Feststeht, dass der HNK Croatia und die zweite Mannschaft des FC Olten runter müssen in die 3. Liga. Wahrscheinlich auch der FC Trimbach und je nachdem wie es den Solothurnern in der 2. Liga inter ergeht, auch noch einer aus dem Trio Lommiswil, Bellach und Blustavia.

Egal was in den letzten beiden Runden der 2. Liga inter mit Dulliken, Olten und Wangen b. Olten passiert und wie der Abstiegskampf am letzten Spieltag der 2. Liga vom 16. Juni ausgeht, es steigen auf jeden Fall zwei Klubs aus der 3. Liga in die höchste Regionalliga auf.

In der Favoritenrolle sind die zwei Gruppensieger FC Deitingen und FC Oensingen. Der FC Rüttenen ist der Neuling in den Aufstiegsspielen, der FC Klus/Balsthal so etwas wie ein Stammgast.

Ein Trainerwechsel war nötig

Anfang April hatte der Präsident des FC Klus/Balsthal den vierten Einzug in die Aufstiegsspiele innert sechs Jahren bereits abgeschrieben. «Es war bis jetzt eine turbulente Saison. Nach den Niederlagen gegen Hägendorf und Subingen war der Zug für uns eigentlich abgefahren», blickt Luigi Furcillo zurück. Auch in der Vorrunde seien die Leistungen eher dürftig gewesen. «Mit etwas Glück haben wir trotzdem unsere Punkte geholt und überwinterten auf dem dritten Platz.»

Nach den beiden Niederlagen zu Beginn der Rückrunde drohte Klus/Balsthal den Anschluss an die Spitzenplätze endgültig zu verlieren. Der letzte Strohhalm war ein Trainerwechsel. Manfred Bargetzi wurde durch Xhevxhet Dullaj ersetzt.

«Fredi Bargetzi hat bei uns eine gute Arbeit gemacht und das Team weitergebracht», sagt Furcillo. «Wir haben aber gemerkt, dass die Mannschaft eine Veränderung braucht.» Dank der gütigen Mithilfe des FC Welschenrohr, der in den letzten fünf Spielen nur vier Punkte holte, gelang Klus/Balsthal doch noch der Vorstoss auf Platz zwei.

Vor keinem verstecken

«Dass wir die Aufstiegsspiele erreicht haben, kam total unerwartet. Wir sind eigentlich eher schwächer aufgestellt als in der vergangenen Saison», so der Präsident. 2014, 2016 und 2017 konnte sich der FC Klus/Balsthal in den Aufstiegsspielen nicht durchsetzen.

«Dieses Jahr sind Oensingen und Deitingen die grossen Favoriten», sagt Furcillo. «In den Aufstiegsspielen ist aber alles möglich. Ich glaube an unsere Stärken. Verstecken müssen wir uns vor keinem der drei Gegner.»

Eine Premiere für Rüttenen

Absolutes Neuland sind die Aufstiegsspiele für den FC Rüttenen, der sich in der Gruppe 1 den zweiten Platz sichern konnte. Trainer Urs Bachmann führte den Klub, der nach dem Aufstieg 2015 erst die vierte Saison in der 3. Liga absolviert, in seinem Debüt-Jahr gleich in die Promotionsrunde.

Diese Saison sei kaum noch zu überbieten, sagt er: «Es ist eine Sensation, dass wir es geschafft haben. Unser Ziel war das vordere Tabellendrittel. Und dass sich die Spieler und die Mannschaft als Ganzes kontinuierlich weiterentwickeln.»

Der grosse Trumpf der Leberberger ist laut Bachmann das Zusammengehörigkeitsgefühl: «Wir haben nur einen auswärtigen Spieler im Team. Der Rest der Mannschaft spielt seit der Juniorenzeit zusammen. Sie unternehmen auch neben dem Platz viel zusammen.»

«Die Aufstiegsspiele sind wie ein Dessert für uns»

Der FC Rüttenen präsentierte sich in den bisherigen 22 Spielen sehr diszipliniert. 21 Gegentore und 14 Strafpunkte verdeutlichen dies. Ein Drittel der Gegentore kassierte Rüttenen gegen den Gruppensieger Oensingen. Die Duelle gingen mit 2:3 und 2:4 verloren.

Bachmann sieht die Oensinger denn auch in der Favoritenrolle: «Und den FC Deitingen. Die beiden Gruppensieger haben die stärksten Kader. Wir fühlen uns in der Rolle des Aussenseiters wohl.» Rüttenen beginnt die Aufstiegsspiele heute Freitag mit dem einzigen Auftritt vor heimischem Publikum.

Bachmann erwartet ein «riesen Fest» auf dem Sportplatz Galmis. «Ich hoffe, dass 500 bis 600 Zuschauer kommen. So eine Atmosphäre sind sich meine Spieler nicht gewohnt. Die Aufstiegsspiele sind wie ein Dessert für uns. Sie sollen es geniessen und Spass haben auf dem Platz.»

Seit vier Jahren im Fahrstuhl

Der FC Oensingen stieg erst vor zwei Jahren zum bislang letzten Mal in die 2. Liga auf, konnte sich dort aber nicht behaupten. Jetzt nimmt das Team von Trainer Andreas Frei den nächsten Anlauf. Im neuen Kalenderjahr mussten die Oensinger in zehn Spielen nur einmal als Verlierer vom Platz.

«Ich bin natürlich zufrieden mit dem Schlussrang und den Resultaten. Die Leistungen waren allerdings selten hundertprozentig zufriedenstellend», lautet Freis Fazit zum bisherigen Saisonverlauf.

Trotz 37 Gegentoren, vier Klubs erhielten weniger, reichte es den Oensingern zum Gruppensieg. «Es waren viele einfache und vermeidbare Gegentore dabei», sagt Frei, relativiert aber sofort, dass viele Gegentore erst dann fielen, als seine Mannschaft schon mit deutlichem Vorsprung vorne lag.

In der Poleposition

«Dann kam auch mal der Schlendrian ins Spiel. Das ist ein mentales Problem, und auch ein verständliches.» Frei verweist gerne auf die 81 erzielten Treffer in 22 Spielen. «Für mich ist offensiver Fussball, der auch mal etwas mehr Risiko beinhaltet, definitiv attraktiver. Natürlich tönen die etwa 1,7 Gegentore pro Partie nicht so toll, aber in Anbetracht unserer fast 90 Tore kann ich mit diesem Wert leben.»

Aufgrund des bisher Gezeigten sieht Frei den FC Deitingen in der Poleposition, auch wenn alles wieder bei Null beginne. «Ich bin ein grosser Fan des FC Rüttenen», ergänzt er. «Sie spielen unglaublich diszipliniert und sehr fair. Es hat zweimal richtig Spass gemacht gegen sie.» Für Klus/Balsthal spreche, dass der Klub dieses Mal ohne grosse Erwartungen und daher auch unbefangen und ohne Druck in die Aufstiegsspiele steigen könne.

Treffen mit dem Lieblingsgegner

Welche Rolle spielt der FC Oensingen im Kampf um die beiden Zweitliga-Tickets? «Als Erster nach 22 Spielen gehörst du automatisch zu den Favoriten. Punkt.», lautet Freis Antwort, der sich über den Spielplan freut.

Zuerst auswärts beim FC Deitingen auf einem «sehr guten Platz», danach das Heimspiel gegen den Lieblingsgegner Rüttenen und schliesslich noch das Derby gegen Klus/Balsthal zum Finale.

«Es ist die perfekte Konstellation für uns», meint er. Für Freis Team spricht auch, dass es beim FC Oensingen in den letzten vier Saisons immer entweder rauf oder runter ging. 2015 der Abstieg in die 4. Liga. 2016 der Aufstieg in die 3. Liga. 2017 der Aufstieg in die 2. Liga und 2018 der Abstieg in die 3. Liga.

Der zweite Anlauf

Der vierte Aufstiegskandidat, der FC Deitingen, musste vor zwei Jahren aus der 2. Liga runter in die 3. Liga. Bereits in der vergangenen Saison schafften die Wasserämter die Qualifikation für die Aufstiegsspiele, holten dann in den drei so wichtigen Partien jedoch nur einen einzigen Punkt.

Schliesslich stiegen die beiden Gruppenzweiten HNK Croatia und FC Olten II auf. Jetzt nimmt die Mannschaft von Erich Hert den zweiten Anlauf, ins Oberhaus zurückzukehren.
Stellt sich also die Frage, ob der Trainer und die Spieler etwas gelernt haben aus der verpassten Chance vor einem Jahr.

«Zurückblicken bringt nichts, das ist passiert und darf uns nicht mehr interessieren», sagt Hert und fügt an: «Ich bin überzeugt, dass es dieses Jahr schwieriger wird, aufzusteigen. Weil die Gegner doch noch etwas mehr Qualität haben.»

Offizielles Saisonziel erreicht

Den FC Oensingen sieht er aufgrund des Kaders vorne: «Sie haben die beste Mannschaft, die anderen drei Klubs liegen nahezu gleichwertig dahinter.» Ein unbequemes Spiel erwartet er vom Aufeinandertreffen mit dem FC Rüttenen: «Sie sind zum ersten Mal dabei. Daher erwartet niemand etwas von ihnen. Die Euphorie ist dafür riesengross dort.»

Für sein Team spricht, dass die Spieler ein Jahr älter, besser und vor allem auch erfahrener sind, sagt Hert. «Und wir sind in Form. Wir haben dieses Jahr noch nie verloren», fügt er an. Zum zweiten Mal in Folge die Aufstiegsspiele zu erreichen, sei das offizielle Saisonziel gewesen.

«Das haben wir souverän geschafft. Druck haben die Spieler deshalb jetzt aber nicht», so Hert. «Klar wollen wir rauf. Doch wenn es nicht reicht, nehmen wir nächste Saison halt einen weiteren Anlauf. Alle Spieler werden bleiben und auch ich werde sicher noch eine Saison anhängen. Egal ob in der 2. oder der 3. Liga.»