Eishockey
Diego Schwarzenbach und die Suche nach den Instinkten Eishockey

Die Oltner Stürmerlegende ist in der laufenden Saison noch überhaupt nicht in Tritt gekommen. Während der Feiertage zwang ihn der Coronavirus auch noch in die Isolation. Es kann für ihn in jeder Beziehung nur besser werden.

Marcel Kuchta
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EHCO-Stürmer Diego Schwarzenbach.

EHCO-Stürmer Diego Schwarzenbach.

Marc Schumacher / freshfocus

Das Jahr 2020 ging für Diego Schwarzenbach im wahrsten Sinne des Wortes symptomatisch zu Ende. Er verbrachte die Festtage in der Isolation. Kurz vor Weihnachten hatte es dem Stürmer des EHC Olten einen positiven Coronatest ins Haus geschneit. Damit war er zum zuschauen verurteilt, verpasste insgesamt fünf Meisterschaftsspiele. Immerhin: Der Krankheitsverlauf blieb vergleichsweise harmlos: «Ein bisschen Fieber, ein bisschen Husten – das war alles», so Schwarzenbach.

Die magere Skorerbilanz: 5 Punkte in 19 Spielen

Diese ungemütlichen, letzten Tage des Jahres passten aber perfekt zu einer Saison, die bisher alles andere als so gelaufen ist, wie sich der 33-Jährige das vorgestellt hatte. Allein der Blick auf die nackten Zahlen seiner Skorerpunkte verrät schon sehr viel. 19 Spiele, 2 Tore, 3 Assists. Für einen Stürmer, der sich vor allem über seinen offensiven Output definiert, sind das mehr als bescheidene Werte. Zum Vergleich: In den über 700 Spielen, die der Thaler schon im EHCO-Dress bestritten hat, wurde er über 500-mal als Torschütze oder Passgeber auf den Matchblättern erwähnt.

Woran, also, liegt es, dass Diego Schwarzenbach mehr schlecht als recht durch die erste Saisonhälfte geschlichen ist? «Es ist schwierig, schon fast verhext», versucht das Oltner Urgestein seine Gefühlslage in Worte zu fassen. «Was auch immer ich versuche, irgendwie klappt es nicht. Mal bin ich zu früh dran, dann zu spät. Oft passt es einfach nicht.» Kämpferisch und auch punkto defensivem Einsatz kann man Schwarzenbach keine Vorwürfe machen. Aber für einen Spieler, der Zeit seiner Karriere vor allem von seiner Torgefährlichkeit und seiner Kreativität gelebt hat, ist der harzige Lauf der Dinge zermürbend.

«Es tönt abgedroschen. Aber ich muss versuchen, einfacher zu spielen und vor allem weniger nachzudenken. Jedesmal, wenn man zu viel denkt auf dem Eis, kommt man den entscheidenden Schritt zu spät.»

Oder anders ausgedrückt: Diego Schwarzenbach will wieder das werden, was ihn während mehr als einem Jahrzehnt als einen der konstantesten NLB-Stürmer ausgezeichnet hat: Ein Instinkt-Spieler, der meistens am richtigen Ort steht.

Dass EHCO-Headcoach Fredrik Söderström weiter an den Routinier glaubt, zeigt die Tatsache, dass Schwarzenbach seinen Stammplatz nie verloren hat. «Gut ist für mich auch, dass es wenigstens der Mannschaft inzwischen gut läuft», sagt der Flügel mit Blick auf die jüngste Siegesserie der Oltner. Diego Schwarzenbach selber hält sich nun an das Prinzip Hoffnung. Und bemerkt: «Bisher ist es mir in der Regel während der Quali gut gelaufen und dann in den Playoffs nicht mehr so. Ich hätte nichts dagegen, wenn es in dieser Saison mal umgekehrt wäre.»

Am Donnerstagabend gegen die EVZ-Academy

Der EHC Olten befindet sich punkto Spiele-Intensität im Playoff-Modus. Bis Ende Monat gibt’s quasi im Zweitagesrhythmus Meisterschaftsspiele. Schon am Donnerstagabend kommt die EVZ Academy ins Kleinholz. Gegen die Zuger streben die Oltner ihren achten Sieg in Serie an. Zur Erinnerung: Kurz vor Weihnachten gab’s einen 8:1-Kantersieg für den EHCO gegen denselben Gegner. Im Vergleich zum 2:1-Erfolg am Dienstag gegen die Ticino Rockets dürfte dieselbe Mannschaft auflaufen. Möglicherweise kommt Nico Gurtner zu seinem Comeback.