücken zur Wand. Ab jetzt heisst es: Verlieren verboten!

Dass es soweit gekommen ist, ist gleichermassen ärgerlich wie überflüssig. Denn die Oltner hatten es am Mittwochabend in der Hand, sich selber den ersten Matchpuck zu erkämpfen. Das klare Schlussresultat täuscht darüber hinweg, dass der EHCO lange Zeit sehr viel richtig machte. Ausser, dass er die klaren Vorteile nicht in Zählbares in Form von Toren ummünzen konnte.

Highlights: EHC Olten - SC Langenthal, Halbfinal-Playoffs, Spiel fünf

Simon Rytz: Top und Flop

Diego Schwarzenbachs Powerplaytreffer in der 18. Minute war aus Sicht der Oltner ein viel zu karger Ertrag eines couragierten Auftritts. Der EHCO zeigte das beste Drittel der ganzen Playoff-Serie und hätte zwingend höher führen müssen. Das Drama akzentuierte sich zu Beginn des zweiten Durchgangs, als die Langenthaler die Weichen auf Sieg stellten.

Erst schaffte Martin Ulmer das Kunststück, statt das leere Tor nur den Pfosten zu treffen. Dieser zweiten Treffer wäre wohl schon eine kleine Vorentscheidung gewesen. Zumal Oltens Goalie Simon Rytz kurz zuvor eine Weltklasse-Parade gegen Langenthals Brent Kelly fabriziert hatte.

Doch dann avancierte ausgerechnet Rytz zu einem der tragischen Helden des Abends. Er liess sich von SCL-Captain Stefan Tschannen mit einem harmlosen Schüsschen am kurzen Pfosten erwischen. 70 Sekunden später zappelte der Puck schon wieder im Tor der Oltner.

Diesmal reagierte Robin Leblanc schneller als alle EHCO-Spieler und traf während einer Doppelstrafe gegen Clarence Kparghai zum zweiten Mal im Powerplay. Innert kürzester Frist hatten die Langenthaler das Spielgeschehen mit einer eiskalten Effizienz auf den Kopf gestellt.

Mangelnde Chancenauswertung

Was folgte, war ein verzweifeltes, aber immer kopfloser werdendes Anrennen der Oltner, die aber das nötige Abschlussglück an diesem Abend ganz einfach nicht mehr fanden. Tim Grossniklaus traf kurz vor dem Ende des zweiten Drittels nochmals den Pfosten und Bryce Gervais scheiterte einmal mehr solo vor Wüthrich.

Der Kanadier war einer der Hauptsünder punkto ausgelassener Chancen. Das könnte dem EHCO in der Endabrechnung teuer zu stehen kommen. Auf der anderen Seite glänzten die Langenthaler mit ihrer unglaublichen Kaltblütigkeit. Robin Leblanc krönte seinen grossen Abend mit einem lupenreinen Hattrick.

Trotz Niederlage einen Schritt vorwärts

So bitter die Niederlage aus Sicht der Oltner letztlich ist, so muss man an dieser Stelle festhalten, dass die Mannschaft bis weit ins letzte Drittel hinein die beste Leistung der gesamten Halbfinalserie gezeigt hatte: «Es ist schwierig, ein Fazit zu ziehen. Es war von uns kein schlechtes Spiel. Auf jeden Fall besser als die vier vorangegangenen», analysierte der einzige Torschütze der Oltner, Diego Schwarzenbach und fand sogar einige positive Aspekte:

«Wir haben uns in der Defensive besser verhalten, standen enger am Mann, gewannen viele Pucks, konnten kontern und die Langenthaler zwischenzeitlich sogar in deren Zone einschnüren. Das ist uns vorher nie gelungen. Auch wenn es blöd tönt: Wir haben einen Schritt vorwärtsgemacht, obwohl wir verloren haben.»

Trotzdem bleibt die Tatsache, dass der EHC Olten nur noch eine Niederlage vom Lichterlöschen entfernt ist. Schwarzenbach lässt sich durch diese Ausgangslage nicht beunruhigen: «Es ist auch für die Langenthaler keine einfache Situation. Sie müssen nun zuhause den Sack zumachen. Wenn ihnen das nicht gelingt, droht ihnen am Sonntag ein siebtes Spiel hier im Kleinholz. Dann ist der Heimvorteil wieder bei uns.» In Olten hat man zwar ein wichtiges Spiel, aber nicht den Mut verloren. 

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