EHC Olten

Eine Vertragsverlängerung als schönstes Weihnachtsgeschenk

Eine Wand: Auf Torhüter Simon Rytz ist Verlass.

Eine Wand: Auf Torhüter Simon Rytz ist Verlass.

Goalie Simon Rytz bleibt bis 2022 beim EHC Olten. Auch mit 36 Jahren ist der Routinier hoch motiviert – und als Leader auch neben dem Eis extrem wertvoll für die Mannschaft.

Wenn man im – für Sportverhältnisse – hohen Alter von 36 Jahren einen Zweijahresvertrag bei einem ambitionierten Eishockeyklub unterschreiben darf, dann hat man in seiner Karriere einiges richtige gemacht. Simon Rytz geniesst das Privileg, seit dem 23. Dezember offiziell zu wissen, dass er bis im Frühling 2022 auf höchstem Niveau das tun darf, was er so sehr liebt: Eishockey spielen. Oder genauer gesagt: In seiner Rolle als Goalie Pucks abzuwehren. Für den EHCO-Keeper war diese Vertragsverlängerung das schönste Weihnachtsgeschenk.

Aber ist es das auch für den Klub? Schaut man auf die Statistiken der aktuellen Saison, dann könnte man auf den ersten Blick sagen: Nein. Mit einem Gegentoreschnitt von 2,93 pro Spiel und einer Fangquote von 89,3 Prozent weist Rytz unterdurchschnittliche Werte vor. Aber die Zahlen allein verraten eben nicht immer die ganze Wahrheit. «Er macht nach wie vor alles für den Erfolg und ist für den EHC Olten auf und neben dem Eis eine enorm wichtige Figur», lobt Sportchef Marc Grieder den Routinier. Rytz gehört dank seines Ehrgeizes und seiner Erfahrung zu den wichtigsten Leaderfiguren in der Garderobe. Selbst wenn also die Zahlen durchwachsen sind, so weiss man in Olten trotzdem, was man mit der Weiterverpflichtung des Torhüters erhält.

Wie sehr das Feuer in Simon Rytz immer noch brennt, zeigt sich, wenn über die schmerzhafte 1:4-Niederlage vor über 5500 Zuschauern im Derby gegen Langenthal spricht: «So etwas wurmt mich extrem. Nach solchen Spielen fällt mir das Einschlafen immer noch schwer. Aber wenn ich diesen Ehrgeiz und dieses Feuer in mir nicht mehr hätte, dann müsste ich aufhören.»

Sportchef Grieder schafft sich mehr Spielraum

Kommt dazu: Durch diese Vertragsverlängerung schafft sich auch Sportchef Marc Grieder den nötigen Spielraum in einem schweizweit völlig überhitzten Goaliemarkt. Silas Matthys, der in seiner ersten Saison im Dress der Powermäuse bisher vollauf zu überzeugen wusste, hat (wie der EHCO) bis Ende Januar Zeit, seine Option auf eine Vertragsverlängerung zu kündigen. So ist Grieder auf jedes Szenario vorbereitet. Er weiss: Mit Simon Rytz hat er einen sicheren Wert im Tor unter Dach und Fach.
Zumal der Seeländer noch lange nicht daran denkt, seine Karriere auf seine alten Tage hin gemütlich ausklingen zu lassen: «Ich fühle mich körperlich sehr gut, habe immer noch grosse Lust, Eishockey zu spielen und bin entsprechend sehr motiviert. Dieser Sport ist meine Passion, in die ich sehr viel investiert habe. Man hat nur eine Karriere. Die möchte ich so lange wie möglich geniessen», sagt Rytz, der die Verhandlungen mit Marc Grieder als sehr unkompliziert beschreibt: «Ich spiele sehr gerne in Olten. Deshalb haben wir uns auch recht schnell geeinigt.»

Der Deal dürfte für den EHCO auch in finanzieller Hinsicht interessant sein. Denn Rytz treibt logischerweise auch seine berufliche Karriere neben dem Eis voran. Er hat sich vor ein paar Jahren zum Berufsmasseur ausbilden lassen und ist dabei, sich eine eigene Praxis aufzubauen. «Beruf und Hockey gleichzeitig wird anstrengend», weiss Simon Rytz. «Aber es gibt mir einen anderen Fokus und so gehe ich auch anders ans Eishockey heran.»

Heute Abend im Heimspiel gegen Thurgau (19.45 Uhr) kann er sich zurücklehnen. Matthys wird das EHCO-Tor hüten.

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