Swiss League

Eine schmerzhafte Schlappe: Der EHCO wird von Ajoie vorgeführt

Die Oltner verlieren auch die zweite Partie gegen den Tabellenführer Ajoie. Phasenweise wurden die Powermäuse vor 2412 Zuschauern von Ajoie derart vorgeführt, dass EHCO-Headcoach Fredrik Söderström nach dem Spiel zugeben musste: «Es war schmerzhaft, das ansehen zu müssen.»

Was kann eine Mannschaft, die verzweifelt auf der Suche nach Stabilität und Selbstvertrauen ist, überhaupt nicht brauchen? Genau: ein frühes Gegentor. 47 Sekunden dauerte es, ehe der Puck zum ersten Mal im Tor des EHC Olten landete. Ausgerechnet Stefan Mäder, einer von drei Ex-Oltnern im Team des HC Ajoie, hatte getroffen. Und damit dafür gesorgt, dass die Mannschaft von Headcoach Fredrik Söderström von Anfang an völlig ausser Rand und Band geriet – und sich nicht mehr erholte.

Highlights EHCO - Ajoie

Die Oltner legten dabei das Zweikampfverhalten von Junioren an den Tag. Wobei das eigentlich eine Beleidigung für jeden Junior ist. Gefühlte 99 von 100 Duellen Mann gegen Mann gingen verloren. Was natürlich Konsequenzen hatte: Eine Strafe und ein Ajoie-Powerplay später stand es bereits 0:2 (10.). Schon zu diesem frühen Zeitpunkt musste aus Sicht des EHC Olten das Schlimmste befürchtet werden. Was sich dann auch bewahrheitete. Die klar überlegenen Jurassier bauten unter der Führung ihres einmal mehr alles überragenden kanadischen Duos Jonathan Hazen (4 Tore!) und Philip-Michael Devos (4 Assists) ihren Vorsprung im Stile einer Klassemannschaft regelmässig aus – ohne dafür überhaupt ans Limit gehen zu müssen. Auf eine Reaktion der Oltner wartete man indes vergeblich.

Der grosse Vorwurf: Wo war das Kämpferherz?

Es fällt deshalb schwer, das, was die Powermäuse an diesem Abend den 2412 mehrheitlich enttäuschten Zuschauern im Kleinholz boten, in Worte zu fassen. Die guten Ansätze, die am Samstag bei der 3:4-Niederlage in Pruntrut durchaus noch zu sehen gewesen waren, waren komplett weg. Der Mannschaft gelang es nie auch nur ansatzweise, dem souveränen Leader richtig Paroli zu bieten. Die Verunsicherung war, je länger das Spiel dauerte, umso mehr mit den Händen zu greifen.

Wobei man dem Team von Headcoach Fredrik Söderström vor allem einen grossen Vorwurf machen muss: Es nahm den Kampf zu keinem Zeitpunkt an und liess sich bisweilen vorführen. Selbst wenn man dem Gegner spielerisch unterlegen ist und man kein Land sieht, so hindert das keinen Spieler daran, zumindest konsequent in die Zweikämpfe zu gehen. Besorgniserregend ist vor allem die Tatsache, dass wirklich kaum ein EHCO-Spieler auch nur annähernd in Normalform zu sein scheint. Man könnte meinen, dass alle mit 50 Kilogramm Ballast auf den Schultern auf dem Eis herumkurven.

Droht jetzt gar der Strichkampf?

Mit so einer Vorstellung wird auch das Heimspiel am Freitag gegen Winterthur zu einer schwierigen Aufgabe. Wenn man nicht aufpasst und schnellstens eine andere Einstellung an den Tag legt, dann droht plötzlich der Strichkampf. Damit hat man in Olten mit Sicherheit nicht gerechnet.

Ganz sicher auch nicht Trainer Fredrik Söderström, der nach diesem fürchterlichen Auftritt klare Worte fand: «Es war schmerzhaft, das ansehen zu müssen. Wir wurden von Anfang an vom Eis gearbeitet und überlaufen.» Was den Schweden noch viel mehr Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass seine Mannschaft so auftrat, «als hätte sie eben ihr erstes Vorbereitungsspiel der Saison bestritten.» Und er sagt: «Wir haben unsere Identität offensichtlich noch nicht gefunden. Wir stehen nicht da, wo ich es mir erhofft hatte. Vielleicht müssen wir noch einmal ganz von vorne anfangen.» Dazu braucht Söderström aber Spieler, die Verantwortung übernehmen und vorangehen. Ja: Wo sind sie, die Leader?

Meistgesehen

Artboard 1