EHC Olten

Ein Aufbäumen ohne Happy-End: EHC Olten muss sich bei Leader Kloten 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben

Gut gekämpft und trotzdem bitter verloren: Der EHC Olten muss in Kloten eine 2:3-Niederlage einstecken. Dabei spielen die Powermäuse ab dem zweiten Drittel auf Augenhöhe mit dem Gastgeber und holen verdient einen 0:2-Rückstand auf. In der Verlängerung behalten die Zürcher Unterländer allerdings das bessere Ende für sich.

Klotens Ausländer Robin Figren setzt sich durch, zieht vors Tor, wird von Oltens Jewgeni Schirjajew von den Beinen geholt und rutscht daraufhin in Torhüter Silas Matthys. Gleichzeitig kullerte die Scheibe hinter die Torlinie. Es ist Klotens 3:2-Siegtreffer in der Verlängerung. Erst nach der Konsultation der Videobilder geben die Schiedsrichter das Tor.

Über die umstrittene Szene mochten die Oltner aber überhaupt nicht lamentieren. «Ich verstehe es nicht, ein sehr kurioses Tor. Aber ich möchte nicht darüber nachdenken. Denn ich bin glücklich, wie das Team einmal mehr Charakter bewiesen hat, gekämpft hat und sich den Punkt mehr als verdient hat», bilanzierte Trainer Fredrik Söderström mit viel Klasse.

Dass sich die Oltner überhaupt in die Overtime retteten, war nämlich dem spürbaren Teamgeist auf der Oltner Bank in der Schlussphase zu verdanken – und Topskorer Dion Knelsen, der die Powermäuse 43 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit in die Verlängerung schoss. Torhüter Matthys hatte nur Sekunden zuvor das Tor für einen zusätzlichen Feldspieler verlassen.

Eine geglückte Aufholjagd mit verdientem Punktgewinn, auch wenn der EHC Olten letztlich konstatieren musste, dass Swiss-League-Leader Kloten an diesem Sonntagnachmittag keineswegs unwiderstehlich auftrat.

Der kaum zu brechende Powerplayfluch

Dass der EHC Olten das Momentum zu Beginn den Klotenern überliess, war einem unerklärlich passiven Auftritt geschuldet. Im Schlummermodus brachten die Oltner die ersten 20 Minuten hinter sich.

Kaum ein Puzzlestück passte zum andern, insbesondere im Spielaufbau taten sie sich schwer. Viele Pässe landeten auf der Stockschaufel des Gegners oder wurden blindlings aus der Defensivzone spediert. Die Konsequenz: Wenig Zugriff auf die Partie und ein 0:2-Rückstand. Erst amtete Fogstad Vold als Passgeber bei Klotens Führungstor durch Kindschi (9.). Danach liess auch noch Verteidiger Heughebaert Klotens Sutter gewähren, der unbedrängt Torschütze Steiner bedienen konnte (18.).

Zu allem Überfluss kam auch noch der Ausfall des Captains hinzu: Philipp Rytz musste die Partie nach einem Zusammenstoss mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung nach 15 Minuten vorzeitig beenden.

Doch der EHC Olten wäre nicht im Spitzentrio der Swiss League vertreten, würde er das Aufbäumen nach etlichen Rückschlägen nicht beherrschen. So kam der EHCO mit mehr Biss aus der Kabine, übernahm das Spieldiktat und kam dadurch auch zu mehr Abschlüssen.

Ein Dorn im Auge war aber wiederum vor allem ein Aspekt: die Effizienz im Powerplay. Bemüht waren die Oltner mit einem Mann mehr stets, sie suchten vermehrt den indirekten Abschluss über Knelsens Stockschaufel vor dem Slot, fanden jedoch den Erfolg nie.

Erst im vierten Überzahlspiel brach Silvan Wyss mit seinem Tor den Überzahlfluch, der sich in den letzten Spielen wieder schleppend eingenistet hatte. Der 1:2-Anschlusstreffer war jedoch kein klassisches Powerplaytor: Anthony Rouiller hatte nach einem Klotener Befreiungsschlag das Spiel schnell gemacht und mit einem herrlichen Zweilinienpass Oltens Torschütze lanciert (26.).

Es brachte Schwung ins Oltner Spiel, sodass der Spitzenkampf letztendlich doch auf Augenhöhe zweier Topteams ausgetragen wurde, mit einer Dramaturgie, mit welcher letztlich beide Teams gut leben können. Es könne nicht immer ein 7:2-Auswärtssieg herausschauen, meinte Söderström schulterzuckend. «Der Punkt ist sicher nicht geklaut. Nach dem ersten Drittel fühlte es sich an, als wären wir am Boden – nicht nur des Resultats wegen, sondern auch mental. Wir pushten uns gegenseitig. Schade, dass wir uns wieder etwas schwer tun beim Toreschiessen. Aber das Gute ist, dass wir stets im Spiel blieben, weil wir defensiv auch nicht viel zugelassen haben. Das stimmt mich zuversichtlich.»

Sie würden das Jahr nun mit einem guten Gefühl abschliessen, sagte auch Verteidiger Daniel Eigenmann: «Diese Niederlage wirft uns nicht zurück. Wir haben eine starke Phase hinter uns und nun auch gegen Kloten wieder gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich sehe dem neuen Jahr positiv entgegen», so ­Oltens Marathon-Mann, der Spitzen-Eiszeiten hatte und stark forciert wurde.

Am Freitag, 3. Januar, nimmt der EHC Olten das neue Jahr auf. Erst gastieren die Powermäuse in der Ajoie, ehe zwei Tage später die Ajoulots im Kleinholz antreten.

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