Cross-Triathlon

Eineinhalb Liter Cola als Belohnung: Ladina Buss ist neue Schweizer Meisterin im Cross-Triathlon

Ladina Buss läuft am X-Terra Switzerland als erste Schweizerin über die Ziellinie.

Ladina Buss läuft am X-Terra Switzerland als erste Schweizerin über die Ziellinie.

Ladina Buss wurde am X-Terra Switzerland Zweite und als beste Einheimische neue Schweizer Meisterin im Cross-Triathlon.

Die Voraussetzungen vor dem Start waren nicht gut. Ende Mai hatte sich Ladina Buss bei einem Sturz am Städtli-Bike in Sursee die Rippen gequetscht. In der Folge waren Schwimmtrainings in den letzten sieben Wochen nur eingeschränkt möglich. Die Erwartungen vor dem Cross- Triathlon im Vallée de Joux im Waadtland, der als Schweizer Meisterschaft zählte, waren bei ihr dementsprechend tief. «Ich kann zumindest Wettkampferfahrung sammeln und einfach das Maximum zeigen», dachte sich Buss. «Beim Biken und Laufen hatte ich im Vorfeld ein sehr gutes Gefühl. Das Schwimmen muss ich einfach überstehen.»

Am Freitagnachmittag reiste sie an – «eine gemütliche Fahrt» – und kaum angekommen, besichtigte sie bereits die Mountainbike-Strecke. «Der ideale Einstieg in das Wochenende. Am Abend gabs selbst gemachte Pasta auf dem Campingkocher direkt an der Laufstrecke.» Der Wettkampftag am Samstag begann mit einem «Schwumm» im Lac Brenet, es folgten ein ausgiebiges Frühstück, Rührei und Zopf mit Honig und etwas Relaxen unter dem Sonnendach des Campers.

Keine Nachwirkungen mehr vom Sturz

Um 14 Uhr galt es ernst. Die Athletinnen und Athleten stürzten sich in den Lac Brenet. «Ich startete schnell und lag nach kurzer Zeit an dritter Stelle», so Buss. Die Rippenquetschung behinderte sie nicht. «Ich musste zum Glück keine Rollwenden machen. Am Schluss hat mir etwas die Kraft in den Schultern gefehlt. Aber ich war sehr zufrieden mit dem ersten Teil des Rennens.» Als Neunte stieg sie aus dem See.

Auf dem Mountainbike machte Buss von Anfang an Druck: «Ich hatte auf den 26 Kilometern nie einen Durchhänger, fuhr sicher und fokussiert.» Schon bald überholte sie die zweitplatzierte Französin Isabelle Ferrer und dann musste die Führende, die Britin Nicole Walters, wegen eines Plattfusses aufgeben. «Ich liess mich davon nicht irritieren, wollte einfach weiter mein Rennen machen», dachte Buss in diesem Moment. Sie wechselte als Führende auf die Laufstrecke.

EM in Tschechien

Ihr «kleiner Fanklub», bestehend aus Freund, Mutter und dem Bruder, hielt sie während des gesamten Rennens auf dem Laufenden. Die Französin Camille Defer hatten aber weder sie noch Buss selbst auf dem Radar. «Ich war völlig überrascht, als sie an mir vorbeiraste, und konnte nicht mehr kontern.» Doch sie freute sich am Ende mehr darüber, dass sie den zweiten Platz verteidigen konnte. «Dass ich nicht gewann, ärgert mich kein bisschen. Ich bin Schweizer Meisterin, das war eines der beiden grossen Saisonziele. Ich war überglücklich nach dem Rennen.»

Zur «Belohnung» gab es eineinhalb Liter Coca-Cola. «Zum Essen muss ich mich nach den Rennen fast zwingen», so Buss. Bis Ende August stehen bei der 31-jährigen Oberstufen-Lehrerin noch die Triathlons der X-Terra-Serie in Frankreich, Italien und Deutschland in der Agenda. Dazwischen die EM in Tschechien. «Den Podestplatz, mein zweites grosses Ziel, habe ich. Jetzt will ich weiterhin gute Rennen zeigen. Mal schauen, ob es nochmals fürs Podest reicht.»

Noch immer in der Region verwurzelt

Ladina Buss, die lange Zeit in Starrkirch-Wil gelebt hat und mittlerweile in Willisau wohnt, trainiert in ihrer Freizeit immer noch die Nachwuchshoffnungen des Tri Team Oensingen. Sie sei Headcoach von einem guten Dutzend «mega motivierter» Athletinnen und Athleten. Trainings organisieren, Wettkampfbetreuung leiten und coachen; ein grosser Aufwand. «Dafür investiere ich gerne Zeit», sagt Buss. «Wir sind eine coole Gruppe. Es macht sehr viel Spass.»

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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