Eishockey

Eine spannende Option für den EHCO-Sturm

Im Dress der GCK Lions im Zweikampf mit Oltens Garry Nunn: Leonardo Fuhrer.

Im Dress der GCK Lions im Zweikampf mit Oltens Garry Nunn: Leonardo Fuhrer.

Mit der Verpflichtung von Stürmer Leonardo Fuhrer hat EHCO-Sportchef Marc Grieder die Transfer-Kampagne im Hinblick auf die kommende Saison mit allergrösster Wahrscheinlichkeit abgeschlossen. Der 27-jährige Fuhrer hat für zwei Jahre unterschrieben und bringt spielerische Klasse sowie Wasserverdrängung in die Oltner Offensive.

Eigentlich war der Transfer mit dem schweiz-brasilianischen Doppelbürger schon lange aufgegleist. Aber die Coronakrise mit all ihren fatalen Nebenwirkungen hat dafür gesorgt, dass sich die Offizialisierung der Neuverpflichtung von Leonardo Fuhrer um ein paar Wochen verzögerte. Jetzt steht fest: Der 27-Jährige wird ab der kommenden Saison, wann auch immer diese beginnen mag, im Dress des EHC Olten auflaufen. Er hat einen Vertrag mit zwei Jahren Laufzeit unterschrieben.

Mit Leonardo Fuhrer hat sich Grieder die Dienste eines Swiss-League-Spielers der oberen Hubraumklasse gesichert. Beim HC Ajoie kam der ehemalige Junior von Fribourg-Gottéron in den Saisons 16/17 und 17/18 in 113 Spielen auf beachtliche 96 Skorerpunkte (45 Tore). Nach einem kurzen Abstecher in die NLA zu den Rapperswil-Jona Lakes, bei denen er 12 Spiele absolvierte, kehrte er in die zweithöchste Spielklasse zum HC Thurgau zurück, ehe er auf die letzte Saison zu den GCK Lions wechselte, wo er in 44 Spielen auf 28 Skorerpunkte kam, darunter 15 Tore.

Starke zweite Saisonhälfte

Bemerkenswert dabei: Fuhrer drehte vor allem in der zweiten Saisonhälfte massiv auf. In den ersten 22 Partien sammelte er lediglich 2 Pünktchen (je 1 Tor und 1 Assist), ehe er einen Steigerungslauf hinlegte. Alleine in den letzten sechs Partien der Regular Season, als die GCK Lions heftig um einen Playoff-Platz kämpften, gelangen Leonardo Fuhrer zehn (!) Tore - darunter drei im Schlüsselspiel gegen den direkten Konkurrenten EVZ Academy. Er spielte schliesslich auch in den Playoffs, als sich die GCK Lions gegen Qualisieger Kloten sehr teuer verkauften, als Center der ersten Sturmlinie eine gute Rolle.

Fuhrer ist auf Stufe Swiss League also nicht nur ein ausgewiesener Skorer, er bringt mit seinen Körpermassen (1,88 Meter, 92 kg) auch die nötige Wasserverdrängung mit. Eine Eigenschaft, auf die EHCO-Sportchef Marc Grieder beim Umbau der Mannschaft besonders viel wert legte. "Leonardo bringt Routine mit, Spielstärke, Schlauheit und ist sicher im Powerplay eine gute Option", sagt Grieder über seine neuste Verpflichtung und fügt an: "Wir erhoffen uns, dass er in Olten zu alter Stärke aus seinen besten Tagen bei Ajoie zurückfindet." 

Schon der Vater spielte für den EHCO

Interessantes Detail am Rande: Der Vater von Leonardo Fuhrer ist Riccardo Fuhrer, der zwischen 1988 und 1990 ebenfalls das EHCO-Dress trug - damals noch in der Nationalliga A. Papa Fuhrer wurde ausserdem fünfmal Schweizer Meister mit Bern und Lugano und war jahrelang Trainer beim HC La Chaux-de-Fonds.

Auf dem Papier hat EHCO-Trainer Fredrik Söderström nun gerade auf der wichtigen Center-Position einige Optionen. Jewgeni Schirajew könnte beispielsweise den nach Ambri abgewanderten Stan Horansky an der Seite von Dion Knelsen und Garry Nunn ersetzen. Leonardo Furer könnte dafür zusammen mit Neuverpflichtung Daniel Carbis und Diego Schwarzenbach eine schlagkräftige,  zweite Sturmlinie bilden. 

Wie gut ist die Verteidigung?

Beim Blick auf das nun fast komplette EHCO-Kader  (nur noch die B-Lizenz-Spieler fehlen) bleibt nur die Frage, wie gut die Verteidigung besetzt ist. Punkto Muskelmasse und Bösartigkeit siehts nach den Zuzügen von Jens Nater und von Nico Gurtner nicht schlecht aus. Die spielerische Klasse von Anthony Rouiller (zu Ajoie), Daniel Eigenmann (Destination unbekannt) und teilweise auch Riccardo Sartori (Biel) wurde allerdings nicht ersetzt.

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