Es waren keine 15 Minuten gespielt, da erhöht ein spielfreudiger, furioser EHC Olten im Stadion Voyeboeuf gegen Tabellennachbar Ajoie auf 4:1. Freude vermag bei den Oltner Spielern über den ansehnlichen Mäder-Treffer, in doppelter Überzahl über mehrere Stationen herausgespielt, nur ganz kurz aufkommen. Wohlwissentlich, dass lediglich ein Verwalten eines abermaligen Dreitore-Vorsprungs nicht zur Debatte steht.

Die «Weiter so»-Message von Trainer Chris Bartolone auf den 4:1-Treffer war denn auch bis auf die Zuschauerränge spürbar. Bartolone forderte zuletzt gerade in solchen Momenten einen noch grösseren Teamgedanken und eine noch intensivere Aufopferungsbereitschaft.

Die Spieler setzten das Verlangte eindrücklich um, weshalb sich Headcoach Chris Bartolone nach dem Spiel besonders glücklich zeigte. «Das war ein Sieg für den Teamgeist. Jeder hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und gekämpft», bilanzierte er und ergänzte: «Wir brauchen diese positive Körpersprache auf der Bank, um Erfolg zu haben – und das hat uns auch jetzt geholfen, aus schwierigen Momenten herauszufinden.»

Schwierige Momente überstanden

Schwierige Momente hatte der EHC Olten einige zu überstehen. Während die Oltner den 1:1-Ausgleich unmittelbar auf ein verlorenes Gervais-Bully hinnehmen mussten (5.), erlaubte sich 12 Minuten später Verteidiger Eigenmann ein fatales Missgeschick: Ihm versprang auf einen gewollten Schlagschuss als letzter Mann an der blauen Linie die Scheibe, worauf just in diesem Moment Ajoie-Ausländer Devos seine Strafe abgesessen hatte, davon zog und Torhüter Rytz keine Chance liess.

Auf die ärgerlichen individuellen Fehler – Bartolone sprach von Fehlern, die einem Spieler mal passieren dürfen – reagierte der EHCO mit einer Leichtigkeit, was wohl auch auf dem sonst eindrücklichen Startdrittel basierte: Bereits nach 23 Sekunden hatte Stefan Mäder den EHCO nach einem satten Handgelenkschuss in Führung gebracht. Und der zuletzt aufstrebende Stan Horansky mit einem Abstaubertor (8.), sowie Verteidiger Colin Gerber mit einem Stochertor (9.), doppelten auf den Blitzstart nach.

Doch wie schon zuletzt gegen Visp oder die GCK Lions zog der EHCO mit einer stolzen Führung im Rücken eine schwächere Phase ein. Die Kombination zwischen einem gefährlichen Abrutschen in eine Passivität und dem Hadern zu vieler Strafen wirkte sich im Mitteldrittel beinahe sträflich aus. Der EHCO überstand aber auch jene schwierigen Momente schadlos, als man nicht weniger als 20 Strafminuten sammelte und sich selber das Leben unnötig schwer machte.

Auf Chris Bagnouds Treffer entgegen des Spielverlaufs im Mitteldrittel (38.) antwortete Ajoie dann schliesslich doch noch mit einem Powerplaytreffer Hazens (39.). Es brachte bei den Ajoulots Hoffnung zurück, weshalb im Schlussdrittel viel Hektik herrschte.

Doch Birbaums 4:5-Anschlusstor vier Minuten vor Ende kam aus Sicht der Ajoulots zu spät. Schliesslich brachte Schirjajew mit dem 6:4-Treffer ins leere Tor drei wichtige Punkte ins Trockene. Stefan Mäder: «Die Strafen haben uns viel Energie gekostet. Nichtsdestotrotz blieben wir stabil und konnten den Sieg sichern», meinte der Doppeltorschütze, «dieser Sieg gegen einen Besserklassierten tut sehr gut.»