Die Maschinerie des EHC Olten kommt langsam aber sicher in Schwung. Mit einer vorzüglichen Darbietung beim Leader HC La Chaux-de-Fonds sicherten sich die Powermäuse beim deutlichen 7:3-Sieg drei Punkte.

Drei Punkte, die den Abstand zum Tabellenführer aus dem Neuenburger Jura auf zwei Zähler reduzieren (bei einem Spiel weniger). Der EHCO hat die Spitzenposition also wieder im Visier.

Und in der Patinoire des Mélèzes trat die Mannschaft von Headcoach Chris Bartolone so auf, wie man es von einem Swiss-League-Spitzenteam erwartet. Cool, abgeklärt und effizient. Bis auf eine kurze Schwächephase zu Beginn des letzten Drittels, als die Partie noch einmal in eine andere Richtung hätte kippen können, hatten die Oltner das Geschehen jederzeit im Griff.

Alle Tore des Spiels.

Wo soll man anfangen bei dieser wohlverdienten Lobeshymne? Zum Beispiel bei Kämpfer Silvan Wyss, der mit einem Shorthander seinen ersten Saisontreffer erzielte. Oder bei Goalie Matthias Mischler, der nach einer längeren Pause einen sicheren Eindruck hinterliess. Oder beim starken Verteidigerpaar Chris Bagnoud und Colin Gerber. Wie Bagnoud vor dem Treffer zum 1:3 die Geduld hatte, seinen Partner Gerber ideal zu lancieren, war bemerkenswert. Diego Schwarzenbach musste nach Gerbers ebenso idealen Querpass nur noch die Schaufel hinhalten.

Schwarzenbachs Doppelschlag

Womit wir bei Diego Schwarzenbach sind. Der Thaler sorgte mit seinen beiden Treffern zum 1:3 und 1:4 innert 31 Sekunden dafür, dass die Oltner endgültig auf Erfolgskurs einbogen. Der Doppeltorschütze befand, «dass wir an diesem Abend fast alles richtig gemacht haben. Es war unsere beste Saisonleistung.»

Doch nicht ganz zu Unrecht monierte der Flügelstürmer den Umstand, dass seine Mannschaft zu viele Strafen kassierte und somit trotz allem auch ein wenig mit dem Feuer spielte. In der Tat hätte wenig gefehlt, und die Chaux-de-Fonniers wären im letzten Drittel im Powerplay zum 4:5-Anschlusstreffer gekommen.

Dann wäre es noch einmal heiss geworden. Wenn man also an diesem gelungenen Oltner Auftritt etwas bemängeln möchte, dann waren es die zahlreichen Undiszipliniertheiten, wobei vor allem Devin Muller bei seinem Comeback übermotiviert zu Werke ging und insgesamt 16 Strafminuten kassierte.

Das spielte letztlich aber überhaupt keine Rolle, weil sich der EHC Olten immer wieder stilsicher aus der Umklammerung zu befreien vermochte und in der Offensive ständig dafür sorgte, dass es lichterloh brannte vor dem gegnerischen Kasten.

Dabei sei exemplarisch erwähnt, wie Jewgeni Schirjajew beim Stand von 5:3 für Olten erst mit einem Rush eine gegnerische Strafe provozierte und dann im folgenden Powerplay auch noch das 3:6 erzielte. Beim Treffer zum 3:7 egalisierte der Center der ersten EHCO-Sturmlinie mit seinem 17. Saisontor übrigens bereits seinen persönlichen Rekord.

EHCO-Headcoach Chris Bartolone war nach dem Spiel selbstredend zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, besonders mit der Defensiv-Leistung. «Wir haben hinten wirklich gut gespielt und gegen einen offensiv starken Gegner nicht viel zugelassen.»

Bartolone war auch deshalb glücklich, weil dieser Sieg in La Chaux-de-Fonds zum Auftakt dieser schwierigen Woche mit den folgenden Spielen beim HC Ajoie (am Freitag) und gegen Visp (am Sonntag) «für das Selbstvertrauen Gold wert ist. Jetzt können wir in Pruntrut mit breiten Schultern auftreten.»

Oder wie es Diego Schwarzenbach ausdrückte: «Man merkt langsam, dass etwas zusammenwächst. Nach der Niederlage gegen Kloten haben wir uns innerhalb der Mannschaft einen Kick gegeben. Wir haben selber gemerkt, dass mehr kommen muss von uns.» Das tönt doch ziemlich vielversprechend.

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