Nach 28 Saisons − davon 23 in der ersten Mannschaft des HV Olten − und mit etwas über vierzig Jahren tritt Christian Roth als Aktiver zurück. Still und Leise hatte er sich schon nach der Saison 2015/2016 entschieden, kürzerzutreten und nur noch im Notfall als Spieler auszuhelfen.

So hatte er in der letzten Saison am 16. Dezember 2016 einen Einsatz gegen die SG Pilatus. Es war sein letzter Auftritt im Dress des HVO-Fanionteams - was damals aber noch niemand ahnte. Auf die laufende Saison zog Roth nun endgültig einen Schlussstrich unter seine Aktivkarriere.

Alles begann an einem Schülerturnier

«Chregu» Roth spielte 1990 erstmals an einem Schülerturnier Handball. Daraus entstand beim damaligen TV Olten eine C-Juniorenmannschaft. Sein Talent wurde früh erkannt, sodass er in die Regionalauswahl berufen wurde.

1994 wurde er vom damaligen HV-Olten-Coach Beat Schenk zum Training der ersten Mannschaft eingeladen. Ein Jahr später war der spielstarke Linksaussen schon nicht mehr aus dem Fanionteam wegzudenken.

Höhepunkt der Karriere

Ein Höhepunkt seiner Karriere war der Aufstieg in die NLB im Jahre 2002. Auch in dieser zeichnete er sich als treffsicherer Spieler aus, konnte den Abstieg nach zwei Saisons aber nicht verhindern.

Roth hätte sicher bei einem anderen NLB-Team einen Platz gefunden, das Potenzial war vorhanden und an Angeboten fehlte es auch nicht. Jenes vom TV Möhlin hätte ihn zwar gereizt, er entschied sich dann aber trotzdem, bei der HVO-Familie zu bleiben.

Top-Werte auch mit 40 Jahren

Selbst mit 40 Jahren spielte Roth in der 1. Liga noch auf hohem Niveau. Dabei kamen ihm seine exzellente Technik, sein Spielverständnis und seine Abschlussstärke zugute. Zudem war er auch vom aus Penaltystrich ein gnadenloser Vollstrecker. In der letzten Saison, die er durchspielte, erzielte er in 28 Einsätzen 125 Tore.

Eine Marke, von der viele Spieler nur träumen können. Im letzten Qualifikationsspiel der Saison 2015/16 schoss Roth den HV Olten mit neun Toren zum 23:22-Sieg gegen Dietikon, was den Dreitannenstädtern die Teilnahme an den Aufstiegsspielen bescherte.

Auf und neben dem Platz ein Vorbild

Roth war auf und neben dem Platz ein Vorbild. Immer freundlich und hilfsbereit. Strafen im Spiel bekam er nur wenige, eine rote Karte überhaupt nie. Vor der Saison 2007/2008 wurde der HVO angefragt, ob das Suhrer Flügeltalent Joel Kaufmann für eine Saison in der ersten Mannschaft spielen dürfe.

Für Roth war das kein Problem und so spielte er einfach mal eine Saison in der 3. Liga. Später, als der HV Olten mit dem HSC Suhr Aarau eine Kooperation einging, um hoffnungsvolle Jungtalente zu fördern, war auch der Linksaussen sofort bereit, sein Können weiterzugeben. So inspirierte er mit seinen Fähigkeiten viele Jungtalente, vor allem natürlich jene auf der Flügelposition.

Bleibt dem HVO treu

Am Samstag wurde der Linksaussen im Anschluss an das Meisterschaftsspiel der ersten Mannschaft für seine Treue zum Klub gewürdigt und mit einer Standing Ovation der vielen Zuschauer als Spieler verabschiedet. Danach fand ein Prominentenmatch mit Christian Roths ehemaligen Mitspielern und Gegnern statt, bei dem natürlich der Spass im Vordergrund stand.

Positiv ist, dass Roth nicht aufgrund einer Verletzung aufhören muss, sondern den Zeitpunkt selber wählen konnte. Für seine Gattin Alexandra und die beiden Kinder Leandro und Marisol wird sich Roth nun noch mehr Zeit nehmen können.

Zum Glück für den HV Olten wird Roth jedoch auch dem Handball-Sport treu bleiben und weiterhin als Assistenztrainer von Hanspeter Arnold an der Seitenlinie des Fanionteams tätig sein.