Swiss League

Ein Sieg mit Beigeschmack: Gary Nunn sichert dem EHC Olten in der Verlängerung zwei Punkte

Der EHC Olten gewinnt beim HC Ajoie zwar mit 4:3 nach Verlängerung, vergibt aber auf dumme Art und Weise einen Drei-Punkte-Sieg. 25 Sekunden vor Schluss kassiert man mit einem Mann mehr noch den Ausgleich, ehe Garry Nunn in der Overtime doch noch der Siegtreffer gelingt

Die Gesichtsfarbe von Fredrik Söderström hatte wenige Minuten nach dem Ende des Duells zwischen dem HC Ajoie und dem EHC Olten einen rötlichen Teint. Zwar hatte seine Mannschaft mit 4:3 nach Verlängerung gewonnen und somit zwei Punkte aus Pruntrut entführt. Dennoch hatte der Oltner Trainer allen Grund dazu, ordentlich «angepisst» zu sein.

Was war geschehen? Der EHC Olten gondelte im Jura einem sicheren Auswärtssieg entgegen, führte knapp sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit mit 3:1. Der HC Ajoie schien kein Mittel mehr zu finden, die Oltner zu gefährden. Als sich plötzlich die Ereignisse überstürzten. Erst kassierte Garry Nunn eine äusserst strenge Strafe wegen Goaliebehinderung. Er konnte dem weit vor seinem Tor stehenden Tim Wolf beim besten Willen nicht mehr ausweichen. «Hätte er etwa in den Himmel abheben sollen?», fragte sich Söderström später. EHCO-Captain Philipp Rytz machte seinem Unmut über den Entscheid der Schiedsrichter auf dem Eis Luft und landete ebenfalls auf der Strafbank. Die Ajoulots liessen sich nicht zweimal bitten und kamen in doppelter Überzahl zum Anschlusstreffer.

Der Ausgleich mit einem Mann mehr

«Man spürte in diesem Moment, wie die Energie auf ihrer Spielerbank zurückkehrte», stellte Fredrik Söderström fest. Dass sich die Oltner aber trotzdem noch die Butter vom Brot nehmen musste, war nicht den Jurassiern geschuldet, sondern mehr der – pardon – eigenen Dummheit. Ajoies Doppeltorschütze Kevin Ryser musste 100 Sekunden vor der Schlusssirene seinerseits auf die Strafbank. Der EHCO hätte den Sieg in Überzahl also problemlos nach Hause schaukeln können. Doch man schaffte es, Ajoie das Spieldiktat zu überlassen. Und so kam es, wie es kommen musste. Matthias Joggi würgte die Scheibe 25 Sekunden vor dem Ablauf der regulären Spielzeit über die Linie. 3:3 – die Patinoire de Voyeboeuf stand Kopf. Und Fredrik Söderström war mächtig sauer.

An seiner schlechten Laune vermochte nicht mal der Siegtreffer von Garry Nunn nach 26 Sekunden in der Verlängerung etwas ändern. «So etwas darf uns ganz einfach nicht passieren. Da müssen wir uns intelligenter verhalten», beklagte sich der Schwede, der darauf verzichtete, unmittelbar nach dem Spiel mit seinen Jungs zu reden. «Wenn ich sauer bin, dann sage ich besser nichts.»

Auch wenn es letztlich ein Sieg mit Beigeschmack war für den EHC Olten, so gab es doch ein paar positive Aspekte, die man zur Kenntnis nehmen durfte. Zum Beispiel das zweite Drittel, als den Powermäusen eine Reaktion auf einen verschlafenen Auftritt in den ersten 20 Minuten gelang. Garry Nunn, Daniel Eigenmann und Dion Knelsen wendeten das Spiel mit ihren drei Toren innert knapp neun Minuten. Besonders erfreulich: Zweimal traf man im Powerplay, wobei Eigenmanns Tor ein wunderbarer Pass von Silvan Wyss vorausging. Im Tor lieferte Silas Matthys einmal mehr eine sehr gute Leistung ab und hielt seine Mannschaft vorab im ersten Drittel, als man unter Dauerdruck stand, im Spiel. Der HC Ajoie trat zwar ohne den verletzten Goalgetter Jonathan Hazen an, brachte die Oltner aber mit seinem unglaublich energischen Auftreten immer wieder in Schwierigkeiten.

Bereits am Sonntag treffen sich die beiden Mannschaften im Kleinholz zum vierten und letzten Quali-Duell. Vor eigenem Publikum hat man mit den Jurassiern noch eine dicke Rechnung offen. Die 4:7-Heimniederlage im Oktober war der Tiefpunkt der Saison aus Sicht der Oltner. Im Vergleich zu damals ist die Mannschaft klar besser geworden. «Aber wir fallen immer noch zwischendurch in alte Muster zurück», ärgerte sich Fredrik Söderström – um im gleichen Atemzug entschlossen anzufügen: «Am Sonntag holen wir uns die drei Punkte.»

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