Swiss League

EHCO-Trainer Fredrik Söderström: «Ich hatte das Gefühl, nicht der Richtige zu sein»

EHC-Olten-Trainer Fredrik Söderström spricht im grossen Jahresend-Interview über den schwierigen Saisonstart, seine Angst, entlassen zu werden, das Alleinsein an Weihnachten. Und er erklärt, warum nun alles besser ist und wo die Reise enden könnte.

Was ist Ihr grösster Weihnachtswunsch?

Fredrik Söderström: Oh (überlegt lange). Als Hockeytrainer möchte ich mit diesem Team den Erfolg weiterführen. Was wir in den letzten ein, zwei Monate erreicht haben, ist... gut. Und ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht, weil der Saisonstart nicht so gut war. Aber ich bin clever genug, um zu wissen, dass der Zeitpunkt kommen wird, bei dem wir wieder vermehrt Spiele verlieren werden. Ich wünsche mir, dass wir in unserem Prozess weiterhin den Willen haben, uns jeden Tag zu verbessern. Die Spieler halten sich an das System, geben ihr Bestes. Können wir das fortführen, bin ich ein glücklicher Mann.

Und Ihr persönlicher Wunsch zu Weihnachten?

(nachdenklich) Es werden die ersten Weihnachten sein, die ich alleine verbringe. Wir unterbrechen die Meisterschaft nur für zwei Tage, da lohnt es sich nicht, nach Hause zu gehen. Aber wir haben so nette Leute im Klub, die mich zum Essen eingeladen haben, darunter auch Präsident Thommen. Trotzdem habe ich mich dazu entschieden, wegzugehen und ein nettes Hotel in der Schweiz aufzusuchen.

Fredrik alleine in der Schweiz.

Es fühlt sich schon jetzt vor Weihnachten sehr speziell an, weil wir uns in der Familie sehr nahe stehen. Ich habe zwei Schwestern und einen Bruder, die Kinder haben und auch meine Eltern unterstützen mich sehr, Weihnachten hat daher eine grosse Bedeutung für mich. Aber hier kam bei mir bislang noch nicht die wirklich grosse Weihnachtsstimmung auf, zu Hause ist alles schön verschneit. Ich gönnte mir kürzlich einen neuen Computer und sagte mir: Das ist mein Weihnachtsgeschenk.

Damit können Sie bestimmt auch einen Videoanruf tätigen.

Ich werde dann an Weihnachten bestimmt mit ihnen Kontakt aufnehmen. Aber sie sind mehr beunruhigt über mich, sie stellen sich das schlimm vor. Mit geht es ausgezeichnet und ich freue mich auf die Tage nach Weihnachten, wenn mein Bruder mit seiner Familie mich besuchen kommen.

Fredrik Söderström

Fredrik Söderström

Ist das Ihr erster Moment als ­EHCO-Trainer, bei dem Sie ­Heimweh fühlen?

Ja – oder vielleicht gab es bereits einen Zeitpunkt Anfang November rund um die erste Nati-Pause, als ich ein paar Tage nach Hause ging. Es war eine schöne Zeit, all die geliebten Menschen wieder zu sehen. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe meinen Job und ich mag, was ich tue. Ich erachte es sogar als grosses Privileg, einen Hockeyjob in diesem wunderschönen Land zu haben. Und noch immer habe ich diese Wow-Momente, auch wenn ich erst ein paar wenige Prozente der Schweiz gesehen habe. Ich geniesse meine tägliche Arbeit, die Leute um mich herum stecken so viel Herzblut in ihren Job, das macht grosse Freude. Aber natürlich vermisst man die Leute trotzdem, die man liebt.

Das lässt sich nicht ausblenden.

Ich habe kein Problem, alleine zu sein. Noch habe ich keine eigene Familie, dadurch bin ich noch enger mit meiner Familie verbunden. Es ist deshalb eine noch grössere Challenge, an Weihnachten nicht bei den Liebsten zu sein. Und ich will nun nicht, dass die Leute Mitleid mit mir haben. Mir wirds auch an Weihnachten gut gehen (lacht).

Wenn Sie das Jahr Revue passieren lassen: Was war Ihr schönster Tag?

Ich erinnere mich sehr gerne an unseren Teamevent zurück, bei dem wir auf das Jungfraujoch gingen. Diese Natur ist einmalig. Ich hatte eine Vorstellung, aber diese entsprach nicht annähernd der Realität – im positiven Sinne, es war atemberaubend. Und diese Momente dann auch mit dem Team zu teilen, war sehr aufregend.

Sie gingen am Tag danach auch noch Wandern mit dem Team.

Oh, mein Gott! Das war etwas vom Härtesten, was ich jemals gemacht habe. Auf dem Weg nach oben schmiss ich den Bettel drei Mal hin, worauf die Jungs mir sagten, Bengt-Ake Gustafsson hätte es auch geschafft. Das war dann doch motivierend (lacht). Dann durchzubeissen und danach bei einem wunderbaren Essen darüber zu lachen, war grossartig. Aber es gibt auch die alltäglichen Dinge, die mir bleiben, wie etwa jubelnde Spieler. Oder Spieler zu sehen, die ihren Fortschritt erkennen.

Und welchen Tag im Jahr würden Sie streichen?

Kein expliziter. Aber die ersten zwei Monate waren hart. Ich hatte das Gefühl, nicht der richtige Trainer dieser Mannschaft zu sein.

Wirklich?

Ja, ich hatte die Spieler auf kommunikativer Ebene nicht so erreicht, wie ich mir das vorstellte. Wie unser System sein wird, was meine Erwartungen sind, wie ich es umgesetzt haben wollte. Nicht, dass die Spieler nicht ihr Bestes gaben. Aber unsere Kommunikation war nicht auf derselben Wellenlänge. Ich bekam nicht die Reaktionen, die ich mir wünschte. Ich erinnere mich an das Spiel gegen La-Chaux-de-Fonds im September.

Eine 2:7-Niederlage.

Wir hatten eine lange und harte Videoanalyse am Tag danach. Ich war hart zu den Spielern, nicht in einer persönlichen, angreifenden Art, aber die Entscheidungen, die wir trafen, konnte ich nicht akzeptieren. Und ich sagte mir: Marc Grieder hat mich geholt, weil er eine Veränderung, einen Kulturwandel, wollte. Im Nachhinein, denke ich, waren die Spieler lange skeptisch: Was macht dieser Schwede hier, der selber nie Hockey spielte?

Sie hatten offensichtlich viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Das fühlte sich für mich nicht immer gut an. Und was ich tue, ist keine Magie, es ist simpler, gesunder Menschenverstand: Leute zusammenbringen, Vertrauen aufbauen, ein Umfeld schaffen, in dem man offen und ehrlich zueinander sein kann. Diese Challenge, all das zu erreichen, auf und neben dem Eis, war um einiges grösser als ich dachte.

Aber warum denn?

Vielleicht, weil die Schweizer Mentalität eine andere ist als in Schweden. In Schweden nehmen Spieler die Kritik weniger persönlich, es ist einfacher, hart zu sein. Das soll hier keine Charakterschwäche sein – im Gegenteil. Aber es fühlte sich oft so an, als hätte ich ein Messer in der Hand und würde sie verletzen, wenn ich hart war. Ihre Reaktion hätte harsch sein können: «Das ist nicht unser Trainer.» Doch die Spieler zeigten Stärke und rückten zusammen, auch dank den Führungsspielern.

Fredrik Söderström

Fredrik Söderström

Ab wann fühlte es sich besser an?

Es fühlte sich die ersten acht, zehn Spiele an, als würden wir einen Schritt vorwärts gehen und jeweils zwei zurück – statt umgekehrt. Ich erinnere mich auch an das Ajoie-Spiel zu Hause, als wir 4:7 verloren hatten.

Der Turnaround!

Das Spiel dauerte noch eine Minute, als ich Dennis ansah und etwas ironisch sagte: Nach Spielen wie diesen wird man gefeuert. Und sollte ich heute entlassen werden, man müsste Verständnis dafür haben. Ich bezog es auf mich und meine Arbeit.

Das war ein Thema für Sie?

Nein, nein. Sportchef Marc Grieder und Präsident Marc Thommen kamen zu uns und stärkten uns den Rücken. Ich ging nach Hause und schrieb Dennis nachdenklich und sehr spät eine SMS: Sollten wir unseren Job morgen noch haben, dann müssen wir reagieren. Wir müssen dringend etwas verändern. Und es folgte tatsächlich der bislang wichtigste Tag in dieser Saison.

Der Fall Marco Truttmann.

Es waren drei Punkte. Erstens: Ja, wir setzten Truttmann auf die Bank. Zweitens: Wir nahmen Änderungen vor an unserem System. Drittens: Ich fragte die Spieler, entweder vertraut ihr mir und meiner Arbeit oder ihr kontaktiert Sportchef Marc Grieder. Dabei ging es nicht darum, ob sie mich entlassen sollen oder nicht. Aber es war jene Situation, die jeder Coach mal in der Saison erlebt, es ging darum, seine Position herauszufordern und letztlich zu ­stärken.

Die Reaktion kam prompt.

Wir gewannen gegen Winterthur und zeigten eine starke Leistung gegen Langnau im Cup. Die Spieler realisierten: Hey, wir haben doch eigentlich alle Fähigkeiten, stark zu sein. Vor allem blühten auch Dion und Garry immer mehr auf. Diese Tage zwischen dem Ajoie- und Langnau-Spiel waren entscheidend, um den Turnaround einzuläuten. Und ich möchte klarstellen: Mir wurde nie ein Ultimatum gestellt. Nie hatte ich dieses Gefühl, dass gegeneinander gearbeitet wird, aber als Trainer sieht man immer wieder Geister, und umso mehr man danach sucht, desto mehr findet man diese.

Spürten Sie die Unzufriedenheit auch von aussen?

Ich denke, die Fans unterstützten uns weiterhin grossartig. Und ich muss sagen, dass ich keine Zeitungen lese. Nicht einmal, weil ich nicht interessiert wäre, aber ich verstehe es nicht. Und für mich sind ohnehin die Spieler an vorderster Stelle. Es kommt nur auf ihre Wahrnehmung an. Stimmt etwas nicht, dann fragen wir nicht das Internet, sondern wir sprechen es an, da wären wir wieder beim Vertrauen, beim gesunden Menschenverstand.

Und dann kam Dennis Halls Abgang, Ihr Assistenztrainer.

Das war hart. Wir kamen zusammen hierhin. Mit einem grossen Plan. Wir bauten eine Beziehung, eine Freundschaft auf, eine berufliche, aber auch eine private. Ich verstehe seine Situation und ich wünsche ihm von Herzen, dass er seine Probleme in den Griff bekommt. Aber plötzlich war ich alleine. Und ich erinnere mich an das erste Spiel danach, wir sassen in der Garderobe und alle sprachen Schweizerdeutsch, man hört plötzlich seinen Namen aus den Gesprächen heraus und versteht nicht, ob im positiven oder negativen Zusammenhang. Das war der Moment, als ich mich erstmals professionell alleine fühlte.

Dann bekamen Sie die Unterstützung von Marc Grieder.

Ich schätze sehr, was er in diesen Wochen getan hat. Man muss wissen, dass sein Job als Sportchef viel Zeit in Anspruch nimmt und dann wirft er sich auch noch als Assistent ins Spiel rein. Ich erinnere mich an das Langenthal-Spiel, auswärts: 2:0-Führung, 2:3-Rückstand, 5:3-Sieg. Ich konnte Marcs Wut aus seiner Mimik lesen und ich warf ihm nicht zitierbare Worte an den Kopf. Sie müssen sich das vorstellen: An den Kopf des Sportdirektors. Heute können wir beide darüber ­lachen.

Es folgte die Verpflichtung von Assistent Tommy Sjödin.

Ich bin froh, dass wir nach Dennis‘ Abgang ruhig blieben, obwohl viele Namen als Nachfolger im Spiel waren. Wir nahmen uns Zeit, obwohl so viele den Job wollten, Schweizer, Schweden. Wir nahmen uns vor, die zweite Nati-Pause abzuwarten. Dann kam Tommy.

Eine gute Wahl.

Es fühlt sich sehr gut an. Ich habe erstmals in meiner 15-jährigen Trainerkarriere einen älteren Assistenten an meiner Seite. Er hat mehr Lebenserfahrung, mehr Hockeyerfahrung. Aber am Ende fällt alles auf meine Entscheidung zurück. Und es braucht viel, um ihn aus der Fassung zu bringen. Das hilft mir sehr.

Er macht einen sehr relaxten Eindruck.

Ich bin nach Niederlagen stets unglaublich enttäuscht. Ich muss fast schon die schlimmsten Nachrichten im TV sehen, um alles in Relation setzen zu können. Und selbst dann fällt es mir schwer und denke für einen kurzen Moment, vielleicht geht es mir doch so schlecht wie den Flüchtlingen ohne Essen und Wasser.

Dann ist Tommy Sjödin zweifellos eine grosse Stütze für Sie.

Er lacht viel, sieht das Positive. Ich bin froh, kann ich mich wieder mit jemandem über alle Mögliche austauschen. Als Trainer ist man nie alleine – und doch immer für sich. Lass ich ihn oder ihn spielen? Es fällt alles auf mich zurück.

Sie sind jetzt seit ein paar Monaten in der Schweiz. Was haben Sie über die Mentalität des Landes gelernt?

Ich habe mich im Sommer gut vorbereitet, habe in Schweden Leute mit Schweiz-Erfahrung gefragt, welche Empfehlungen sie mir mitgeben könnten, welche potenziellen Fehler ich vermeiden sollte.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Bleiben wir beim Eishockey: In Schweden sind die Spieler so gut ausgebildet, dass Du Ihnen eine taktische Grundverantwortung gibst und ihnen entsprechend Freiheiten gibst auf dem Eis. Tust Du das bei den Schweizern, dann wird einfach offensiv gespielt und die Ordnung geht schnell verloren. Das hat mich überrascht. Wenn ich am TV ein Spiel der National League schaue, dann kann ich kaum auf mein Telefon blicken, ohne dass ich eine gefährliche Szene verpasse. Schaut man eine schwedische Meisterschaftspartie, kann man nebenbei kochen und auf die Toilette gehen – die beiden Teams bekämpfen sich in der Zwischenzeit irgendwo in der neutralen Zone, ohne dass etwas passiert.

Ist die „Schweizer“ Spielweise nicht furchtbar anstrengend für einen schwedischen Trainer?

Oh doch! Das Spiel gegen die EVZ Academy, welches wir 10:5 gewonnen haben, hat mich völlig erschöpft. Ich fühlte mich danach, als ob ich zehn Tage nicht geschlafen hätte (lacht).

Und wie sieht es mit der Mentalität neben dem Eis aus?

Die Schweizer sind sehr freundlich. Kürzlich machte ich abends einen Spaziergang und lauschte mit Kopfhörern einem Hörbuch. Es war dunkel, als ich vor mir eine Gruppe Teenager stehen sah. Alle hatten die Kapuzen oben und ich überlegte mir kurz, ob das hier jetzt brenzlig werden könnte. Also nahm ich vorsichtshalber die Kopfhörer raus. Und was passierte, als ich an den Jungs vorbei lief? Einer nach dem anderen sagte ganz freundlich «Grüezi!». Man grüsst sich, das gefällt mir sehr. Dasselbe trifft übrigens auch auf unsere Garderobe zu. Die Spieler sagen: «Guten Morgen, Coach.» So etwas sagt man in Schweden nicht. Da geschieht alles auf einer professionellen Ebene, Emotionen spielen weniger eine Rolle.

Aber Emotionen können ja auch hinderlich sein.

Das ist so. Vielleicht habe ich diesbezüglich auch mal die eine oder andere Linie überschritten.

Inwiefern?

Ich war zu ein paar Spielern etwas hart – auf psychischer Ebene. Das hat sie vermutlich irritiert. Und vielleicht fühlten sie sich auch blossgestellt. Das ist eines der schlimmsten Gefühle, das man als Mensch haben kann. Da musste ich mich anpassen.

Wie?

Meine Reaktionen während der Spiele und in den Drittelspausen kommen direkt aus meinem Herzen, sie sind entsprechend sehr emotional. So bin ich. Ich erhoffe mir damit, dass die Spieler eine Reaktion zeigen. Aber bisweilen war die Schlussfolgerung der Spieler eben auch: «Der Trainer mag mich nicht. Der Trainer glaubt nicht an mich.» Das war aber überhaupt nicht meine Absicht. Ich muss weiterhin hart sein. Aber ich muss es auf die richtige Art und Weise tun.

Was aber nicht ganz einfach ist.

Es ist eine grosse Challenge. Die Spieler müssen mich nicht lieben. Aber ich muss es schaffen, dass sie an das glauben, was ich ihnen mit auf den Weg gebe. Ich will, dass sie daran glauben, dass wir gemeinsam besser werden. Das ist ein Prozess. Und der braucht enorm viel Geduld.

Blicken wir nach vorne. Sie haben kürzlich gesagt, dass die Mannschaft ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat. Schaut man auf die Leistungen der letzten Wochen, dann ist das für Konkurrenz keine gute Nachricht…

Natürlich läuft es momentan gut. Gerade unsere erste Linie harmoniert hervorragend. Aber man muss auch sehen, welche Gegner wir hatten. Die Spieler von La Chaux-de-Fonds hatten sich offensichtlich dazu entschieden, gegen uns ein schlechtes Spiel zu zeigen, um ihren ungeliebten Trainer loszuwerden. Auch Sierre zeigte gegen uns nicht wirklich eine gute Leistung. Also sollten wir uns nicht zu wohl fühlen. Ich bin glücklich über jeden Sieg, aber es gibt noch viel zu tun.

Wo sehen Sie Baustellen?

Besonders in unserem Defensivverhalten. Da müssen wir uns zwingend verbessern. Ich habe Tommy Sjödin in den letzten Tagen viele Video-Ausschnitte gezeigt. Und er ist sich einig mit mir, dass da noch sehr viel Luft nach oben ist. Deshalb: Als Coach darf ich nicht nur den Resultaten Beachtung schenken. Es steckt immer viel mehr hinter den Zahlen.

Das heisst?

Wir dürfen mit einem guten Gefühl in die Zukunft blicken. Aber klar ist auch: So, wie wir jetzt spielen, werden wir auch wieder Spiele verlieren. Wichtig ist, dass man nicht in Panik gerät, wenn es mal nicht mehr so gut läuft. Denn am Ende steht nur etwas im Fokus: Wir müssen bereit sein, wenn die Playoffs beginnen. Und nur darum geht es. Ob wir jetzt die Qualifikation auf Platz 5 oder auf Platz 1 beenden.

Trotzdem schadet es nicht, wenn man mit einem guten Gefühl in die Playoffs gehen kann.

Natürlich! Wenn die guten Resultate der letzten Wochen etwas bewirkt haben, dann sicher, dass das Selbstvertrauen der Gruppe gestärkt wurde. Wir vertrauen einander. Auch für mich ist es eine Bestätigung, dass meine Arbeit etwas bewirkt, dass wir auf einem guten Weg sind. Aber ich bin momentan in der Rolle der Spassbremse, die die Spieler ermahnt, dass noch  lange nicht alles so ist, wie es sein sollte. Am Ende der Saison wird sich niemand daran erinnern, was wir im Dezember gemacht haben. Dann zählt nur, was wir in den Playoffs erreicht haben.

Fredrik Söderström

Fredrik Söderström

Wünschen Sie sich bisweilen sogar, dass Ihre Mannschaft mal wieder ein Spiel verliert?

Natürlich wünsche ich mir, dass wir jedes Spiel gewinnen. Ich bin froh um jeden Punkt, den wir bis jetzt geholt haben. Die kann uns niemand mehr wegnehmen. Aber verlieren gehört dazu. Sagen wir es so: Von Zeit zu Zeit schadet ein Schlag ins Gesicht nicht. Nur so bleibt man demütig. Mit jeder Niederlage realisiert man, wo die eigenen Schwächen liegen. Wichtig ist, welche Schlüsse man daraus zieht und vor allem, wie man reagiert.

Wohin führt die Reise des EHC Olten in dieser Saison?

Ich möchte so lange wie möglich spielen! Ich habe mir kürzlich die Spieldaten angeschaut und gesehen, dass man im Optimalfall bis Ende April im Einsatz stehen könnte. Das wäre perfekt. Dann könnte ich gleich hierbleiben für die Eishockey-WM (lacht).

Aber?

Ich muss das ganz klar machen: Meine Erwartungshaltung ist dieselbe wie am ersten Tag, als ich hier nach Olten gekommen bin: Die Playoffs sind die ultimative Herausforderung. Ich bin neu. Ich weiss nicht, wie meine Spieler mit dem zusätzlichen Druck umgehen können, wie sie in Stresssituationen reagieren. Die kommenden Spiele gegen Teams wie Thurgau, Kloten und Ajoie werden für uns ein guter Test sein.

EHCO-Spieler wünschen singend schöne Weihnachten

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